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Den Bombenlauf im Hinterkopf

Riccardo Rancan traut sich bei seiner WM-Premiere im Sprint einiges zu – im Idealfall gar eine Medaille.

Mehr als nur dabei sein: Riccardo Rancan hat sich für seine WM-Premiere einiges vorgenommen.

Foto: Swiss Orienteering/Remo Schönenberger

Den Bombenlauf im Hinterkopf

Etwas mehr als ­einen Monat ist es her, seit der Schweizer Verband seine Selektionen für die Titel­kämpfe in Tschechien bekannt gegeben hat. Genügend Zeit also für Riccardo Rancan, die Vorfreude auf seine Elite-WM-Premiere ausgiebig geniessen zu können.

Und natürlich auch, um sich akribisch auf die Wettkämpfe vorzubereiten, die rund 60 km nördlich von Prag, in der Region von Doksy, ausgetragen werden. 

Der Ustermer – einer von fünf Neulingen im Schweizer Aufgebot – feilte zuletzt zwei Wochen lang im Engadin an seiner Form. Aus der Bündner Höhe reiste er dann nach Tschechien ins Trainingslager, um sich dort den Feinschliff zu verpassen. Jetzt ist Rancan bereit.

Der B-Kader-Athlet hat eine klare Vorstellung, was ihn erwartet: «Herausfordernde Bahnen und enge Rennentscheidungen, bei denen die Finessen entscheiden.» 

Der starke EM-Auftritt 

Da die Sprint-WM 2020 der Pandemie zum Opfer fiel, umfasst das WM-Programm in Tsche­chien neben Walddisziplinen (Mittel- und Langdistanz sowie Staffel) auch einen Sprint und die Sprintstaffel. Also genau jene Formate, in denen der 25-Jäh­rige seine Schnelligkeit besonders gut ausspielen kann, wie er ­Mitte Mai an den Heim-Europameisterschaften in Neuenburg gezeigt hatte.

Als Vierter verpasste er im Knock-out-Sprint den Sprung aufs Podest knapp, im Sprint lief er auf den 6. Platz. Die starken Ergebnisse zeigen: Rancan hat sich in der internationalen Sprintspitze etabliert. 

Der WM-Neuling ist schon am Samstag gefordert: Mit der Sprintqualifikation und dem Final werden die Titelkämpfe in der im 18. Jahrhundert als Festung ­errichteten Kleinstadt Terezin eröffnet. Tags darauf findet im Stadtzentrum von Doksy die Staffel statt.

Rancan kann nach den Worten von Kilian Imhof ohne Druck ans Werk gehen. Der Schweizer Cheftrainer erhofft sich von den WM-Debütanten «einen Rang unter den ersten 25». 

«Endlich dürfen wir wieder eine richtige Wettkampfatmosphäre erleben.»

Riccardo Rancan

Der WM-Neuling denkt derweil in anderen Dimensionen. Er traut sich erheblich mehr zu. Der ETH-Student hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer technisch sauberen Leistung in die Top Ten laufen zu wollen.

Rancan hat aber weitere Szenarien im Kopf, wie er darlegt: «Die Resultate der EM geben mir Motivation, dass auch ein Diplom mit einem sehr guten Lauf drinliegt und die Medaillen nicht unerreichbar sind mit einem Bombenlauf.»

Dass nun zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder Zuschauer und Zuschauerinnen in der Zielarena erlaubt sind, spornt ihn zusätzlich an. «Endlich dürfen wir wieder eine richtige Wettkampfatmosphäre erleben.»

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