Kuhns doppelter Triumph
Die Aussage zeigt, wie viel ihm dieser doppelte Erfolg wert ist. Er habe immer davon geträumt, schreibt Kevin Kuhn hinterher auf seinem Instagram-Kanal. Vom Sieg am Schlosshügel in Hittnau. Und dem Triumph in der Gesamtwertung der Crosstour.
Beides hat der Gibswiler nun auf einen Schlag geschafft. Am Berchtoldstag entschied der 22-Jährige das von Meilen nach Hittnau verlegte Final der EKZ-Crosstour zu seinen Gunsten. Mit dem Sieg sicherte sich der bei einem belgischen Team unter Vertrag stehende Querspezialist ebenfalls die Gesamtwertung der Rennserie, deren Zukunft auf der Kippe steht.
Kuhn profitierte dabei auch davon, dass Gesamtleader Vincent Baestaens aufgrund einer Rückenverletzung beim letzten der drei Crosstour-Rennen fehlte. Dem Belgier hätte in Hittnau in jedem Fall ein dritter Rang zum Gesamtsieg gereicht.
Kuhn lieferte sich auf den acht Runden lange mit dem Schweizer Trio Timon Rüegg (2.), Lars Forster (3.) und Loris Rouiller (5.) sowie dem Belgier Lander Loockx (4.) einen intensiven Kampf an der Spitze des Rennens.
Letztlich setzte sich der Tösstaler, der den anspruchsvollen Parcours viermal am schnellsten absolvierte und jeweils bei der Zieldurchfahrt nie schlechter als auf Rang 3 klassiert war, aber zehn Sekunden vor Rüegg durch. Knapp eine halbe Minute Vorsprung holte er auf den drittklassierten Forster heraus.
Die Ruhe behalten
Sein Plan sei gewesen, in der Anfangsphase etwas zurückhaltend zu fahren, sagte Kuhn und sprach von einem sehr offensiv agierenden Lars Forster. Beunruhigen liess sich der U23-Vizeweltmeister durch dessen angriffigen Stil allerdings nicht.
«Es war ein hart umkämpftes Rennen, drum freue ich mich nun sehr, dass es zum heutigen Sieg gereicht hat.»
Kevin Kuhn
«Ich blieb jederzeit zuversichtlich, gewinnen zu können.» Kuhns Selbstvertrauen und seine Abgeklärtheit zahlten sich aus. Der Gewinner war mit der Leistung selbstredend zufrieden.
«Es war ein hart umkämpftes Rennen, drum freue ich mich nun sehr, dass es zum heutigen Sieg gereicht hat.»
Bei den Frauen setzte sich Christine Majerus aus Luxemburg durch. Nicole Koller war auf Rang 5 beste Schweizerin, unmittelbar hinter ihr klassierte sich Lara Krähemann.
Die Eggerin freute sich danach über ihre «guten Beine», während Koller mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden war. Jubeln konnte die 23-Jährige dennoch – über den Gewinn der Gesamtwertung.
155 Fahrerinnen und Fahrer aus zwölf Nationen waren bei den drei Crosstour-Rennen der Kategorien Männer, Frauen und U19 in Hittnau dabei. Zuschauer waren derweil keine zugelassen. Komplett auf Anfeuerungsrufe mussten die Startenden bei ihrem aufopferungsvollen Kampf durch Schnee und Morast aber nicht verzichten – dank den rund 50 Helferinnen und Helfer des VC Hittnau.
Nächsten Sonntag steht der Parcours am Schlosshügel erneut im Rampenlicht des Quersports. Dann finden die Schweizermeisterschaften statt.
Die Zukunft der Crosstour ist ungewiss
Der Schweizer Radquersport hat in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt. Stark dazu beigetragen hat die Crosstour. Wie es mit der Schweizer Radquerserie weitergeht, ist laut den Verantwortlichen allerdings ungewiss. Der langjährige Namensgeber und Hauptsponsor EKZ hat seinen Vertrag nach sieben Jahren nicht mehr verlängert. Dass dies ausgerechnet in der Coronakrise geschieht, von der die Sport- und Veranstaltungsbranche ebenfalls stark betroffen ist, sei «alles andere als optimal», sagt Organisator Christian Rocha.
Die Suche nach neuen Partnern gestaltet sich schwierig. Die Zeit aber drängt. Sollten bis Ende März keine neuen Partnerschaften abgeschlossen werden, dürfte dies das Ende der Rennserie sein. Organisator Rocha gibt sich dennoch zuversichtlich. Er ist überzeugt: «Die Crosstour ist ein spannendes Produkt für Partner und Sponsoren.» (zo)
