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Auf Kevin Kuhn wartet die Königin

Kevin Kuhn hat in seinem ersten Elite-Jahr überzeugende Leistungen gezeigt. An der WM will er die Saison krönen.

An der WM im belgischen Ostende warten auf Kevin Kuhn (hier beim Crosstour-Rennen in Hittnau) einige Laufpassagen.

Archivfoto: Christian Merz

Auf Kevin Kuhn wartet die Königin

Als er die Zahl hört, stutzt Kevin Kuhn kurz. Das sei ihm nicht bewusst gewesen, sagt er dann. Seit Mitte September fährt der Gibswiler Quer um Quer, am Sonntag steht für ihn das bereits Zwanzigste auf dem Programm.

Es ist der Saisonhöhepunkt – die Weltmeisterschaften in Ostende. Die Stadt an der belgischen Nordseeküste wird auch Königin der Seebäder genannt. 

«Aber ich glaube, die Form ist gut.» 

Kevin Kuhn

Kuhn erscheint trotz intensivem Programm frisch zur «Audienz». Er ist locker drauf und freut sich auf die WM.

In den letzten Wochen hat der Tösstaler viel Selbstvertrauen getankt. Kuhn traut sich einen Platz in den Top Ten zu, obwohl er sich bewusst ist: Einfach wird das nicht. «Aber ich glaube, die Form ist gut.» 

Letzteres ist beim Blick auf seine Resultate eine Untertreibung. Kuhn hat sich im ersten Elitejahr bestens zurechtgefunden. Anpassungsschwierigkeiten auf höchster Stufe waren beim U23-Vizeweltmeister von 2020 keine auszumachen.

Schon beim Weltcup-Auftakt im tschechischen Tabor setzte er mit dem 9. Rang ein Ausrufezeichen. Danach zeichnete sich der Gibswiler durch eine bemerkenswerte Konstanz aus.

«Ich hatte vor allem im Weltcup ein gutes erstes Jahr. Darauf bin ich stolz.»

Kevin Kuhn

Im wegen der Pandemie auf fünf Rennen zusammengekürzten Weltcup belegte er den starken 10. Platz in der Gesamtwertung. Zugleich wusste er in Rennen verschiedener belgischer Serien zu gefallen, holte an den Schweizer Meisterschaften erstmals Elite-Gold und entschied die Crosstour für sich. 

Bei all diesen positiven Meldungen kann es nicht überraschen, fällt Kuhns Zwischenbilanz überaus positiv aus. Natürlich sei nicht jedes Rennen so verlaufen, wie er sich das vorgestellt habe.

«Aber ich bin sehr zufrieden. Ich hatte vor allem im Weltcup ein gutes erstes Jahr. Darauf bin ich stolz.»   

Änderungen zahlen sich aus

Noch vor Abschluss der bis Mitte Februar dauernden Quersaison lässt sich festhalten: Kuhns Entscheid hat sich ausbezahlt.

Er wechselte zu einem belgischen Team und wohnte ab Oktober auch in dem Land, in dem das Herz des Quersports besonders stark schlägt.

Kuhn fand sich in seiner neuen Umgebung schnell zurecht. Die mit den grossen Umstellungen verbundenen Hoffnungen haben sich alle erfüllt. An den Rennen erhielt er professionellen Support, von den Teamtrainings profitierte er stark.

«Sie waren streng. Aber ich konnte mich verbessern.» 

Die Entwicklung ist offensichtlich. Der Oberländer hat hierzulande im Quersport die Leaderrolle an sich gerissen.

Nur zweimal war er nicht der beste Schweizer Fahrer. Im Herbst in Baden, als er sich von Lars Forster bezwingen lassen musste. Und beim Superprestige-Rennen in Gavere (BEL). Da hatte Kuhn am Vortag schon einen Wettkampf bestritten, erwischte zudem einen «Jour sans» und kam hinter Loris Rouiller ins Ziel. 

Kuhn ist an der WM der grösste Elite-Trumpf der neunköpfigen Schweizer Delegation. Zu dieser gehören zwei weitere Oberländer – Felix Stehli aus Gibswil und Lara Krähemann  (Egg). Beide starten in der U23.

Der etwas andere Parcours

Nach den Schweizermeisterschaften am 10. Januar hatte Kuhn eine kurze Pause eingelegt. Danach besorgte er sich in einigen strengen Trainings den Feinschliff für die WM.

Die letzten Tage vor dem wichtigsten Wettkampf des Winters lässt der 22-Jährige nun ruhig angehen. «Jetzt ist vor allem Warten angesagt.» 

«So etwa bin ich noch nie gefahren. Das ist mal etwas anderes.»

Kevin Kuhn

Auf die Strecke ist er gespannt. Kuhn kennt das Gelände noch nicht, dafür Bruno Diethelm. Der Nationaltrainer sprach nach seiner Besichtigung von einer anspruchsvollen Strecke, die guten Läuferinnen und Läufern entgegenkomme.

Der knapp drei Kilometer lange Parcours führt von einer Pferdebahn über eine eigens für die WM erstellte Brücke an den Sandstrand und zurück. «So etwa bin ich noch nie gefahren», sagt Kuhn. «Das ist mal etwas anderes.»

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