Hoffen bis zum nächsten Dämpfer
Auch die Verschiebung von Anfang Juli auf Ende August nützte nichts. Letztlich mussten die EM-Organisatoren im estnischen Tartu aufgrund der sich wieder verschärfenden Corona-Situation kapitulieren. «Die Enttäuschung ist natürlich riesig. Selbst wenn die Absage nicht ganz überraschend kam», sagt Alissa König .
Während in anderen Sportarten alles bis ins nächste Jahr verschoben wurde, gab es für die Triathletinnen durch die Neuansetzungen wiederholt Hoffnung. «Daran hält man sich fest – bis zum nächsten Dämpfer», sagt die Dürntnerin.
Und die Wettkampfmöglichkeiten sind weiter rar geblieben. König startete nach der Zwangspause zunächst trainingshalber in Wetzikon an einem der ersten Leichtathletik-Meetings, um «irgendwo wieder eine Linie zu sehen.» Die ersten Triathlons lief sie im Juli als Standortbestimmung im tschechischen Racice sowie in Wallsee (AUT).
Die letzten Rettungsanker
Doch gibt es überhaupt noch echte Eckdaten in dieser Saison nach den vielen Absagen? Tatsächlich ist für den 13. September ein Weltcup in Karlsbad (CZE) angesetzt, an dem König teilnehmen will. Eine Woche vorher trifft sich die internationale Triathlon-Elite bereits «unter kontrollierten Bedingungen» in Hamburg. Zuschauer sind keine zugelassen.
Auch die 24-Jährige reist zum Rennen im Stadtpark und wird dort in der Team-Staffel zum Einsatz kommen. Im Einzel-Profirennen über die Sprintdistanz ist sie auf der Warteliste, hofft aber noch ins Feld reinrutschen zu können.
Anschliessend wird König vergleichsweise früh eine Trainingspause einlegen und ihren Blick bereits auf die kommende Saison richten. Besonders eingeschränkt fühlte sie sich aber selbst während des Lockdown nie. Nur der Fokus auf die Wettkämpfe habe gefehlt, sagt sie.
«Es war einzig mehr Spontanität im Alltag nötig . »
Alissa König aus Dürnten
Dafür durfte König , sogar als alle Bäder geschlossen waren, in ihrer Heimatgemeinde das Schulschwimmbecken für sich nutzen. Motivationsprobleme bekundete sie deshalb nie. «Es war einzig mehr Spontanität im Alltag nötig», sagt sie.
Wie König zählte auch die Hinwilerin Jasmin Weber zum Schweizer Elite-Aufgebot für die Europameisterschaft. Die 22-Jährige tritt nun dafür am Wochenende bei der Challenge Davos über die Mitteldistanz an.
Aufgrund der Wettkampflänge ist es für sie ein eher ungewohntes Rennen. Im Gegensatz zu König hat Weber bereits seit Oktober 2019 keinen Triathlon mehr bestritten. Unlängst lief sie zumindest am Abendmeeting in Regensdorf zu Trainingszwecken über die 5000-m-Distanz.
Unkonventionelle Lösung
Für die Oberländerin waren die letzten Monate nicht immer einfach. Erneut kämpfte sie mit Problemen in der Oberschenkelmuskulatur, sodass sie kaum Lauftraining bestreiten konnte.
Hilfe brachte schliesslich der Besuch bei einem Naturheilpraktiker. Dieser eruierte den Darm als Ursache, auch für die wiederkehrenden Erkältungen, die immer wieder die Trainingsqualität belasteten. Die Hinwilerin konnte so dafür die Zeit nutzen, um dies zu therapieren. Das wäre in einer normalen Wettkampfsaison kaum möglich gewesen.
Weber tritt ebenso noch beim erwähnten Weltcup in Tschechien an, ehe zum Saisonende ein Grand Prix in Frankreich terminiert ist. Ende Oktober rückt sie in die Spitzensport-RS nach Magglingen ein.
Es ist für sie eine schöne Abwechslung im Kreis der verschiedenen Sportler, nach Monaten des Hoffens und Bangens auf den nächsten Start.
