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Jetzt erfährt Gmelin, ob sie die richtigen Rückschlüsse gezogen hat

Jeannine Gmelin ist überzeugt: Für Olympia passen die Puzzleteile besser zusammen als bei ihrem letzten Weltcuprennen. In diesem war sie im Final chancenlos geblieben.

Für Jeannine Gmelin folgen in Tokio die Tage der Wahrheit.

Archivfoto: Detlev Sey/Swiss Rowing

Jetzt erfährt Gmelin, ob sie die richtigen Rückschlüsse gezogen hat

Bereits im Februar hat der Weltverband auf seiner Website eine Olympia-Prognose im Skiff veröffentlicht. Also noch vor der Saison.

Das erklärt, warum die erst heuer an die Spitze vorgestos­sene Russin Hanna Prachatsen darin fehlt. Sie wurde Europameisterin und entschied den Weltcup auf dem Rotsee für sich.

Sechs Skifferinnen wurden in der frühen Auslegeordnung als Gold-­Kandidatinnen für die Spiele in Tokio aufgezählt. Alle starten nun auch tatsächlich in Japans Hauptstadt. Etwa die zweifache Weltmeisterin Sanita Puspure (IRL). Und Emma Twigg aus Neuseeland. Die Olympiavierte von 2016 hat ihr Comeback gegeben.

Obwohl sie zuletzt nicht mehr zu den Allerbesten gehört hatte, nahm der Weltverband Jeannine Gmelin ebenfalls in den illustren Kreis der Favoritinnen auf. Al­lerdings unter dem Vorbehalt: «Wenn sie ihren Top-Rhythmus wieder findet.»

Die zentrale ­Frage also heisst: Ist der Ustermerin das in den vergangenen Monaten gelungen? 

«Jetzt bin ich zuversichtlich, die Puzzleteile passen immer besser zusammen.»

Jeannine Gmelin

Die Weltmeisterin von 2017 ist davon überzeugt. Gmelin sagt, ihr letzter Trainingsblock im portugiesischen Avis, wo sie sich einst auch vor dem WM-Triumph vorbereitet hatte, sei super gewesen.

Sie schwärmt, die Ruder­anlage östlich von Lissabon sei eine der besten der Welt. Gmelin genoss es, abgeschottet arbeiten zu können. Und dass neben Trainer Robin Dowell auch ihr amerikanischer Trainingspartner Jimmy McCullough dabei war.

«So konnte ich aus den gemeinsamen Einheiten viele Rückschlüsse ziehen. Jetzt bin ich zuversichtlich, die Puzzleteile passen immer besser zusammen.»

Seit dem 6. Juli weilt Gmelin in Japan. Sie ist nun nach Tokio zurückgekehrt, nachdem sich die 31-Jährige zusammen mit den anderen Schweizer Ruderinnen und Ruderern im zehntägigen Trainingslager in Kinosaki ans feucht-heisse Klima gewöhnt hatte. Und auch ans Boot – Letzteres war Anfang Mai nach Japan verfrachtet worden.

Zuletzt absolvierte die Athletin des RC Uster ihre Trainings auf der Olympiastrecke. Gmelin spricht von herausfordernden Bedingungen, da es nicht nur heiss, sondern auch relativ windig ist.

Bereits in der Nacht auf Freitag, noch vor der Eröffnungsfeier, gilt es für sie Ernst. Die seit 2019 unabhängig vom Schweizer Verband trainierende Ruderin trifft im Vorlauf auf die Britin Victoria Thornley, der sie in diesem Jahr in allen drei Begegnungen unterlegen war.

In ihrem ersten Auftritt in Tokio geht es für Gmelin darum, sich eine gute Ausgangslage für den Viertelfinal zu verschaffen. Und die Ustermerin dürfte auch schnell spüren, ob sie nach der verpatzten letzten Standortbestimmung im Mai die richtigen Schlussfolgerungen gezogen hat. 

Chancenlos bei der Hauptprobe

Die Olympia-Hauptprobe auf dem Rotsee war der vierfachen EM-Medaillengewinnerin gründlich misslungen. Wobei eine veränderte Bootseinstellung nicht wie gewünscht funktioniert und sie die Regatta mehr oder weniger direkt aus dem Training her­aus bestritten hatte.

Dennoch: Beim Heimweltcup schaffte es Gmelin nur hauchdünn in den A-Final. In diesem blieb die einstige Dominatorin, die 2017 und 2018 nur ein Rennen nicht gewonnen hatte, chancenlos.

Das Ergebnis dürfte die Kämpferin angespornt haben, noch härter für ihr Ziel zu arbeiten – eine Olympia-Medaille zu gewinnen. 

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