Einzig Uster ist unter Zugzwang
Die Aussage mag eine Übertreibung sein, wenn Milan Schmed sagt, man arbeite rund um die Uhr daran. Sie zeigt aber, womit der Präsident und andere Vorstandsmitglieder des UHC Uster momentan vorwiegend beschäftigt sind: Das Loch in der Kasse zu stopfen.
Auf einen sechsstelligen Betrag beziffert Schmed den Einnahmeausfall des NLA-Vereins aufgrund der Pandemie. Das sind im besten Fall 100 000 Franken. «Wir sind enorm betroffen», sagt Schmed.
Stark ins Gewicht fallen die gestrichenen Veranstaltungen – etwa der «Beschti-Buude-Cup», die Satus Trophy und die Uster Games. Aber auch die abgesagten Heimspiele des NLA-Teams machen sich finanziell bemerkbar.
«Es gibt nichts, das wir nicht versuchen.»
Milan Schmed, Präsident UHC Uster
Erst im Januar wird die seit dem 23. Oktober gestoppte Meisterschaft weiterlaufen. Bis dahin fallen für Uster vier Heimspiele aus. Wie viele Einnahmen (Eintritte, Restauration, Sponsoring) dem Verein dadurch entgehen, darüber will Schmed nicht spekulieren.
«Es wäre unseriös, weil die Matcheinnahmen enorm variieren.» Den stärksten Einfluss auf die Zuschauerzahl hat die Paarung. Eine Rolle spielt aber auch der Wochentag, die Jahreszeit und sogar das Wetter.
Duo mit milden Symptomen
Erst dreimal spielte das Team von Trainer Simon Meier heuer im Buchholz – vor durchschnittlich 281 Zuschauer. Auf einen Schnitt von 330 Zuschauern kam Uster in der Qualifikation der letzten regulär zu Ende gespielten Meisterschaft.
Die Zahlen aus der Saison 2018/2019 sind zuletzt in den Fokus gerückt. Sie sind massgebend bei der Berechnung der A-fonds-perdu-Beträge des Bundes, mit denen er professionellen und semiprofessionellen Klubs bis zu zwei Drittel der entgangenen Zuschauereinnahmen vergüten will.
Zu den semiprofessionellen Klubs zählen auch Vereine mit Männer- und Frauenteams in der höchsten Unihockey-Liga. Also der UHC Uster sowie der UHC Laupen und die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti.
Die zwei Vereine, deren Frauenteams in der NLA spielen, haben durch die Pandemie ebenfalls Einnahmeeinbussen zu verzeichnen – allerdings in viel milderer Form als beim UHC Uster.
«Uns geht es gut.»
Vibeke Rasmussen Elmiger, Präsidentin Floorball Riders
Vibeke Rasmussen Elmiger erklärt, Geld fehle vor allem, weil Helfereinsätze nicht möglich waren – etwa durch die Absage des «Rock the Ring» in Hinwil.
Laut der Riders-Präsidentin dürften bis jetzt Einkünfte im knapp fünfstelligen Bereich weggefallen sein. Sie kann sich aber über die Solidarität der Sponsoren freuen. Und hält fest: «Uns geht es gut.»
Marco Mächler sieht auch keinen Grund für Klagen. Man habe vorsichtig budgetiert, sagt Laupens Präsident. Die Corona-Krise werde man «gut verkraften. Wir sind stabil unterwegs.» Einsparungen beim NLA-Team sind kein Thema.
In Uster und bei den Riders bleiben die Budgets der Fanionteams ebenfalls unangetastet. Die Equipe schwelge nicht in Luxus, begründet Rasmussen Elmiger. «Und wir zahlen ja keine Löhne.»
«Wir sind stabil unterwegs.»
Marco Mächler, Präsident UHC Laupen
Ähnlich äussert sich Milan Schmed. Der Uster-Präsident sieht kein Sparpotenzial beim Aushängeschild des Vereins. «Ein NLA-Unihockeyspieler zahlt im Prinzip ja drauf.»
Unihockey ist mit knapp 34 000 Lizenzierten zwar die zweitbeliebteste Schweizer Teamsportart hinter Fussball. Sie ist aber auch im Leistungsbereich erst auf dem Weg zur Teilprofessionalisierung. Im Vergleich zu Fussball oder Eishockey spielt Geld in der NLA – überspitzt gesagt – keine Rolle.
Sparpotenzial ist ausgereizt
Die Spieler und Spielerinnen sind keine Profis – und damit keine Angestellten der Klubs. Letzteres ist beim UHC Uster dafür Trainer Simon Meier. Dazu hat der Verein eine von mehreren Personen (in tiefen Prozentsätzen) betreute Geschäftsstelle.
Ab Januar verfügt er zudem über einen neuen Sponsorenchef. Dieser ist extern finanziert und in einem 40-Prozent-Pensum beschäftigt. Schmed sagt, der Schritt solle mithelfen, mittelfristig das Budget erhöhen zu können.
«Wir gehen sämtliche Wege.»
Milan Schmed, Präsident UHC Uster
Vorerst geht es in Uster allerdings darum, die massiven Einnahmeausfälle abzufedern. Der Präsident ist zuversichtlich, dass das gelingt. Zahlreiche Massnahmen wurden umgesetzt, das Sparpotenzial etwa ist für Schmed ausgereizt. Ein Crowdfunding hat kürzlich rund 12 000 Franken eingebracht.
«Wir gehen sämtliche Wege. Es gibt nichts, das wir nicht versuchen», sagt Schmed. Dazu gehört, Hilfsgelder des Bundes zu beantragen.
Während man in Laupen darüber noch nicht entschieden hat, werden die Floorball Riders und Uster von ihrem Recht Gebrauch machen. Uster-Präsident Schmed hofft auf einige zehntausend Franken Entschädigung. Es wäre ein grosser Schritt auf dem Weg zum Ziel, das Vereinsjahr ausgeglichen abzuschliessen.
