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Ustermer Schwimmer zeigen Konkurrenz erneut die Muskeln

Der Schwimmclub Uster Wallisellen sammelte an den Schweizer Meisterschaften die meisten Medaillen.

Ganz stark: Der Ustermer Antonio Djakovic reist an die Olympischen Spiele nach Tokio., In einer eigenen Liga: SCUW-Ausnahmeschwimmerin Maria Ugolkova., Brust-Spezialist Jolann Bovey qualifizierte sich für die EM., Ustermer Zukunftshoffnung: Gian-Luca Gartmann reist an die Junioren-EM., Lena Kreundl (v.l.) Svenja Stoffel, Maria Ugolkova und Eva Geilenkirchen erzielten einen neuen Rekord.

Foto: Keystone

Ustermer Schwimmer zeigen Konkurrenz erneut die Muskeln

Es brauchte am letzten Wettkampftag ein Feuerwerk mit drei SM-Titeln, um im Medaillenspiegel noch an den führenden Limmat Sharks Zürich vorbeizuziehen. 11-mal Gold, 5-mal Silber und 9-mal Bronze holte sich der SC Uster Wallisellen an der Langbahn-SM. Er war beim Heimspiel im Buchholz-Hallenbad wieder einmal der erfolgreichste Klub. «Wir haben erreicht, was geplant war», sagt SCUW-Präsident Phil­ippe Walter.

Dabei wäre durchaus noch der eine oder andere Titel mehr möglich gewesen. So beispielsweise am ersten Tag über 100 m Crawl. Der mögliche Sieger Anto­nio Djakovic wurde dort allerdings für den Final aus dem ­Rennen genommen, um die erhoffte Olympiaqualifikation sicherzustellen. Der Poker ging auf. Prompt unterbot er am selben Abend als Startschwimmer der Ustermer Crawl-Staffel über 4×200 m die nötige Limite.

Der 18-Jährige löste damit neben Klubkollegin Maria Ugolkova, Lisa Mamié, Jérémy Desplanches, Noè Ponti und Roman Mityukov als sechster Schweizer das Ticket. Aus SCUW-Sicht in Tokio teilnehmen wird zudem der Liechtensteiner Christoph Meier. «Auf ihn sind wir genauso so stolz», betont Walter und bezeichnet den 28-Jährigen als Ur-Ustermer.

Eine Goldmedaille wäre an den SM auch Gwendolyn Ewert über 400 m oder 800 m Crawl zuzutrauen gewesen. Die 18-Jährige hatte sich aber vor den Schweizer Meisterschaften für zehn Tage in Quarantäne begeben müssen und war unter ­diesen Umständen letztlich chancenlos. «Eine solche Wasser­pause ist gerade für eine Langstreckenschwimmerin Gift», sagt Walter.

Ugolkova wie Mark Spitz

Überragende Athletin bei den erstmals über fünf Tage ausgetragenen Titelkämpfen war mit Maria Ugolkova eine weitere ­Ustermerin. Obwohl die 31-Jährige kürzlich an Corona erkrankt war, gewann sie sieben Gold­medaillen, wovon vier in einer Einzeldisziplin. «Wie einst Mark Spitz an den Olympischen Spielen 1972», merkte SCUW-Präsident Walter mit Bezug auf den legendären US-Schwimmer an.

Dass Ugolkova gut drauf ist, ­zeigte sich gerade auf ihrer Para­destrecke über 200 m Crawl, indem sie die längst erfüllte A-Limite gleich nochmals unterbot.

Die gebürtige Russin war ausserdem Teil der erfolgreichen Freistil-Staffel mit Svenja Stoffel, Eva Geilenkirchen und Lena Kreundl, die den eigenen nationalen Vereinsrekord aus dem Jahr 2017 um eine halbe Se­kunde auf 3:48,55 Minuten senkte.

