Darum ist Laupen im Tief
Es sind ernüchternde Zahlen. Nach fünf Runden liegen die NLA-Frauen des UHC Laupen an zweitletzter Stelle. Das Punktekonto ist leer.
Der Abstand zum letzten Playoff-Platz, den die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti belegen, mit sechs Zählern dafür schon ziemlich gross. Gelingt es den Laupnerinnen nicht, sich merklich zu steigern, dürfte diese Lücke kaum mehr zu schliessen sein.
Lediglich zwölf Tore hat Laupen bisher erzielt – gleich wenige wie Schlusslicht Frauenfeld. Die rote Laterne ist nur nicht bei den Oberländerinnen deponiert, weil sie klar weniger Gegentore kassierten als die Thurgauerinnen.
Wobei die Defensivarbeit ebenfalls alles andere als überzeugend ist. Beim 4:7 gegen die Red Ants Rychenberg Winterthur kassierte Laupen mehr als die Hälfte der Gegentore nach zum Teil groben Schnitzern in der Angriffsauslösung.
Wer so grosszügig Geschenke verteilt, hat es schwer, Erfolg zu haben.
Yves Kempf versucht gar nicht erst, die Situation schön zu reden. Der Trainer sagt: «Wir können nicht sagen, wir hätten Punkte verschenkt.» Über eine ganze Partie gesehen sei sein Team nie besser als der Gegner gewesen.
Das hatte damit zu tun, dass die Laupnerinnen bisher stets Schwächephasen einzogen. Und zu wenig konsequent auf ihre Stärken setzten wie das Körperspiel und die Kontertaktik.
«Uns fehlt momentan zu viel Qualität. So reicht es auf diesem Niveau nicht.»
Yves Kempf, Trainer UHC Laupen
Vor allem aber auch mit der schwierigen personellen Situation. Kempf muss wegen vielen Verletzten das erlaubte Kontingent von sieben U21-Spielerinnen praktisch immer ausschöpfen. «Uns fehlt momentan zu viel Qualität. So reicht es auf diesem Niveau nicht.»
Vier Partien stehen in der Vorrunde für die Kempf-Equipe noch an, zum Abschluss dieser trifft Laupen auf Frauenfeld. «Wer dieses Duell verliert, ist in den Playouts», sagt Kempf.
Er ist aber auch überzeugt: Kehren die Verletzten zurück, ist im Team genügend Qualität vorhanden, um gegen die Klubs der zweiten Tabellenhälfte zu punkten. Nun gelte es einfach, möglichst unbeschadet durch die schwierige Phase zu kommen.
Zentral ist für den Trainer dabei: «Wir dürfen die Freude nicht verlieren.»
Die Argumente fehlen
Dass sich der UHC Laupen in seiner vierten NLA-Saison in einer sportlich schwierigen Lage befindet, ist die Folge eines schleichenden Substanzverlusts.
Grundsätzlich gilt: Der UHC Laupen muss Jahr für Jahr seine Kaderlücken mit eigenem Nachwuchs stopfen oder darauf hoffen, in der NLB Spielerinnen wie Vanessa Kapp zu finden, die Schlüsselfiguren sein können.
Er hat weder sportliche noch finanzielle Argumente, Leistungsträgerinnen bei A-Klubs abzuwerben.
Das aber wäre nötig, um auf Abgänge reagieren zu können. Laupen verlor regelmässig starke Spielerinnen. Sei es durch Rücktritte oder an die Konkurrenz.
Andrea Wildermuth verliess den UHC Laupen beispielsweise vor der letzten Saison Richtung Bern Burgdorf. Die Stürmerin ist aktuell Topskorerin in der NLA.
Am Samstag kommt es zum Wiedersehen zwischen Wildermuth und ihrem Stammklub. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Alles andere als ein Sieg des Tabellendritten Bern Burgdorf wäre eine Überraschung.
