Ustermer Schwimmer erneut im Medaillen-Rausch?
Bei den ersten Langbahn-Schweizer Meisterschaften im Buchholz vor zwei Jahren sorgte er mit gerade einmal 16 Jahren für Superlative. Gleich fünf Titel holte sich Antonio Djakovic vom SC Uster Wallisellen (SCUW). Überhaupt war der Gastgeber mit insgesamt 30 Medaillen der mit Abstand erfolgreichste Klub an den nationalen Titelkämpfen.
Möglichst viel Edelmetall wollen die Ustermer auch bei der vom Mittwoch bis am Sonntag andauernden Neuauflage holen.
Und selbst SCUW-Cheftrainer Gerard Moerland bekräftigt, dass im Wettstreit gegen die anderen Grossen wie Genève Natation oder Limmat Sharks Zürich beim Medaillen-Hamstern etwas Prestige dahintersteckt. Und dennoch: Viel mehr als Medaillen zählen für ihn mögliche Olympia- und EM-Qualifikationen von Ustermer Athletinnen und Athleten. «Dafür würde man gerne auch vier, fünf Medaillen liegen lassen», sagt der Holländer.
Ein Freistil-Leckerbissen
Realistische Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme kann sich gerade Djakovic machen. Nur schon deshalb, weil er zur erfolgreichen Staffel zählte, die im Sommer 2019 mit einem neuen Landesrekord für einen Schweiz Quotenplatz über 4×200 m Freistil sorgte.
Das 200-m-Rennen der Männer im Freistil vom Donnerstag zählt dann auch als eigentlicher Leckerbissen der SM. Djakovic wie Nils Liess (Tenero) fehlen nur wenige Hundertstelsekunden zur Einzel-Limite. Ein weiterer Titelkandidat ist der bereits für Olympia qualifizierte Roman Mityukov (Genf).
Djakovic , der über 400 m Freistil noch eine zweite Möglichkeit hat, freut sich über die starke Konkurrenz und betont: «Es motiviert mich, um noch härter und noch mehr zu trainieren.» Und Trainer Moerland blickt mit Freude voraus. «Das Finalrennen wird ein absoluter Höhepunkt.»
Viel Spannung verspricht auch der gleichentags stattfindende Brust-Wettkampf über 100 m. Der die meiste Zeit in Norwegen trainierende Ustermer Jolann Bovey will sich über diese Distanz ebenso für Olympia empfehlen.
Der 25-Jährige hat es allerdings gegen gleich drei starke Schwimmer von Limmat Sharks Zürich zu tun – allen voran den zweifachen Olympia-Teilnehmer Yannick Käser.
Aus SCUW-Sicht noch Olympia-Chancen ausrechnen dürfen sich zudem Christoph Meier und Svenja Stoffel. Der Liechtensteiner war schon vor fünf Jahren in Rio mit dabei, Delfin-Spezialistin Stoffel verpasste hingegen die Limite damals knapp. Im 100-m-Rennen will sie sich für die Schweizer Lagenstaffel empfehlen. Sie hat sich ebenso bereits einen Quotenplatz gesichert.
Eine Standortbestimmung
Das Olympia-Ticket für Tokio auf sicher hat schon ein Schweizer Quintett – darunter die Ustermerin Maria Ugolkova.
Für die 31-Jährige ist die SM daher zunächst eine Standortbestimmung auf die Europameisterschaften von Mitte Mai in Budapest. Eine erneute Spitzenklassierung ist ihr dort über 200 m Lagen zuzutrauen. Über ihre Lieblingsdistanz holte sie schon je einmal EM-Silber und -Bronze. In Uster könnten ihr hier am dritten SM-Tag am ehesten noch ihre österreichische Klubkollegin Lena Kreundl und die Zürcherin Lisa Mamié in die Quere kommen.
