Viel Zeit zum Ausruhen gibt es nicht. Erst am Mittwoch war Kerstin Kündig mit dem Thüringer HC beim 36:28-Erfolg gegen HSG Blomberg-Lippe im Bundesliga-Einsatz. Sieben Tore steuerte die Rückraumspielerin aus Wetzikon zum Heimsieg bei, und war damit die zweitbeste Skorerin überhaupt.
Ein Extralob gab es da gleich von Trainer Herbert Müller, der sie als «spielintelligente Regisseurin» herausstrich. Am Samstag ging für Kündig gleich mit dem Europacup-Hinspiel beim österreichischen Spitzenklub Atzgersdorf aus Wien weiter.
Vor allem zeigt auch der jüngste Auftritt: Die Oberländerin hat sich in der neuen Umgebung bestens eingelebt. Mit dem Thüringer HC steht sie nicht nur nach fünf Runden an der Tabellenspitze (vier Siege, ein Remis). Kündig hat auch gleich viele Einsatzminuten erhalten und erzielte 3,4 Tore im Schnitt pro Spiel. Es ist nicht selbstverständlich – auch als beste Schweizer Handballerin, zu der sie letzte Saison gewählt worden war.
Die nötige Anerkennung
In eine ganz andere Handball-Welt ist Kündig nach sechs Jahren beim Rekordmeister Brühl SG eingetaucht. Aus der Studentin ist ein Profi geworden. Fast täglich wird zweimal trainiert. Die Unterschiede sind frappant – im Training und Match. «Die Spielerinnen sind grösser und kräftiger», sagt sie. Sie hat gerade die ersten Wochen als «aufregend-spannend» erlebt. Ob ihr altes Team in der Bundesliga zumindest mithalten könnte, stellt die 27-Jährige infrage. «Eine gute Startsechs reicht hier nicht für 60 Minuten», sagt sie.

