Gelingt Kevin Kuhn der zweite Streich?
Viel Flexibilität war in der gesamten Vorbereitung gefragt. Nur gerade die Rennen der Leistungssportkategorien konnten am Berchtoldstag in Hittnau aufgrund der Umstände durchgeführt werden. Bei diesen stimmte aber das Drehbuch. «Alle Rennen waren hart umkämpft», zog OK-Präsident Thomas Frei zufrieden eine erste Bilanz.
Der Gibswiler Kevin Kuhn nutzte dabei die Gelegenheit für einen Heimsieg an der EKZ-Crosstour. Doch ausgerechnet beim Triumph auf dem Schlosshügel waren nur Betreuer und die rund 25 Helfer des Veloclubs Hittnau auf dem Gelände zugelassen. «Da bin ich die ganze Saison in Belgien. Und dann dürfen Familie und Freunde nicht kommen», sagte der Oberländer, der von Oktober bis März aufgrund der vielen Rennen in Belgien gleich im Königreich lebt.
155 Fahrerinnen und Fahrer aus 12 Nationen hatten bei der letzten Etappe der EKZ-Crosstour die Strecke unter die Räder genommen. Am Sonntag stehen zwar immerhin fünf Kategorien auf dem SM-Programm, das gesamte Feld ist mit 90 bis 100 Fahrern aber erheblich kleiner.
Zum Kreis der Favoriten zählt dann natürlich erneut Kuhn. Für den U23-Vorjahressieger wäre es der erste Meisterschaftstitel auf Stufe Elite. Als seine härtesten Widersacher gelten Timon Rüegg und Titelverteidiger Lars Forster, die er vor Wochenfrist in Hittnau auf die weiteren Podestplätze verwies. Aussenseiterchancen werden zudem noch Andri Frischknecht und Lukas Flückiger zugeschrieben.
Im Feld der Frauen geht derweil Nicole Koller als klare Favoriten in Rennen. Eine gute Platzierung ist zudem der Eggerin Lara Krähenmann zuzutrauen.
Optimistischer OK-Präsident
Für die Schweizer Meisterschaften will OK-Präsident Frei den Ablauf möglichst beibehalten. Einzig das Wetter könnte ihm wegen des Schneefalls während der Woche noch Zusatzaufwand bereiten. Die Strecke dürfte deshalb noch in andere Spuren umgesteckt werden.
Finanziell kann der VC Hittnau allerdings keinen Nutzen aus dem Sondereffort ziehen. Ohne Zuschauer und Festwirtschaft bleibt dem Veranstalter der beiden Rennen «eine schwarze Null». Dies nicht zuletzt dank den Sponsoren, auf die Frei trotz schwierigen Zeiten zählen kann. «Ich habe nur positives Echo erhalten», freut er sich.
Schlechte Nachrichten gab es dafür bekanntlich von der Crosstour. Nach sieben Jahren verliert sie ihren Hauptsponsor EKZ. Sollten bis Ende März keine Partnerschaften abgeschlossen werden, könnte dies das Ende bedeuten.
Fester Bestandteil davon ist seit Beginn weg auch das Radquer Hittnau. «Es wäre schön, wenn die Crosstour weiter bestehen würde», sagt Frei. Doch wäre mit dem Aus der Rennserie der seit 1983 bestehende Traditionsanlass in Gefahr? Der OK-Präsident verneint. Gerade die Treue der Sponsoren in diesen so unsicheren Zeiten dürfte ihm die Zuversicht geben.
