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Das NLA-Duell der Lokalrivalen

Mit dem Aufstieg der Floorball Riders hat der UHC Laupen in der NLA regionale Konkurrenz erhalten. Zum Auftakt steht gleich das Derby an.

Schwesterduell: 2018 spielten Livia Altwegg (links) und die heutige Riders-Sportchefin Sara Altwegg noch gegeneinander.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Das NLA-Duell der Lokalrivalen

Apéro und Vorspeise werden ausgelassen, aus Oberländer Sicht beginnt die Unihockey-Meisterschaft in der NLA der Frauen gleich mit dem Hauptgang. Zum Auftakt steht das Derby zwischen dem UHC Laupen und den Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti auf dem Programm.

Eigentlich hätten die in ihr drittes Jahr auf höchster Stufe steigenden Laup­nerinnen am Wochenende in der ersten Runde Mendrisiotto empfangen. So sah es jedenfalls der Spielplan-Entwurf vor. Doch die Tessinerinnen zogen sich einige Wochen nach dem Meisterschaftsabbruch aus der NLA ­zurück. Ihren Platz erbten die ­Riders – es war ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für den NLB-Qualifikationssieger.

Die Wachablösung kam 2018

Lange Zeit hatten die Riders im Oberländer Frauenunihockey den Ton angegeben, gehörten zur Stammbesetzung der höchsten Liga, ehe sie 2015 abstiegen. Der Aufstieg der Laupnerinnen im Frühjahr 2018 manifestierte die Wachablösung. Sie räumten damals in den Playoff-Halbfinals auf ihrem Weg nach oben die Riders zur Seite.

Obwohl danach in verschiedenen Ligen daheim, kam es zu weiteren Derbys – beide Male im Cup-Achtelfinal. 2018 gewannen die Floorball Riders 5:2, im Vorjahr setzte sich Laupen mit demselben Resultat durch. Nun hat das Duo wieder dieselbe sportliche Heimat – das Duell um die Nummer 1 im Oberland ist neu lanciert.

Die Ausgangslage

Laupen: Eigentlich würden die  Laupnerinnen nach zwei Playoff-Qualifikationen die Lücke zu den Topteams gerne kleiner machen. Doch dafür scheint nicht der richtige Moment zu sein. Den Substanzverlust durch die Abgänge von Andrea Wildermuth und Gentiana Behluli – sie steuerten über 40 Skorerpunkte bei – hat man nicht wettmachen können.

Lange, verletzungsbedingte Ausfälle von Leistungsträgerinnen wie Alena Holst, Sina und Yara Hofmann wiegen zudem schwer. Dem Team dürfte es an der Breite fehlen, um die Absenzen der «Lebensversicherungen», wie Yves Kempf sie nennt, vergessen zu lassen.

«Es fühlt sich momentan so an, als würden wir als Aufsteiger in die Saison steigen.»
Laupen-Trainer Yves Kempf

«Uns fallen auf einen Schlag rund 70 Punkte weg», rechnet der Trainer vor. Er sagt darum: «Wir haben Qualität, aber es muss jeweils alles passen. Es fühlt sich momentan so an, als würden wir als Aufsteiger in die Saison steigen. Jedes Spiel ist ein Cup-Spiel.»

Klar ist: Die neu verpflichtete Stürmerin Hanka Lackova hat sehr viel Last zu schultern. Die frühere tschechische ­Internationale spielte zuletzt allerdings lediglich noch aus Spass Kleinfeld-Unihockey.

«Von uns erwartet man nichts.»
Riders-Sportchefin Sarah Altwegg

Floorball Riders: Der Aufsteiger packt die Saison unverkrampft an. «Von uns erwartet man nichts. Wir können mutig aufspielen und schauen, was möglich ist», gibt Sarah Altwegg die Richtung vor.

Die Sportchefin hatte das Kader eigentlich für die  NLB zusammengestellt. Jetzt muss es sich auf höchster Stufe beweisen. Kopfschmerzen hat Altwegg deswegen keine. «Ich traue ihm die NLA zu.» Der Kern der Equipe hat sich nicht ver­ändert. Verzichten müssen die ­Riders allerdings auf ihre beste Skorerin (Jenni Timonen) sowie die beste Torschützin (Aiski Laaksonen). Die Finninnen kehrten aus privaten Gründen in ihre Heimat zurück.

«Natürlich wäre ihr Verbleib die beste Option gewesen. Ihr Abgang eröffnet aber die Möglichkeit für andere Spielerinnen», sagt Sarah Altwegg. Zwei polyvalent einsetzbare Tschechinnen hat sie verpflichtet. Anna Bachrata stösst aus der höchsten tschechischen Liga zu den Oberländerinnen. Sie wird wohl Angewöhnungszeit brauchen. Diese fällt bei Petra Mandatova weg. Die Stürmerin spielte zuletzt zwei Jahre lang in der NLB bei Basel.    

Das Ziel

Laupen: Forsche Töne sind Trainer Kempf keine zu entlocken. Er schwärmt von der Teamchemie, kündigt an, man werde sich zerreissen. Die Situation lässt ihn aber Zurückhaltung üben. Der Ligaerhalt steht für ihn an oberster Stelle. «Am liebsten, indem wir die Playoffs schaffen.»

Floorball Riders: Der Liganeuling packt die Herausforderung mit Respekt, aber ohne Hemmungen an. Man glaubt an seine Quali­täten. Entsprechend klar ist die Ansage von Sportchefin Altwegg: «Wir wollen in die Playoffs.»

Der Trainer

Laupen: Wie lange Yves Kempf an der Bande des Fanionteams steht? Der bald 39-Jährige versucht die Jahre zu zählen, gibt aber Forfait und muss darüber lachen. Es ist ihm aber auch nicht wichtig. Beeindruckend ist es dennoch: Kempf war schon in der Saison 2010/11 an Bord – in der 2. Liga.

Floorball Riders: Beim Aufsteiger hat mit Florian Fauser ein neuer Mann übernommen. Er ersetzt den zu den Kloten-Dietlikon Jets weitergezogenen Ursin Spescha. Für Fauser ist die Chefrolle auf höchster Stufe zwar Neuland. Der 31-Jährige gehörte aber die letzten eineinhalb Jahre dem Riders-­Staff als Assistent an. Zuvor stand der frühere NLA-Stürmer von Chur Unihockey bei Rümlang-Regensdorf sowie bei den Nesslau Sharks hinter der Bande.

Der Blick zum Lokalrivalen

Laupen: «Sportlich ist die Rückkehr der Riders schlecht für uns», sagt Kempf ehrlich. Klar, es gebe wieder Derbys. Das sei positiv. Doch im Kampf um Verstärkungen haben die Laupnerinnen nun wieder Konkurrenz vor der Haustüre. Und zwar solche, mit der man finanziell nicht mithalten könne, ist Kempf überzeugt.

Floorball Riders: «Wir schauen grundsätzlich auf uns und nicht darauf, was man in Laupen macht», sagt Altwegg, deren Schwester Livia beim Lokalrivalen spielt. «Aber als Nachbarn kennt man sich natürlich.» Die Derbys seien immer hitzig, sagt die Sportchefin. Und schiebt dem UHC Laupen für das erste Auf­einandertreffen gleich die Favoritenrolle zu: «Sie sind ja schon länger in der NLA.»

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