Die Festivitäten? «Nichts Wildes», sagt Simon Marquart und muss lachen. Er ass mit anderen BMX-Fahrern in einem Steakhouse, später liess der Oberländer den Abend an der Hotelbar ausklingen.
Dabei hätte der 25-Jährige am Sonntag in der Türkei viele Gründe gehabt, ausgelassen zu feiern. Den Triumph im Gesamtweltcup etwa. Die insgesamt drei Weltcup-Siege, die ihm gelangen, nachdem er heuer nach vielen vergeblichen Anläufen erstmals überhaupt in einen Final einziehen konnte. Den starken 4. Platz an der WM. Oder auch die auf den letzten Drücker realisierte Olympia-Premiere.
Marquart blickt auf die beste Saison seiner Karriere zurück – inklusive dramatischem Abschluss. Der aus Mönchaltorf stammende BMX-Profi brauchte im letzten Rennen ein Topresultat, um den in der Gesamtwertung führenden Kolumbianer Ramirez Yepes abfangen zu können.
Verschiedene Szenarien hätten zum Ziel geführt. Marquart verzichtete aber gleich ganz darauf, sie durchzuspielen. Er hatte nur einen Plan im Kopf: «Ich wollte unbedingt gewinnen. Es wäre komisch gewesen, als Fünfter ins Ziel zu kommen und dann über den Gesamtweltcupsieg zu jubeln.»
Yepes blieb im Halbfinal hängen, Marquart hingegen hielt dem Druck stand. Er setzte sich im Final früh an die Spitze und gab sie nicht mehr preis.

