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Wenn auf der «Müllhalde» ein gutes Gefühl gefragt ist

Kevin Kuhn ist überzeugt: Kann er sein Potenzial abrufen, liegen an der EM die Top Ten drin. Das Rennen findet auf einer ehemaligen Abfalldeponie statt.

Nach dem ersten Monat der Quersaison folgt für Kevin Kuhn ein erster Höhepunkt – die EM in Holland.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Wenn auf der «Müllhalde» ein gutes Gefühl gefragt ist

Er hat einen strengen Monat hinter sich. Sieben Rennen absolvierte Kevin Kuhn im Oktober. Darunter fünf im Weltcup. Oder anders gesagt – alle in der höchsten Rennserie.

Häufig war der Gibswiler dabei der beste Fahrer, der nicht aus Belgien oder Holland kommt. Ein Wermutstropfen aber gibt es für das Schweizer Quer-Aushängeschild: Er hat es heuer bisher nicht geschafft, in die Top Ten vorzustossen.

Als Bestwert weist der in der zweiten Elitesaison steckende Oberländer Platz 11 in Iowa City (USA) auf. Ebenfalls Elfter war Kuhn im vorigen Jahr an der EM in Holland geworden.

Am Wochenende finden die kontinentalen Titelkämpfe erneut im Land von Querweltmeister Mathieu van der Poel statt. Van der Poel wird allerdings höchstens unter den Zuschauern weilen, zu den Startenden gehört er nicht.

«Wenn ich in die Top Ten fahren kann, bin ich sehr zufrieden.»

Kevin Kuhn

Erster Anwärter auf EM-Gold im Elite-Rennen der Männer am Sonntagnachmittag ist Titelverteidiger Eli Iserbyt. Der 24-Jährige erfreut sich einer formidablen Form.

Drei der fünf Weltcuprennen hat der Belgier gewonnen. Auch in der Weltcup-Gesamtwertung steht er ganz oben. 

Ein paar Gegner fallen weg 

Iserbyt führt die grosse belgische Delegation an, die aus gleich elf Fahrern besteht. Kuhn ist derweil der Kopf des Schweizer Quartetts und damit der aussichtsreichste Kandidat auf eine gute Platzierung.

Der seit letzter Saison beim belgischen Team Tormans engagierte Tösstaler sagt vor der EM, für ihn sei zentral, ein gutes Gefühl zu haben. «Dann kommt auch ein gutes Resultat», ist er überzeugt.

Was heisst das konkret? «Wenn ich in die Top Ten fahren kann, bin ich sehr zufrieden.» Dies sollte drin liegen. Zumal die U23 an der EM ja ein eigenes Rennen bestreiten werde und somit zwei, drei meist vor ihm klassierte Fahrer als Gegner wegfallen, argumentiert Kuhn.

Die EM-Strecke im Video. (Quelle: Youtube)

Die EM-Medaillen werden heuer – etwas plakativ formuliert – auf einer Müllhalde vergeben. Der Col du Vam ist ein künstlich angelegter Hügel in der flachen nordholländischen Provinz Drenthe. Die ehemalige Abfalldeponie ist nun ein Erholungsgebiet. 

Die grösstenteils über Wiesland führende Strecke ist windanfällig. Und herausfordernd. Nach dem Start haben die Fahrer zuerst eine 200 m lange, asphaltierte Steigung zu absolvieren, auf die eine Kopfsteinpflaster-Passage folgt. 

Einen Tag vor Kevin Kuhn ist am Samstag auch eine Oberländer Fahrerin im Einsatz. Die Eggerin Lara Krähemann fährt ebenfalls in der Elite. 
 

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