Herzprobleme zwingen Schlumpf zur Pause
Seit sie die Erkrankung auf ihrem Instagram-Account öffentlich gemacht hat, tröpfeln die Genesungswünsche fast im Minutentakt herein. Im sozialen Netzwerk. Oder per WhatsApp und Mail.
Die zahlreichen Rückmeldungen sind ein Aufsteller für Fabienne Schlumpf. Die Wetziker Marathonläuferin zeigt sich zugleich erstaunt darüber, wie viele Personen die Nachricht bewegt hat, dass sie an einer Herzmuskelentzündung leidet. Und darum für unbestimmte Zeit pausieren muss.
«Dass das so vielen Leuten nahegeht, hätte ich nicht gedacht. Sie freuen sich bei meinen Erfolgen und leiden nun auch in schwierigen Zeiten mit mir mit.»
«Nach einem lockeren Dauerlauf hatte ich das Gefühl, einen Marathon absolviert zu haben.»
Fabienne Schlumpf
Kurz vor Weihnachten hatte die Schweizer Marathon-Rekordhalterin die Diagnose erhalten. «Es war quasi mein Weihnachtsgeschenk», sagt sie mit einer Prise Galgenhumor. «Am Anfang hatte ich Mühe, mittlerweile aber habe ich die Situation akzeptiert.»
Schlumpf hatte sich untersuchen lassen, nachdem sie im Alltag plötzlich Herzklopfen hatte, sich sehr müde fühlte und sich trotz tieferen Umfängen vom Training nicht mehr erholte. «Nach einem lockeren Dauerlauf hatte ich das Gefühl, einen Marathon absolviert zu haben», beschreibt sie ihren damaligen Zustand.
Den Grund für die Herzmuskelentzündung kennt Schlumpf nicht. Die häufigsten Auslöser sind Viren. Einen Zusammenhang mit Corona sieht die 31-Jährige indes nicht. Sie hat sich bisher nicht mit dem Coronavirus infiziert, ist geimpft und geboostert.
Schlumpf ist sich der Thematik der Impfnebenwirkungen durchaus bewusst. Das Thema sei ja in aller Munde, findet die Wetzikerin, mag sich aber gar nicht erst nicht auf allfällige Spekulationen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung einlassen.
Woher die Herzmuskelentzündung letztlich komme, ändere sowieso nichts an der Diagnose. Zentral ist für Schlumpf, dass sowohl ein Herz-Ultraschall und zuletzt ein Herz-MRI unauffällige Resultate lieferten. Und sie sich auf gutem Weg sieht. Darum machte sie nun ihre Erkrankung auch öffentlich bekannt.
Spazieren ja, Sport nein
Einschränkungen im Alltag hat sie mittlerweile keine mehr. Oder um es in ihren Worten zu sagen: «Jetzt fühle ich mich wieder normal.» An Sport ist für die Läuferin natürlich nicht zu denken. Mehr als Spaziergänge sind für sie aktuell nicht möglich.
Eigentlich wollte die Wetzikerin, die an den Olympischen Spielen in Tokio im Marathon mit dem 12. Rang eine ausgezeichnete Leistung ablieferte, im Frühjahr einen Wettkampfblock absolvieren. Vorgesehen waren auch mehrere Halbmarathons.
Wie stark die Krankheit ihre ursprüngliche Pläne nun durcheinanderwirft, wird sich zeigen. Im Moment muss sie sich darüber schlicht keine Gedanken machen. Vorerst hat sie nur ein Ziel vor Augen: möglichst schnell wieder gesund zu werden.
