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Nur bei der Nummer 2 dabei

Lediglich drei Teams aus der Region spielen in einer der sechs wichtigsten Mannschaftssportarten auf höchster Stufe. Alle in derselben Sportart.

Interkantonales Duell: Der Ustermer Nicola Heierli (rechts) im Zweikampf mit GC-Spieler Moritz Mock., Die Laupner Frauen (Tamara Fritschi, links) steigen im September in ihre dritte NLA-Saison., Neu jubeln auch die Floorball Riders in der höchsten Liga über ihre Tore.

Archivfoto: Christian Merz

Nur bei der Nummer 2 dabei

Anfang Mai erhielt die kleine Gruppe unerwartet Zuwachs. Der NLA-Rückzug der SU Mendri­siotto entpuppte sich für die Floorball Riders einige Wochen nach dem Meisterschaftsabbruch als Glücksfall. Sie dürfen die Tessinerinnen in der NLA ersetzen.

Somit spielen nächste Saison neu drei Oberländer Teams in einer der sechs wichtigsten Schweizer Mannschaftssportarten in der höchsten Liga. Der UHC Uster, die Laupner Frauen sowie die Floorball Riders sind allesamt Unihockeyteams.

Die Sportart hat sich mit rund 34 000 Lizenzierten zur Nummer 2 hinter Platzhirsch Fussball aufgeschwungen und lässt Volleyball, Eishockey, Handball sowie Basketball hinter sich. 

Aus regionaler Sicht ist es erfreulich, gehört wieder ein Trio zum Kreis der besten Schweizer Mannschaften. Betrachtet man die letzten zehn Jahre, wird mit dieser Zahl der Bestwert egalisiert. Zwischendurch musste der UHC Uster das Fähnlein allein hochhalten.

Was im betrachteten Zeitraum ebenfalls auffällt: Seit die Handballerinnen vom TV ­Uster 2014 ihren Platz in der obersten Liga verloren, sind Vereine aus der Region nur noch im Unihockey in der NLA vertreten. 

In der NLB sieht das Bild nicht besser aus. Auch da waren im selben Zeitraum pro Saison nie mehr als drei Teams aus dem Oberland vertreten. Immerhin aber in drei Sportarten – Basketball, Unihockey und Volleyball.

Neu gibt es allerdings keinen NLB-Vertreter aus der Region mehr in den sechs Sportarten mit den meisten Lizenzierten. Die Männer des VBC Wetzikon zogen sich freiwillig zurück, die Floorball Riders schafften wie erwähnt den Sprung nach oben. 

Das Rampenlicht ist nahe

Zum Saisonauftakt am 12. September kommt es in der Frauen-­NLA zum Derby zwischen Laupen und den Riders. Es ist ein ­Novum.

Erstmals überhaupt duel­lieren sich zwei Oberländer Equipen in einer der wichtigsten nationalen Mannschaftssportarten auf höchstem Niveau.

Dass es im Unihockey geschieht, ist kaum Zufall. Teams aus Randregionen oder kleinen Ortschaften spielen hier seit je wichtige Rollen. Und in der noch jungen Sportart kann man trotz fortschreitender Professionalisierung weiterhin innert kurzer Zeit ins Rampenlicht vorstossen.

Der geringeren Leistungsdichte wegen ist dies bei den Frauen einfacher. Aus lediglich 63 Teams bestehen die vier Grossfeld-Ligen. Was mit einer talentierten, entwicklungsfähigen Equipe und einer seriösen Herangehensweise möglich ist, haben die Frauen des UHC Laupen gezeigt.

Erst vor fünf Jahren gelang es den Laupnerinnen, in der dritthöchsten Spielklasse an die Spitze vorzustossen. Danach ging es im Eilzugtempo vorwärts.

2017 kletterten sie in die NLB, ein Jahr darauf die nächste Stufe hinauf. Mittlerweile hat sich Laupen im NLA-Mittelfeld eta­bliert.

