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Ihre Verfassung könnte kaum unterschiedlicher sein

Der UHC Laupen läuft zum Saisonauftakt auf dem Zahnfleisch. Bei den Floorball Riders freut man sich hingegen, geht es endlich los.

Wer ist die Oberländer Nummer 1? In der dritten NLA-Runde treffen die Floorball Riders (Melanie Klöti, Mitte) auf Laupen.

Archivfoto: Christian Merz

Ihre Verfassung könnte kaum unterschiedlicher sein

Florian Fauser ist froh, geht es am Wochenende los. «Wir haben in der Vorbereitung unseren Plan durchgezogen und sind bereit», sagt der Trainer der Floorball ­Riders Dürnten-Bubikon-Rüti. «Jetzt braucht es Spiele, um besser zu werden.»

Beim Lokalrivalen UHC Laupen tönt es vor dem Meisterschaftsauftakt in der Frauen-NLA hingegen anders. Er hätte gerne mindestens einen weiteren Monat Zeit gehabt, sagt Trainer Yves Kempf. «Wir laufen auf dem Zahnfleisch.» 

Der Grund: Das mit 18 Feldspielerinnen bereits bei Vollbestand knappe Laupner Kader ist von einer Verletzungswelle erfasst worden. Für die Startpartie gegen Titelverteidiger Kloten-­Dietlikon Jets stehen Kempf nur elf gesunde Feldspielerinnen zur Verfügung.

Der Ausflug ins Unterland dürfte für die Laupnerinnen, die in den letzten Playoff-­Viertelfinals von den Jets dreimal 1:8 abgefertigt worden waren, so zu einem Himmelfahrtskommando werden. Auf dem Papier sei die Lage aussichtslos, gibt der Trainer zu. Er hat den Humor dennoch nicht verloren: «Die Chance zu gewinnen ist da – vor dem Spiel.»

In die vierte Saison in der höchsten Liga steigt Laupen unter Kempf. Es dürfte die wohl herausforderndste werden. Denn die Laupnerinnen plagen nicht nur personelle Engpässe, ihre Vorbereitung war auch durch die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten wegen des Umbaus der ­Elba-Halle geprägt.

Acht Testspiele absolvierte Laupen stattdessen, primär gegen Männer-­Nachwuchsteams und Frauen-­B-Ligisten. «Die Tests waren nicht schlecht», bilanziert Kempf. Einiges hat ihm gefallen. Und trotz der schwierigen Situation bezeichnet er die Stimmung in der Equipe als «okay». 

«Wir müssen einfach zwei Teams hinter uns lassen.»

Yves Kempf, Trainer UHC Laupen

Dreimal hintereinander beendete der UHC Laupen die Qualifikation auf Rang 7 und schaffte jeweils den Sprung in die Playoffs. Von diesem Ziel rückt Kempf auch jetzt nicht ab. «Dass das schwer zu erreichen sein wird, ist mir bewusst. Aber wir müssen einfach zwei Teams hinter uns lassen.»

Welche das sein sollen, darüber will er nicht spekulieren. Kaum Playoff-würdig scheint allerdings Frauenfeld. Die vergangene Saison nach der Qualifikation an vorletzter ­Stelle liegenden Thurgauerinnen verloren über zehn Stammkräfte.

Neun Abgänge verzeichnete auch Laupen. Das Kader mag dadurch kleiner geworden sein. Qualitativ aber sieht Kempf, der es gewohnt ist, Jahr für Jahr Leistungsträgerinnen ersetzen zu müssen, keine Einbusse. 

Die Laupnerinnen können beispielsweise weiter auf ihre Topskorerinnen Vanessa Kapp und Hanka Lackova zählen. Und haben gar eine zusätzliche Ausländerin engagiert – Katrin Kivirand.

Die estnische Verteidigerin spielte zuletzt bei Konkurrent Bern Burgdorf. Da erhielt sie keinen Vertrag mehr. Ihr Zuzug verhilft der Laupner Defensive zu mehr Stabilität, eine Leaderin aber ist Kivirand keine.

Mehr Qualität und lernwillig

Eine solche haben dafür die Floorball Riders in der Person von Hana Polakova unter Vertrag genommen. Die Tschechin war in ihrer Heimat beim Traditionsverein Bohemians Topskorerin und Captain.

Fauser attestiert der 33-jährigen Stürmerin, die seit Juli im Oberland weilt, «eine gute Mentalität». Er schätzt ihren Ehrgeiz. «Und dass sie auch einmal den Mund aufmacht.» Neben Pola­kova verpflichteten die Riders eine zweite Tschechin, Verteidigerin Veronika Loudova, und ein Schweizer Quartett.

Fauser ist zufrieden. «Das Durchschnittsniveau hat sich erhöht», sagt er über sein Team. «Wir können nun mit drei Linien spielen, die alle Qualität haben.» 

Das verbesserte Kader, die Steigerung der Trainingsintensität und laut Fauser wissbegierige Spielerinnen: Die Voraus­setzungen scheinen vorhanden, dass sich die Riders nach einem schwierigen ersten NLA-Jahr weiterentwickeln. Unaufgeregt, in kleinen Schritten.

Die Verbesserungen sollten denn auch sichtbar werden, formuliert Fauser als Ziel. Und die Playoffs? Er winkt ab. Damit beschäftigt sich der frühere NLA-Spieler momentan nicht. «Zu weit weg für uns», sagt er. «Aber wir wollen natürlich mehr Siege einfahren.» 

«Die Defensive war okay. Aber wir müssen mehr Tore schiessen.»

Florian Fauser, Trainer Floorball Riders

Vier waren es in der gesamten letzten Saison. In den sportlich irrelevanten Playouts – es gab keinen Absteiger – schlugen die Riders Frauenfeld dreimal in ­Serie. In der Qualifikation aber gewannen sie nur eine Partie – auch wenn es durchaus mehr hätten sein können. Lediglich zweimal blieben die Oberländerinnen chancenlos. «Die Defensive war okay», blickt Fauser ­zurück. «Aber wir müssen mehr Tore schiessen.»

Dieselbe Losung gilt im Prinzip auch ein paar Kilometer entfernt beim UHC Laupen. Die letzten zwei Derbys hat dieser für sich entschieden. Ende September folgt in der dritten Runde das ­nächste Duell der Lokalrivalen. Bis dahin hat sich vielleicht auch das Laup­ner Lazarett etwas geleert. 

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