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Reists Meisterstück mit Ansage

Sie ist sich Siege gewöhnt, der jüngste in Italien aber ist speziell. Nicole Reist schreibt damit Geschichte.

Alle hinter sich gelassen: Nicole Reist hat den Adriatic Cycling Marathon für sich entschieden.

Foto: Urs Nett

Reists Meisterstück mit Ansage

Im Prinzip war es nur eine Frage der Zeit. Quasi eine Sensation mit Ansage. Denn seit Jahren fährt Nicole Reist an der Weltspitze der Männer mit.

2018 belegte die Ultracyclerin aus Weisslingen am Race Across America mit dem Sieg in der Frauenkategorie zugleich den 3. Platz in der Gesamtwertung. Und beim Triumph am Race Around Austria von Mitte August klassierte sie sich im Overall-Ranking auf Rang 5.

«Als leichte Schweizerin mag ich Berge und lange Aufstiege. Fast immer in der Fläche und in Küstennähe mit viel Wind zu fahren ist eigentlich nicht meine Stärke.»

Nicole Reist

Am Adriatic Cycling Marathon in Italien ist Reist jetzt erstmals nicht nur in der Frauenkategorie ihrer Gegnerschaft entrückt, sondern auch allen Männern davongefahren.

Als erste Frau in der Ultracycling-Geschichte feierte sie einen Overall-Sieg.

Logisch freut sich die 36-Jährige über ihren Coup. «Ich bin sehr glücklich», sagt sie. Und spricht davon, alles herausgeholt zu haben. 

Ausserhalb ihres Reviers  

43 Stunden und 54 Minuten braucht die Oberländerin für die mit 7000 Höhenmeter gespickte, 1200 km lange Herausforderung. Dann hat sie die von Francavilla al Mare an der italienischen Ostküste ausgehende, um den Stiefelabsatz und zurückführende Strecke bewältigt.

Das Besondere an ihrer Leistung: Das Rennen findet nicht auf ihrem bevorzugten Terrain statt. Reists Spitzname «Berggeiss» weist auf ihre wahre Liebe hin.

«Als leichte Schweizerin mag ich Berge und lange Aufstiege. Fast immer in der Fläche und in Küstennähe mit viel Wind zu fahren ist eigentlich nicht meine Stärke.»

Die Strecke am Adriatic Cycling Marathon ist Reist also zu flach. Dazu kommen die Hitze, der schlechte Zustand der Strassen und ein Schreckmoment in der ersten Nacht des Rennens.

Reist stürzt heftig. Die vierfache Weltmeisterin übersieht bei einer Querung verwachsene Bahngleise. Es schlägt ihr die Hände vom Lenker, sie fliegt in die Leitplanke.

Zu ihrem Glück kommt sie mit leichten Verletzungen davon. Und kann nach kurzer Zeit weiterfahren.

Die Form des Lebens nützen

Den Entscheid, das Nonstopp-Rennen in Italien zu bestreiten, hat Reist kurzfristig gefällt. Weil sie einen versöhnlichen Abschluss der Saison anstrebte.

Einiges ist 2020 nicht nach dem Gusto der ehrgeizigen Ausdauerathletin verlaufen. Ihr ursprünglicher Plan ist, bei der dritten Teilnahme am Race Across America im Gesamtklassement ganz vorne mitzufahren. Doch das Rennen wird abgesagt.

Daraufhin will Reist zwei Ultra-Rennen mit nur einer Nacht Pause dazwischen koppeln. Sie beendet den Versuch nach ihrem bereits vierten Triumph in Österreich aber und lässt das Nonstopp-Rennen in Frankreich aus Sicherheitsgründen sausen.

 

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Hallo zusammen, heute melde ich mich mal aus den Bergen. Das Fahrrad ist zur Sicherheit im Hotelzimmer 😉 Die aktive Erholung besteht zur Zeit aber aus wandern – auch da habe ich Ausdauer… Lieber wäre ich in Frankreich. Die Enttäuschung über den Saisonverlauf ist immer noch sehr gross und der Verarbeitungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. 33% Körper – 33% Kopf – 33% Team DAS Alles war vorhanden, doch das 1% Glück welches immer nötig ist, solche Ziele zu erreichen, war in dieser speziellen Saison nicht auf meiner Seite. Der Entscheid vom Team, das Rennen in Frankreich nicht zu fahren – war richtig und stelle ich nicht in Frage, dennoch schmerzt es. Die positiven Aspekte prägen die Aufarbeitung ebenso. So konnte ich nach dem Entscheid das RAF nicht zu fahren, die Handbremse lösen und die zweite Hälfte vom RAA alles aus mir herausholen. Dabei spürte ich vor allem den großen Fortschritt, welchen ich in der Fläche verbuchen darf und das stimmt mich sehr zuversichtlich auf die langen Geraden in Kansas…. Ich bedanke mich bei allen Sponsoren für die treue Unterstützung und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit Danke auch allen Fans an der Strecke und alle Nachrichten die mir vorgelesen und abgespielt wurden – ihr habt mir viele Kilometer erleichtert. Auch nochmals einen herzlichen Dank meinem Team – welches zu 100% hinter mir steht und mir diesen Erfolg am RAA überhaupt erst ermöglicht hat – ihr seid großartig. Nach einem Wanderurlaub liegt mein Fokus bereits auf der Saison 2021 – Auf geht´s Lieben Gruß Nicole #beatrixarlitzer #ortho_plus_zuerich #roecklsports #veloladehittnau #cervelocycles #owayo #arktis_biopharma #soglioprodukte #underpressuresox #veloladehittnau #autoduenkiag #suddenrush_guarana #stegerag #textschaft #rosiircom #ubm_bauingeniere #beatrixarlitzer_arlitzermental #wsaofficeproject #cooldown #raceacrossamerica #raceacrossfrance #racearoundaustria #einfachMachen #taeglichgruesstdieberggeiss

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Sie sei in der Verfassung ihres Lebens gewesen und habe wegen unglücklichen äusseren Umständen mitten im Projekt abbrechen müssen, sagt Reist.

«So entstand die Idee, meine gute Form am Adriatic Marathon nochmals zu nutzen.» Besser hätte die Umsetzung nicht klappen können.

Pulver verzichtet auf WM
Die Wetziker Ultracyclerin Isabelle Pulver verzichtet darauf, Anfang Oktober an der 24-Stunden-WM in Borrego Springs (USA) teilzunehmen. Die Einreise wäre aus ihrer Sicht mit grossen Hindernissen verbunden. Zudem lassen pandemiebedingte Änderungen keine optimale Leistung im Rennen zu.
Die in Ittigen BE lebende Sportlerin plant bereits die nächste Saison, in der sie mehrere 24-Stunden-Events bestreiten will. Diese sind als Vorbereitung auf die 24-Stunden-WM 2021 vorgesehen, die erneut in Borrego Springs stattfindet. (zo)

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