Eine Reise ins Ungewisse
Es sei eine emotionale Berg-und-Tal-Fahrt gewesen, sagt Simon Meier, Trainer des UHC Uster, über die Stimmungslage seiner Mannschaft in den letzten Monaten. «Grundsätzlich bin ich zufrieden, wie wir das gemeistert haben.»
Eigentlich hätte man auf höchster Stufe zu jedem Zeitpunkt spielen dürfen, da das Bundesamt für Gesundheit die NLA der Frauen und Männer als semiprofessionelle Liga eingestuft hat. Der Verband aber unterbrach die Meisterschaft im Oktober freiwillig.
«Es war nicht die Art der Vorbereitung, die wir uns gewöhnt sind.»
Simon Meier, Trainer UHC Uster
So konnten die NLA-Teams wochenlang lediglich trainieren. Und sich für die Wiederaufnahme der Meisterschaft bereithalten. Morgen Freitag ist es so weit.
Trotz langem Unterbruch fühle es sich nicht wie vor einer neuen Saison an, findet Meier. Er spricht von einem eigenartigen Zustand. «Es ist eine Reise ins Ungewisse.»
Stochern im Nebel
An erster Stelle stehen die Unwägbarkeiten, die die Pandemie mit sich bringt. Ohne Spielverschiebungen dürfte es kaum gehen – trotz Schutzkonzepten und den eingeführten Schnelltests. Das sieht man beim Blick auf laufende Ligen in anderen Sportarten.
Einzelne Corona-Fälle verzeichneten der UHC Uster sowie die Oberländer NLA-Frauenteams Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti und Laupen in der Meisterschaftspause zwar. In Quarantäne aber musste trotzdem keine der Equipen.
Völlig aus dem Tritt geworfen wurde also keines der drei Teams. Wo sie leistungsmässig stehen, können die Verantwortlichen allerdings kaum einschätzen.
«Man weiss nicht, wer in welcher Stärke zurückkommt.»
Simon Meier, Trainer UHC Uster
Uster-Trainer Meier sagt stellvertretend: «Es war nicht die Art der Vorbereitung, die wir uns gewöhnt sind.» Lediglich ein Testspiel absolvierte Uster vor dem Neustart. Und auch über die Gegner sind die Informationen rar. «Man weiss nicht, wer in welcher Stärke zurückkommt.»
Viele NLA-Teams – bei den Männern und Frauen – nutzen zudem die von Swiss Unihockey kurzfristig eingeführten temporären Doppellizenzen, um NLB-Spieler zu verpflichten. Uster holte mit Yanick Altwegg, Ramon Zenger und Ondrej Svatos ein Trio.
Den Modus hat der Verband angepasst. Bis Ende Januar schliessen die Männer ihre Vorrunde ab.
Die Top 6 sind danach für die Playoffs qualifiziert und spielen in der Master Round einmal gegeneinander. Die restlichen sechs Teams marchen in der Challenge Round die letzten zwei Playoff-Plätze aus.
Es hapert an der Effizienz
Das Gerangel um den Einzug in die K.-o.-Phase dürfte gross werden. Einzig die nach fünf Runden sieglosen Teams aus Sarnen und Thun fallen ausser Rang und Traktanden. Die auf Platz 10 liegenden Ustermer haben nach nur einem Sieg und vier Niederlagen einiges an Nachholbedarf.
Meier findet allerdings, die karge Ausbeute widerspiegle die Leistungen schlecht. Man habe in fast allen Partien mehr Chancen als der Gegner gehabt. Die Effizienz liess zu wünschen übrig. «Wir müssen ganz einfach mehr aus unserem Spiel herausholen.»
Lange ist es her: Highlights vom letzten Meisterschaftsspiel des UHC Uster im Oktober. (Quelle: Youtube)
Waldkirch-St. Gallen (8.), Zug (7.), Sarnen (12.) und Thun (11.) heissen Usters erste Gegner der Reihe nach. Es sind allesamt Teams, die entweder in Schlagdistanz liegen oder gegen die man sogar zwingend siegen muss.
Meier bleibt gelassen. Er konzentriert sich nur auf die Auftaktbegegnung und sagt: «Wir wollen einen guten Einstieg schaffen.»
Die Aussicht trügt ein wenig
Das wollen auch die Oberländer NLA-Frauenteams. Aussichtsreich sieht die Lage auf den ersten Blick für Laupen aus. «Wir stehen klar besser da als gedacht», sagt Trainer Yves Kempf.
Zwei Spiele bleiben in der Vorrunde. Verteidigen die Laupnerinnen ihren fünften Platz, stehen sie in der Master Round – also in den Playoffs. Kempf gibt sich dennoch zurückhaltend.
«Nur ein Sieg reicht nicht.»
Yves Kempf, Trainer UHC Laupen
Laupen trifft noch auf zwei Brocken – Emmental (3.) und Kloten-Dietlikon (2.). «Nur ein Sieg reicht nicht», ist der Trainer überzeugt. Seine Zurückhaltung hat auch mit den vielen Verletzten zu tun. Und der dreimonatigen Pause.
In dieser hatte er bisweilen nur die Hälfte des NLA-Kaders im Training und musste mit jungen Förderkaderspielerinnen aufstocken. Mit vier Leihspielerinnen von B-Ligist Appenzell hat man sich in Laupen zumindest etwas Luft verschafft.
Personell nachgelegt haben auch die Floorball Riders. Sie verpflichteten von Waldkirch-St. Gallen Livia Resegatti und Lara Eschbach, die in der NLB-Skorerliste die Plätze 2 und 3 belegen. «Sie wissen, wo das Tor steht», sagt Sportchefin Sarah Altwegg.
Die Riders als offensiv schwächstes NLA-Team können das treffsichere Duo brauchen. Die Pause hat die Equipe laut Altwegg «sehr gut» bewältigt.
Sie ist zuversichtlich, dass der an letzter Stelle liegende Neuling nach Anlaufschwierigkeiten in der Liga angekommen ist. Und den einen oder anderen Rang nach oben klettern kann.
«Wir sind zwar der Aufsteiger. Aber wir können auch punkten.»
Sarah Altwegg, Sportchefin Floorball Riders
Der überraschende Sieg gegen Emmental vom Oktober sei noch präsent. Und hat dem Team einen Schub gegeben, wie Altwegg sagt.
«Er hat gezeigt: Wir sind zwar der Aufsteiger. Aber wir können auch punkten.»