Das Erfolgsrezept ist unspektakulär. Kontinuität beim Trainer, der seit Beginn des Höhenflugs Yves Kempf heisst. ­Viele Spielerinnen stammen aus dem eigenen Nachwuchs. 

Der Laupner Aufschwung kam trotz strukturellen Nachteilen – etwa der peripheren Lage – und ohne den Einsatz von grossen finanziellen Mitteln zustande.

Ausländische Verstärkungen sind zwar im Unihockey längst an der Tagesordnung. Profis gibt es dennoch keine. Das minimiert die Gefahr, finanzielle Abenteuer einzugehen.

Auch beim UHC Laupen stehen Ausländerinnen unter Vertrag. Die Schwedin Hanna Strömberg kam aber nicht wegen des Unihockeys in die Schweiz, die Tschechin Hanka Lackova ist hier seit Langem heimisch. 

Der einsame Titelgewinn

Seit einem Jahrzehnt ist das Oberland auf der nationalen Unihockey-Landkarte nun ständig präsent. Riesig sind die Spuren trotzdem nicht.

Der UHC Uster verzeichnete zwölf gescheiterte Versuche, ehe ihm 2018 erstmalig der Playoff-Einzug gelang. Eine Playoff-Serie gewann aus dem aktuellen NLA-Trio aber ­immer noch keiner, von einem Titelgewinn ganz zu schweigen. 

Letzteres schaffte in den vergangenen 40 Jahren sowieso nur ein Oberländer Team. 1996 trium­phierten die Basketballerinnen des BC KZO Wetzikon im Schweizer Cup. 

Der Cupsieg 1996 war der Höhepunkt der Wetziker Basketballerinnen. (Quelle: youtube)

In den späten 1990er Jahren war der Verein mit den Frauen und Männern in der NLA vertreten, ehe man nur wenige Saisons später in der Versenkung verschwunden war.

Greifensee sorgte danach im Basketball noch für Lichtblicke. 2012 war aber nach vier Jahren endgültig Schluss in der NLB. Kürzlich zogen die Greifenseerinnen ihr Team aus personellen Gründen sogar aus der 1. Liga ­zurück. Das Oberland wird so quasi zur Basketball-Wüste.

Keine Träume, kein Geld

So dramatisch sieht es im Fussball und im Eishockey in der Region nicht aus. Ein Durchmarsch eines Teams, wie ihn Laupen bewerkstelligte, ist in den zwei publikumsträchtigsten Sportarten aber über Jahre hinaus von niemandem zu erwarten.

Die zumindest theoretisch dafür in­frage kommenden Eishockeyklubs aus der Region hegen keine Nationalliga-Träume. Obwohl der EHC Dübendorf und der EHC Wetzikon beide in den 1980er Jahren in der NLB waren.

Sie sehen sich jetzt im Amateurbereich am richtigen Ort. Der EHCD gehört zu den Topteams in der MSL und ­arbeitet mit den ZSC Lions zusammen, die Wetziker sind in der 1. Liga erfolgreich. 

Im Fussball heisst die regio­nale Nummer 1 derzeit FC Rüti. Seit 2014 spielt er in der 2. Liga interregional, also in der fünfthöchsten Spielklasse der Schweiz.

Schon da ist eine gewisse finanzielle Potenz nötig, um konkurrenzfähig zu sein. Die Philosophie der Rütner, auf eigene Spieler zu setzen statt externe Leistungsträger anzulocken, schmälert daher die sportlichen Chancen.

Mit Geld allein ist der Erfolg im Fussball zwar nicht zu erzwingen. Ohne aber ist es schwierig, nur schon in die höchste Amateurliga vorzustossen – oder gar noch weiter nach oben. 

«Es war die Zeit des Baubooms, in der von Unternehmern viel Geld reingesteckt wurde. Das war nicht gut.»

