Eine mentale Übungssache für Uster
Sie waren auf Kurs. Und vier der fünf letzten Partien der Abstiegsrunde hätten die Erstliga-Handballer des TV Uster zu Hause austragen können. Doch dann kam Corona und der Saisonabbruch. «Wir waren gut drauf», bedauert Trainer Walter Flessati.
Über sieben Monate ist dies her. Und für die Ustermer hält das Warten auf den nächsten Auftritt im Buchholz an. Die ersten vier Meisterschaftspartien müssen sie allesamt auswärts bestreiten. Die Heimspielpremiere folgt erst Anfang Oktober. Für Flessati ist klar. «Das wird eine mentale Übungssache.»
Vor einem Jahr tat sich der TVU nach einem personellen Umbruch gerade in der Startphase der Meisterschaft noch schwer. Die ersten drei Partien gingen verloren. Die mögliche Qualifikation zur Finalrunde war so nie ein realistisches Thema. Allerdings auch, weil sich nur noch die beiden Gruppenbesten, statt wie bisher die Hälfte aller acht Teams, dafür qualifizierten.
Ein eher schmales Kader
Vor der neuen Saison wünscht sich Flessati nun von seinem Team «attraktiven, schnellen Handball». Als mögliche Marke definiert er einen Platz im vorderen Tabellenfeld. Die Voraussetzungen dazu scheinen gegeben. Die nachgezogenen Nachwuchskräfte aus der U19 konnten sich an den raueren Erstliga-Handball gewöhnen.
Und im Kader der Ustermer gab es weniger Veränderungen. Neu dabei sind Peter Lipovsky (zuletzt Einsiedeln) und Oliver Widmer (Unterstrass). Gerade Zweiterer ist laut Flessati als Linkshänder am rechten Flügel «eine tolle Ergänzung».
Mit Torhüter Rakesh Sherpa, Marius Kindler und Samir Ayari zogen sich drei Stammkräfte ins zweite Team zurück, die aber zumindest wegen des eher schmalen Kaders bei Bedarf zur Verfügung stehen. Viele Ausfälle kann sich der TVU nicht leisten, nur schon da sich mit Chris Güntensperger einer der hoffnungsvollen Jungen unlängst eine Kreuzbandverletzung zuzog – und nun die ganze Saison ausfällt.
Die Doppelfunktion los
Verloren hat Flessati ausserdem seinen Assistenten Stephan Nelius. Dieser betreute neben seinem Job in Uster bisher die U-19-Elite von Horgen/Wädenswil. Nun stieg er bei der Spielgemeinschaft zum Cheftrainer des Erstliga-Teams auf – und wird so zum Gegner des TVU.
Für Flessati kein Problem. Im Gegenteil: Nachdem ihn Lars Mathiassen im Juni als Präsident beerbte, ist er seine Doppelfunktion im Verein los. «Ich freue mich, noch fokussierter arbeiten zu können», sagt Flessati, der im Januar 2019 wieder den Cheftrainer-Posten übernahm.
Der Coach hat in den letzten Wochen einen guten Eindruck gewonnen. So bei einem Vorbereitungsturnier mit NLB- und Erstliga-Teams, oder aber bei den ersten Ernstkämpfen im Schweizer Cup gegen die Unterklassigen Wahlen/Laufen (25:24) und Zurzibiet (27:20).
Mit Pratteln wartet am Samstag gleich ein echter Prüfstein. Die Baselbieter qualifizierten sich in der letzten Saison als Gruppenzweiter für die Finalrunde und starteten vor Wochenfrist mit einem Sieg in die Meisterschaft.
