Wer nicht spurt, wird rausgeschmissen
Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der aktuellen Corona-Richtlinien auf 800 limitiert. Dreimal so viel hatten bei der Jubiläumsausgabe im letzten Jahr teilgenommen. Es war zugleich eine Rekordmarke.
Hadern wollen die Verantwortlichen des Uster Triathlons deshalb aber nicht. «Wir sind froh, ein Zeichen setzen zu können. Um zu zeigen, dass es möglich ist, einen Event von dieser Grössenordnung auszutragen», sagt Mario Schierok, der stellvertretende Rennleiter.
Andere Veranstalter haben da kapituliert. Der Ironman 70.3 Switzerland in Rapperswil-Jona beispielsweise wurde zunächst vom Juni ebenfalls auf dieses Wochenende verlegt – und dann doch ganz abgesagt. Ausschlaggebend für die Verantwortlichen war die vom Bund verhängte 1000er-Grenze bis Ende September.
Der Uster Triathlon hätte eigentlich Mitte Juli zum 31. Mal stattfinden sollen. Nun findet er am Sonntag mit angepasstem Programm und strengen Richtlinien statt. Mitteldistanz-Rennen, Stand-up-Paddel-Race und Seeüberquerung mussten gestrichen werden. Zuschauer sind gar nicht erst zugelassen.
«Socialpatrol» kontrolliert
Gestartet wird in sämtlichen Kategorien im Einzelstart-Modus mit Abständen von fünf Sekunden. Auf dem ganzen Gelände gilt strikte Maskenpflicht – für die Athleten unmittelbar bis zum Sprung ins Wasser, in den Wechselzonen und nach dem Zieleinlauf.
Die Veranstalter setzen zur Kontrolle extra eine «Socialpatrol» (Schierok) ein. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, wird disqualifiziert und vom Gelände verwiesen. Vor zwei Wochen konnten die Organisatoren des Uster Triathlons das Schutzkonzept bei der Challenge Davos bereits ein erstes Mal anwenden. «Wir haben dafür Lob erhalten», sagt Schierok.
Doch lohnt sich für einen Sportveranstalter überhaupt der ganze Aufwand? Laut Schierok ist es zumindest dank der Unterstützung von Swiss Triathlon kein Verlustgeschäft. Der Verband deckt hierbei die entstandenen Zusatzkosten für die besonderen Sicherheitsauflagen. Möglich ist ihm dies wiederum aufgrund der Hilfe vom Bund.
Mit Olympiasiegerin Spirig
Und auch wenn das Starterfeld aufgrund der Umstände für einmal deutlich kleiner ist: Die Qualität hat dadurch nicht gelitten. Im Gegenteil. So nimmt mit Nicola Spirig ein grosser Name beim Rennen über die olympische Distanz teil. Die Weltklasse-Triathletin hatte in Uster schon 1997 (damals als 15-Jährige) und 2011 gewonnen. Und Olympiasiegerin Spirig ist gut drauf. Erst Ende August holte sie sich, nur sechs Wochen nach einem Trainingssturz mit Ellbogenverletzung, den Schweizer-Meister-Titel im Duathlon.
Bei den Männern startet mit Ruedi Wild aus Samstagern – dem Vizeweltmeister über die Langdistanz (2018) – zumindest ein Top-Athlet. Offen ist derweil, ob mit Ronnie Schildknecht noch ein weiterer Profi ins Rennen geht. Der Start des Sihltalers ist wegen einer Verletzung fraglich.
Die ambitionierten Hobby-Triathleten aus den verschiedenen Altersklassen haben in Uster damit nicht nur endlich wieder eine Startmöglichkeit. Sie können sich auch direkt mit Spirig oder Wild messen.