Walter Remy, FC Brüttisellen

Der FC Brüttisellen muss dar­um um seine Ausnahmestellung nicht zittern. Er ist der letzte Fussballklub aus der Region, der ein Gastspiel auf nationaler ­Bühne gab.

Das fast nur aus Amateuren bestehende Team stieg 1989 in die NLB auf. Und postwendend wieder ab. 1991 erzwang man mit Profis und In­vestitionen die Rückkehr in die zweithöchste Liga.

«Es war die Zeit des Baubooms, in der von Unternehmern viel Geld reingesteckt wurde. Das war nicht gut. Und nach dem zweiten Abstieg waren all diese Sponsoren weg», erinnerte sich Walter Remy später.

Er ist noch immer im Verein – 27 Jahre nach dem NLB-Aus der Brüttiseller. Klar ist: Zu einem Comeback kommt es nie mehr. 

Uster hat neben dem Goldhamster weitere heisse Eisen im Feuer

Uster, Uster und nochmals Uster: Die drittgrösste Stadt des ­Kantons ist in zahlreichen ­Einzelsportarten Spitze, in denen es Teamwertungen gibt. Im Schwimmen etwa. Da führt kein Weg am SC Uster Wallisellen vorbei.

Bei den letzten Vereinsmeisterschaften der NLA Ende März 2019 sicherte sich der erfolgsverwöhnte Klub bei den Frauen und Männern die Goldmedaille. Mehrere Profitrainer, optimale Trainingsmöglichkeiten im Hallenbad Buchholz, eine engagierte Vereinsführung und immer neue Talente sind einige der Faktoren, die dafür sorgen, dass der SCUW im Schweizer Schwimmsport seit langer Zeit eine dominante ­Rolle einnimmt.

Die Zahlen in der NLA sprechen für sich. Seit der Umstellung auf den heute verwendeten Modus im Jahr 1981 hat der SC Uster Wallisellen an den Vereinsmeisterschaften 37 Gold-, 11 Silber- und 12 Bronzemedaillen gewonnen. Bereits zwölfmal ­feierte er wie 2019 einen doppelten Meistertitel. Und in den letzten elf Jahren konnte sich immer mindestens eines der zwei ­Ustermer Teams als Titelträger feiern lassen. 

Sechsmal Meister in Serie 

Seriensieger wie die Schwimmer sind die nur unweit vom Hal­lenbad beheimateten Ustermer Squasher zwar nicht, die mit der Squash-Arena ebenfalls über eine Top-Infrastruktur verfügen. Bemerkenswerte Geschichten schreiben sie aber ebenfalls.

In den vergangenen zehn Saisons hatte der Squash Club Uster in der Nationalliga A immer ein Frauen- und ein Männerteam. Oftmals dasselbe Kontingent zusätzlich auch in der zweithöchsten Spielklasse. Die Ustermer Frauen eroberten sich in den letzten fünf Jahren zweimal den NLA-Thron. In der kommenden Spielzeit stellen sie in der seit Jahren um ihre Zukunft ringenden höchsten Liga zwei Frauenteams, um nach ­einer Änderung des Reglements weiterhin all ihre starken Spielerinnen einsetzen zu können. 

In zwei weiteren traditionellen Sportarten spielen Teams aus Ustermer Vereinen prominente Rollen – im Judo und im Tischtennis. Der Judo Club Uster verfügt mit Fabienne Kocher und Nils Stump nicht nur über ein­zelne herausragende Kämpfer, er stellte in der jüngeren Vergangenheit in der NLA bei den ­Frauen und Männern auch ­starke Teams, die jeweils in die Final Four vorstiessen.

Derweil gehört das Frauenteam des Tischtennisclubs Uster – mit einem kurzen Unterbruch – quasi zur Stammbesetzung in der NLA. In der erfolgreichsten Phase zwischen 1979 und 1985 gewannen die ­Ustermerinnen gleich sechs Meistertitel am Stück. Ihren bisher letzten Triumph feierten sie in der Saison 1987/1988. (ome) 

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