Andere in seiner Situation hätten den Bettel vielleicht längst hingeschmissen. Hätten das Kapitel Leistungssport nach dem geplatzten Olympiatraum und einem verletzungsbedingt verlorenen letzten Jahr beendet. Auch in Anbetracht des Alters.
36 ist Simon Tesfay kürzlich geworden. «Ich bin also nicht mehr jung.» Er lacht vergnügt über diese Feststellung. Das zeigt: Er hat die jüngste Enttäuschung – die Verschiebung des Marathons in Bern um rund drei Wochen – mittlerweile verdaut.
«Ich sehe nicht in allem, was schiefläuft, einen Nachteil. Vielleicht hat die Verschiebung auch einen Vorteil.»
Simon Tesfay
Die Eigenschaft, stets positiv zu denken, hat ihm geholfen. Der in Uster wohnende Langstreckenspezialist lässt im Gespräch zwar irgendwann einmal den Satz fallen: «Seit einiger Zeit bin ich ein Pechvogel.» Es ist aber nicht mehr als eine simple Feststellung.
Denn der mit 1,92 m gross gewachsene Läufer sagt eben auch: «Ich sehe nicht in allem, was schiefläuft, einen Nachteil. Vielleicht hat die Verschiebung auch einen Vorteil.»

