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«Der Sport ist Teil der DNA»

Perrine Del Duca aus Egg ist die jüngste Spielerin des Zurich Inneoin GAA Club. Die 15-Jährige ist von klein auf dem rauen Gaelic Football eng verbunden.

Die Spielerinnen und Spieler des Zurich Inneoin GAA Club beim Hurling., Perrine Del Duca aus Egg.

Foto: PD

«Der Sport ist Teil der DNA»

Es scheint fast so, als hätte sich das Wetter an diesem Samstagnachmittag die Sportart ausgesucht. Kalt und regnerisch ist es am Gaelic Football Turnier – und doch haben sich fast 60 Spielerinnen und Spieler eingefunden. Der Zurich Inneoin GAA Club will damit die Sportarten Gaelic Football und Hurling/Camogie in der Schweiz bekannter machen.

Beide sind nichts für Zartbesaitete. Es geht zur Sache – als einziger Schutz dient ein Helm. Gaelic Football ist eine Mischung aus Fussball, Rugby und Basketball. Im Hurling kommen durch den Schläger noch die Elemente Hockey und Lacrosse dazu.

Perrine Del Duca aus Egg, die Jüngste auf dem Rasen, ist gerade erst 15. Es wirkt allerdings nur auf den ersten Blick überraschend. Del Duca ist in Irland aufgewachsen – wo Gaelic Football der beliebteste Sport überhaupt ist. Bereits im Alter von vier Jahren kam sie mit ihm erstmals in Berührung.

Härte und Respekt

Gaelic Football ist Teil der irischen Seele. Das All-Ireland-Final der Meisterschaft in Dublin lockt über 80 000 Fans ins Stadion. Besonders auch: Selbst die besten irischen Spieler sind reine Amateure. «Der Sport ist Teil der DNA von jedem irischen Kind», sagt Perrines Mutter Sabrina Del Duca, die sich ebenfalls im Zurich Inneoin Club engagiert. Der Verein ist Teil des GAA (Gaelic Athletic Association) – der irische Verband widmet sich sämtlichen gälischen Sportarten.

«Ich empfehle es jedem, einmal im Leben auszuprobieren.»

Sabrina Del Duca aus Egg

Sorgen um ihre Tochter aufgrund der Ruppigkeit des Gaelic Footballs macht sie sich nicht. «Obwohl das Spiel richtig hart, ja manchmal fast brutal ist, herrscht grosse Fairness und Respekt untereinander – auf und neben dem Feld», sagt Del Duca und streicht die Intensität und das Tempo heraus. «Ich empfehle es jedem, einmal im Leben auszuprobieren.» Überhaupt ist dieser Sport mit den verschiedenen Elementen vielfältiger als er auf den ersten Blick erscheint (siehe Box).

Im bereits 2002 von Schweizern gegründeten Zurich Inneoin GAA Club ist sie gleich heimisch geworden. «Auf der ganzen Welt gibt es GAA-Klubs», sagt Del Duca und lacht. Tatsächlich trifft sich im in Zürich-Seebach beheimateten Klub eine bunte Community aus den verschiedensten Nationen.

Trainiert wird zweimal in der Woche geschlechtergemischt, die Wettkämpfe werden getrennt durchgeführt. Etwa drei regionale Anlässe findenim Rahmen des Gaelic Games Europe Verbands pro Sportart im Jahr aus. Die Schweiz zählt zur Zentral-Ost-Region. Zum Ende der Saison kommt es zu einem All-European-Final, mit Vertretern aus allen fünf Regionen.

Viermal europäischer Meister

Und auch die Erfolge lassen sich sehen. Schon viermal wurde der Zurich Inneoin GAA Club in seiner Geschichte europäischer Meister im Hurling. «Derzeit haben wir allerdings etwas mehr Football-Spieler», sagt die im Verein als sogenannter Social Officer tätige Mirella Candreia.

Sie freut sich über die wachsende Popularität. «Dieses Jahr hatten wir Rekordzahlen an den Trainings von bis zu 28 Spielerinnen.» Interessierte kommen meist aus dem Umfeld der Klubmitglieder oder sind in die Region gezogene Iren. «Wir machen auch gelegentlich Aktionen in den Schulen», sagt Candreia.

Ein Amboss als Symbol
Beim vor fast 20 Jahren gegründeten Zurich Inneoin GAA Club wurde zunächst hauptsächlich Hurling gespielt. Später kamen Gaelic Football und auch Camogie (die weibliche Hurling-Version) dazu. Inneoin ist das gälische Wort für Amboss. Dieser soll die Verbindung zwischen den Elementen Stärke und Technik symbolisieren. Beim Hurling versuchen die Spieler mit einem Holzstock in ein h-förmiges Gehäuse zu treffen. Bei einem Treffer in den unteren Teil des Tors gibt es drei Punkte – oberhalb einen. Der Ball darf dabei auch mit der Hand und den Füssen getreten werden – allerdings dürfen nie mehr als vier Schritte mit dem Ball in der Hand gelaufen werden. Beim Gaelic Football sind die Regeln ähnlich. Im Unterschied zu Hurling braucht es aber keinen Schläger und Helm. Gespielt wird nicht mit einem Korkball, sondern mit einem Lederball (ähnlich einem Volleyball). zurichgaa.ch

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