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Kein Erstliga-Basketball mehr in Greifensee

Die Frauen von Greifensee Basket ziehen sich aus personellen Gründen freiwillig in die 2. Liga zurück. Dort wollen sie nicht nur vermehrt den eigenen Nachwuchs einbauen – auch sonst sind Verstärkungen dringend nötig.

Bei den Frauen von Greifensee Basket kommt selbst beim Anfertigen des Teamfotos der Spass nicht zu kurz. , Die neue Präsidentin von Greifensee Basket: Gabriella Carnevale., Einschwören vor dem Training: Die Frauen von Greifensee Basket., Mit einem grösseren Kader könnte auch das Training variabler gestaltet werden.

Foto: PD

Kein Erstliga-Basketball mehr in Greifensee

Eigentlich spielte der Saisonabbruch den Erstliga-Frauen von Greifensee Basket in die Karten. Wie in den meisten Teamsportarten wurde die Meisterschaft aufgrund der Coronavirus-Krise im Verlauf des Frühjahrs mit dem selben Ergebnis beendet: Es gibt weder Meister, Aufsteiger noch Absteiger.

Greifensee war nach 16 der 20 Qualifikationspartien in der 1. Liga regional auf einem Relegationsrang klassiert.

«Der Klassenerhalt wäre rein mathematisch noch möglich gewesen», sagt die langjährige Spielerin Gabriella Carnevale, die erst letzte Woche an der Generalversammlung als Nachfolgerin von Claudia Moritzi zur neuen Präsidentin gewählt wurde. 

Die Greifenseerinnen wollten am Ende allerdings nicht von der aussergewöhnlichen Corona-Situation profitieren. Im Gegenteil: Der Verein stellte beim Verband ProBasket einen Antrag, inskünftig nur noch auf Stufe 2. Liga auflaufen zu wollen.

Damit wird der 2002 aus dem polysportiven Greifenseer Sportclub entstandene Verein inskünftig auf einem so tiefen Niveau spielen wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Vier Jahre in der NLB

Noch 2008 war den Basketballerinnen mit Trainer Ulrich Krättli der Aufstieg in die Nationalliga B gelungen. Während vier Saisons hielten sie sich in der Folge auf zweithöchster nationaler Stufe, ehe der Klub freiwillig auf seinen Platz verzichtete.

Ausschlaggebend beim Entscheid war damals eine Mischung aus personellen, finanziellen und sportlichen Gründen.

Mit Patricia Nitzsche, Ioanna Thanou-Lüber, Petra Gunde, Barbara Gränz-Theiler und Sonja Angehrn sind noch immer vier Spielerinnen dabei, welche die Zeit in der NLB miterlebten. Dieses Quartett allein konnte aber nicht verhindern, dass sich die Greifenseerinnen nun ebenso aus personellen Gründen aus der 1. Liga zurückziehen.

«Wir sind auf der dringenden Suche nach Spielerinnen, die uns in der nächsten Saison unterstützen wollen», sagt Carnevale. 

Die Greifenseerinen haben deshalb auch ihre Aktivitäten im Bereich der Sozialen Medien verstärkt. Durch Erwin Caccavale konnte für diesen Bereich sogar ein neues Vorstandsmitglied dazu gewonnen werden.

Mehr Möglichkeiten im Training

Carnevale wünscht sich ein grösseres Kader nur schon für den Trainingsalltag – um dort mehr Match-Situationen kreieren zu können und das Defensivverhalten zu üben. In der Meisterschaft fehlten zudem öfters die Alternativen auf der Ersatzbank, sodass im Verlauf der Partien auch die Kräfte der einzelnen Spielerinnen nachliessen.

«Ideal wäre ein Kader von 12 Personen.»
Gabriella Carnevale, Präsidentin Greifensee Basket

«Ideal wäre ein Kader von 12 Personen», sagt Carnevale. Es würde auch Trainer Christoph Heer mehr Handlungsspielraum geben. Er betreut die Greifenseer Frauen seit November 2018 und bleibt dem Team in der 2. Liga erhalten.

Es ist eine altbekannte Tatsache, dass sich der Basketball-Sport in der Deutschschweiz äusserst schwer tut. Daran ändert auch nichts, dass es mit dem BC Winterthur seit 2015 zumindest wieder einen Frauenverein in der NLA gibt. Denn selbst die zwei seither errungenen Cuperfolge wurden in der allgemeinen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Stabile Mitgliederzahlen

Bei Greifensee sind zumindest seit geraumer Zeit die Zahlen stabil. Über 100 aktive Mitglieder hat der Verein. Die unmittelbare Konkurrenz kommt vor allem direkt aus Zürich und stadtnahen Gemeinden wie Kloten, Opfikon und Regensdorf.

Im Oberland sind weitere Adressen allerdings rar. Einzig in Rüti und Wetzikon ist eine gewisse Basketball-Tradition vorhanden. Als negatives Beispiel steht derweil Uster demgegenüber – die immerhin drittgrösste Stadt des Kantons. Einen Basketball-Verein sucht man dort aber vergeblich.

Auch Carnevale wundert sich darüber. «Ich bin selbst aus Uster. Und viele unserer Spielerinnen kommen aus Uster, Mönchaltorf oder Egg», sagt sie. 

Bald wieder ein Männerteam?

Der sportliche Rückzug der Greifenseer ist aber auch ein bewusster Entscheid für die nachrückenden Juniorinnen. «In der 1. Liga hätten sie kaum Einsatzchancen. Ohne eine gewisse Erfahrung ist es schwer, dort zu bestehen», ist für Carnevale klar.

Die frisch gewählte Präsidentin beobachtet mit Zuversicht die Entwicklung im eigenen Nachwuchs. Insgesamt sechs Teams stellt der Verein derzeit geschlechterübergreifend auf den Stufen U11 bis U20. 

Damit scheint auch die Basis vorhanden, alsbald wieder bei den Männern eine 4.-Liga-Equipe anmelden zu können. Diese haben derzeit im Aktivbereich bei Greifensee nur die Möglichkeit, entweder in der Mixed- oder Plausch-Mannschaft mitzutun.
www.greifenseebasket.ch

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