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Darum ist Uster auf Playoff-Kurs

Der UHC Uster hat sich im Kampf ums Playoff-Ticket eine gute Ausgangslage erarbeitet. Vier Gründe, warum dies so ist.

Einer der Erfolgsfaktoren: Die Ustermer (Tobias Ledergerber, rechts) erzielen diese Saison kurz nach Ballgewinnen mehr Tore., Alle vier Ausländer (hier der Lette Daniels Janis Anis, links) zeigen überzeugende Leistungen. , Goalie Nicola Brütsch ist für Uster ein starker Rückhalt. , Erst 19 und bereits Leistungsträger: Claudio Schmid führt die interne Skorerliste an.

Archivfoto: Christian Merz

Darum ist Uster auf Playoff-Kurs

Direkt hinter den üblichen «Verdächtigen» an der NLA-Tabellenspitze liegt mit dem UHC Uster ein Team, das wohl niemand da oben erwartet hat. Von Platz fünf aus hätte die Mannschaft von Simon Meier am Samstag ihr Restprogramm in Angriff genommen.

Die Partie gegen Thun aber wurde coronabedingt abgesagt. Was nichts an der Tatsache ändert: Die Ustermer sind die posi­tive Überraschung der Saison. Und haben sich im Kampf ums Playoff-Ticket eine vielversprechende Ausgangslage geschaffen. 

Dabei deutete vor Meisterschaftsbeginn im September alles auf sportlich schwierige Monate hin. Uster verlor auf diese Saison hin mehrere Leistungsträger, darunter die drei besten Skorer.

Der Substanzverlust war gross, zahlreiche Spieler im Kader verfügen über nur wenig NLA-Erfahrung. Trainer Meier fand darum, es sei der falsche Zeitpunkt, um über die Playoff-Qualifikation nachzudenken. «Zuerst müssen wir uns als Team und als Verein wiederfinden», sagte er.

«Um zu punkten, müssen wir gegen jeden Gegner nahe ans Maximum kommen.»

Simon Meier, Trainer UHC Uster

Dieser Prozess ist laut Meier noch nicht abgeschlossen. Er warnt: «Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, woher wir kommen. Um zu punkten, müssen wir gegen jeden Gegner nahe ans Maximum kommen.»

Das ist den Ustermern bisher häufig ­gelungen – vier Gründe dafür. 

Die Anpassungen sitzen

Die Spieler vertrauen dem Gameplan, der angepasst wurde. Dass er funktioniert, gibt ihnen zusätzliche Sicherheit. Die Mannschaft sei bei der Verwirklichung seiner Ideen sehr kooperativ ­gewesen, sagt Meier. «Es hat ­einfach etwas Zeit gebraucht, sie spielerisch umzusetzen.»

Er ­frage sich nach der letzten Saison: «Was braucht es, um ­knappe Niederlagen in Siege umwandeln zu können?» Bei der Analyse fiel ihm auf: Spielerisch konnte ­Uster problemlos mit Mittelfeld-Teams mithalten, erarbeitete sich aus Ballbesitz-Unihockey viele Chancen.

Das aber reichte nicht. Direkt nach Ballgewinnen erzielten die Ustermer zu wenige Tore. An den ersten fünf Sekunden nach der Balleroberung hat das Team intensiv gearbeitet. «Da sind wir deutlich besser geworden.»

Entscheidend ist zudem, dass der UHC Uster es schafft, zu keinem Zeitpunkt den Fokus zu verlieren und so stark in Rücklage zu geraten, dass in den letzten zehn Minuten keine Korrektur mehr möglich ist. Meier sagt zu diesem Punkt: «Bis auf eine Ausnahme ist uns das bis jetzt gelungen.»

Die Ausländer liefern

Einzelne aussergewöhnlich gute ausländische Spieler hatte Uster auch in der Vergangenheit unter Vertrag. Beispielsweise den schwedischen Weltklassecenter Joel Kanebjörk. Für einmal bringen aber gleich alle ausländischen Spieler des UHC Uster sehr viel Qualität mit und sind, was sie sein sollen: Verstärkungen.

Verteidiger Martin Prazan (27) und die Stürmer Markus Kul­mala (28), Patrik Doza (28) und Da­niels Janis Anis (19) haben zentrale Rollen inne und setzen entscheidende Impulse. Neu aus dem Quartett sind einzig Anis und Doza.

Letzterer war Usters wichtigster Transfer. Der Tscheche musste aber erst ganz gesund werden, Anfang November ­spielte er erstmals von Beginn weg. Anlaufzeit benötigte der Weltklassestürmer keine. In acht Spielen gelangen ihm schon 14  Skorerpunkte.

Der junge und extrem abschlussstarke Lette Anis, der aus Studiengründen hier weilt, hat derweil etwas geschafft, das keine Selbstverständlichkeit ist: ohne Anlaufschwierigkeiten den Sprung in die höchste Schweizer Liga. Er könnte noch in der U21 eingesetzt werden, darum belastet er das Ausländerkontingent nicht. 

Der Goalie hält und hält

Etwas mehr als fünf Tore pro Spiel erzielten die Ustermer – genau gleich viele im Schnitt wie in der letzten Saison. Die Gegentorquote aber haben sie erfolgreich gedrückt. Auch dank Goalie Nicola Brütsch.

Nach zuletzt zwei schwierigen Jahren zeigte der aus dem eigenen Nachwuchs stammende Keeper konstant starke Leistungen und wurde mehr als einmal zum besten Spieler gewählt. 14 der 15 Meisterschaftspartien bestritt der 24-Jährige – und zog dabei keinen einzigen schwachen Auftritt ein.

Brütsch hielt die Mannschaft in schwierigen Phasen regelmässig mit seinen Paraden im Spiel und hat sich von Trainer Meier ein Sonderlob verdient: «Er liess uns nie im Stich, gab uns immer die Chance, gewinnen zu können.» 

Die Jungen entfalten sich

Etablierte Schweizer Spieler zu verpflichten, ist für den UHC ­Uster unmöglich. Er ist auf Nachschub aus dem eigenen Nachwuchs angewiesen. Und darauf, dass nachrückende Spieler Lücken schliessen.

Zahlreiche ­junge Spieler wie Pascal Schmuki (17), Josia Pfister (18), Claudio Schmid (19) und Filip Karlsson (20) haben sich sehr gut entwickelt und ­ihren Teil zu den guten Resultaten ­beigetragen.

U23-Nationalspieler Schmid ragt dabei heraus: Er hat bereits 16 Tore erzielt. Schmid ist nicht nur intern Topskorer, sondern ligaweit in der Spitzen­gruppe. Nur zwei Stürmer haben mehr Tore erzielt.

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