Und freuen kann sich Jolann Bovey. Der Sieger über 200 m Brust schaffte es ins mindestens 18-köpfige Schweizer Kader für die Europameisterschaft von Mitte Mai in Budapest.

Ebenso auf internationales Terrain bewegen darf sich Gian-­Luca Gartmann – ein weiterer Ustermer. Der 17-Jährige verpasste zwar als Vierter über 200 m Lagen um 17  Hundertstelsekunden knapp eine Medaille. Er wird nun aber im Juli an der Junioren-EM in Rom starten. Gartmann konnte sich in Uster im Final übrigens mit Jérémy Desplanches messen, dem aktuell renommiertesten Schweizer Schwimmer, der aus Trainingszwecken einzig auf ­seiner Paradestrecke antrat.

Männer und Frauen getrennt

Losgelöst von Medaillen und ­Limiten, war SCUW-Präsident Phil­ippe Walter einfach nur froh, dass die Schweizer Meisterschaften unter den gegebenen Umständen ohne Zuschauer erfolgreich über die Bühne gingen. Maximal 170 Personen waren pro Rennabschnitt zugelassen – die Wettbewerbe der Frauen und Männer fanden getrennt statt. «Die Stimmung war natürlich etwas trostlos. Umso erfreulicher ist es, dass es mehrere Rekorde gab», sagt er.

Die nächsten beiden Austragungen der Langbahn-SM 2022 und 2023 finden übrigens erneut in Uster statt. Dann wieder mit einer vollen Tribüne und Athle­tinnen und Athleten, die sich ­gegenseitig lautstark anfeuern dürfen? «Das wäre schön», sagt Walter.

Resultate vom Sonntag

Uster. SM. Langbahn (50 m Becken). Finals. Männer. 200 m Rücken: 1. Roman Mityukov (Genève Natation) 1:58,01. 2. Robin Affentranger (SC Aarefisch) 2:03,71. 3. Benjamin Pfeiffer (ST Savosa) 2:05,48.
200 m Brust: 1. Jolann Bovey (SC Uster-Wallisellen) 2:13,92. 2. Luca Pfyffer (Limmat Sharks Zürich) 2:13,96. 3. Yannick Käser (Limmat Sharks Zürich) 2:15,59.
200 m Lagen: 1. Jérémy Desplanches (Genève Natation) 1:58,86. 2. Noè Ponti (NS Locarno) 2:03,71. 3. Marius Toscan (SV St. Gallen-Wittenbach) 2:05,00.
4×100 m Lagen: 1. SC Uster-Wallisellen (Fabian Kempf, Bovey, Tamas Terner, Antonio Djakovic) 3:43,13. 2. Lausanne Natation (Nicolas Zoulalian, Maël Allegrini, Alex Ogbonna, Tiago Behar) 3:44,63. 3. SK Bern (Thierry Bollin, Enrique Prats Rüedi, Basil Scheuermeyer, Gabriel Jegher) 3:47,60.
Frauen. 100 m Crawl: 1. Nina Kost (Lancy Natation) und Maria Ugolkova (SC Uster-Wallisellen) je 55,32. 3. Lena Kreundl (SC Uster-Wallisellen) 56,18.
50 m Delfin: 1. Julia Ullmann (Limmat Sharks Zürich) 27,06. 2. Svenja Stoffel (SC Uster-Wallisellen) 27,31. 3. Kreundl 27,47.
400 m Lagen: 1. Lisa Mamié (Limmat Sharks Zürich) 4:53,96. 2. Alexandra Froissart (Lancy Natation) 5:00,97. 3. Sophia Dumont (Lancy Natation) 5:03,08.
4×100 m Lagen: 1. SC Uster-Wallisellen (Ugolkova, Sara Staudinger, Stoffel, Kreundl) 4:11,03. 2. Limmat Sharks Zürich (Angelina Patt, Mamié, Ullmann, Tamara Schaad) 4:12,67. 3. Lancy Natation (Kost, Froissart, Noémi Girardet, Dumont) 4:14,95.

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