Zurückhaltend zum Saisonhöhepunkt
Das Programm ist gedrängt. Direkt nach dem Weltcup legte Natalie Maag die rund 200 Kilometer von Innsbruck nach Königssee zurück, wo die Weltmeisterschaften stattfinden.
Am Montag stand im Berchtesgadener Land bereits die Bahnbegehung an, tags darauf dann das erste Training.
«Ich kann mich gut aufraffen und neu fokussieren. Das braucht es aber auch.»
Natalie Maag
Mit zum Saisonhöhepunkt nach Deutschland brachte die Wernetshauserin den 20. Rang im Einzelrennen sowie die verpasste Qualifikation für den Sprint. Und einige Fragezeichen.
Bei der vorletzten Weltcup-Station des Winters in Innsbruck gelangen ihr nach eigener Einschätzung zwar zwei saubere Läufe. Die Zeiten – und mit ihnen der Rang – aber waren nicht so gut wie erhofft. Einmal mehr.
Der eine Ausreisser
Die Gesamtelfte der letzten Saison erlebt einen harzigen Winter. Auch wenn man den Umstand miteinbezieht, dass die 23-Jährige die Saison als Zwischenschritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2022 betrachtet. Ihre Arbeit ist entsprechend ausgerichtet.
Auf Maags Zettel stehen hauptsächlich Ränge zwischen 14 und 22. Und ein Ausreisser. Anfang Dezember wurde sie in Winterberg Achte.
«Es ist das einzige gute Ergebnis», blickt die im deutschen A-Kader integrierte Oberländerin den Tatsachen ins Auge. Ihr Fazit: «Ich bin enttäuscht.»
Warum sie nicht regelmässig weiter vorne anzutreffen ist? Maag tut sich schwer, eine plausible Erklärung dafür zu finden. Einen roten Faden durch alle Rennen erkennt sie nicht.
Natürlich unterlaufen ihr Fehler. Aber auch wenn sie wie zuletzt in Innsbruck ohne offensichtlichen Patzer bleibt, stimmt die Zeit danach oftmals nicht ihrem Gefühl überein.
Runterziehen lässt sich die einzige Schweizer Weltcup-Rodlerin von unerfüllten Erwartungen allerdings nicht. Sie sagt: «Ich kann mich gut aufraffen und neu fokussieren. Das braucht es aber auch.»
Das Wissen ist ihr Trumpf
Motivierend ist: Ihre grossen Anstrengungen, sich beim Start zu verbessern, haben sich ausbezahlt. In zwei Läufen stellte sie gar Topten-Zeiten auf – darunter in Königssee.
Gleichwohl resultierte da Maags schwächstes Weltcup-Ergebnis (22.) der Saison. Zufall? Oder hat sie ein Problem mit der WM-Bahn, die praktisch am Ufer des Königsees endet? Im Gegenteil, findet sie. «Ich fahre da sehr gerne.»
Weil sich Maag schwer tut, ihre Form einschätzen zu können, übt sie sich vor der WM in Zurückhaltung. «In die Top 15 zu fahren, wäre sicher schön», sagt Maag über das Einzelrennen.
Dieses steht am Sonntag auf dem Programm. Am Freitag findet der Sprint statt, für den gleichentags in der Qualifikation die 15 Plätze vergeben werden.
«Vielleicht ist ja die eine oder andere Fahrerin nervöser als sonst, weil es eine WM ist», hofft Maag. Und hält daneben einen Trumpf in der Hand. «Ich weiss, dass ich hier schnell sein kann.»
