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Volle Startfelder beim ersten Saisonhöhepunkt

Am Freitag geht im Buchholz die SM 10 000 m und Steeple über die Bühne. Das Interesse an den Startplätzen war aussergewöhnlich gross.

LCU-Läufer Tadesse Abraham (Mitte) dürfte in Uster im Kampf um die Goldmedaille ein gewichtiges Wort mitreden., Mission Titelverteidigung: Eric Rüttimann setzte sich 2019 über 10000 m durch. , Die Wetzikerin Fabienne Schlumpf hat sich vom Steeple verabschiedet und startet an der SM über 10000 m., Die Schweizer Athletinnen und Athleten sind froh, endlich wieder Wettkämpfe bestreiten zu können.

Archivfoto: Christian Merz

Volle Startfelder beim ersten Saisonhöhepunkt

Sieben Frauen, elf Männer. So viele Startende zählte man 2017, als auf dem Ustermer Buchholz letztmals die nationalen Medaillen über 10 000 m verteilt wurden.

Am Freitag findet die SM im Rahmen des Laufsportabends Uster Running wieder im Buchholz statt – zum bereits siebten Mal seit 2010. Und der veranstaltende LC Uster hat allen Grund, sich auf den Anlass zu freuen.

Es sind die ersten nationalen Meisterschaften, die nach dem Ende des Lockdown stattfinden. Und OK-Präsident Marco Eggs kann über die Startfelder zufrieden sagen: «Wir sind voll.» 

«Die Herausforderung danach war, innerhalb von vier Wochen alles auf die Beine zu stellen.»

Marco Eggs, OK-Chef

Für die zwei SM-Rennen über 10 000 m gingen mehr als 70 Anmeldungen ein. Das führte dazu, dass man die langsameren Männer nun mit den Elite-Frauen auf die Strecke schickt. Auch die Zahlen bei den 800-Meter-Rennen (34 Männer, 37 Frauen) zeigen das grosse Bedürfnis der Athletinnen und Athleten, sich endlich wieder im Wettkampf messen zu können.

«Die brennen darauf», sagt Eggs. Sogar die Steeple-Wettkämpfe, in denen ebenfalls SM-Medaillen verteilt werden, können allesamt durchgeführt werden. Mangels Anmeldungen war dies in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Der rege Zuspruch im Steeple lasse ihn staunen, sagt der OK-Chef. «Das sind rechte Felder.» 

Verschoben, um Sinn zu machen

Die Verantwortlichen des Ustermer Laufsportabends haben eine intensive Zeit hinter sich – nach einer langen Phase der Ungewissheit. Am 28. Mai erst und nach der vom Bundesrat verkündeten Lockerungsschritte entschieden sie: Wir führen das Meeting durch. Eggs sagt: «Die Herausforderung danach war, innerhalb von vier Wochen alles auf die Beine zu stellen.»

Zupass kommen dem LCU nun, dass ab sofort Veranstaltungen nicht nur mit 300 Personen, sondern mit bis zu 1000 Personen wieder erlaubt sind. Neben den rund 200 Athletinnen und Athleten sowie den etwa 50 Helfern hätte man ansonsten zu vielen der angemeldeten Betreuer (rund 80) absagen müssen, sagt Eggs.

Eigentlich wären die Titelkämpfe eine Woche früher angesetzt gewesen. Doch diese hätten – ohne Vorbereitungsrennen – für die Läuferinnen und Läufer kaum Sinn gemacht.

Nun aber und dank der Koordination mit den Veranstaltern der innert kürzester Zeit organisierten Meetings in Wetzikon und Meilen folgt für sie in ­Uster ein erster Saisonhöhepunkt – mit zumindest zwei Aufbauwettkämpfen in den Beinen. 

Neuauflage im Klubduell

Nicht nur über grosse Startfelder darf man beim LCU derweil stolz sein. Man kann auch von spannenden Rennen ausgehen. Aus nationaler Sicht ist «alles, was Rang und Namen hat», gemeldet, wie Eggs sagt.

Der besonderen Umstände wegen starten heuer zudem mehrere starke ausländische Läuferinnen und Läufer im Buchholz. Bei den Männern führt der mehrfache deutsche Meister Simon Boch mit seiner Zeit von 28:31 Minuten die Meldeliste an. Der Österreicher Andreas Vojta, der 2012 an den Olympischen Spielen in London teilnahm, liegt nur unwesentlich (28:33 Minuten) hinter ihm. Eggs sagt: «Das verspricht ein schnelles Rennen.» 

Der OK-Chef hofft selbstverständlich darauf, dass auch zwei Athleten des LC Uster für Musik sorgen werden – Tadesse Abraham und Eric Rüttimann. Am vergangenen Wochenende duellierten sich die zwei Klubkollegen in Meilen über 3000 m. Rüttimann behielt das bessere Ende für sich.

Zufrieden war er danach gleichwohl nicht. Der Titelverteidiger über 10 000 m kündigte aber an, in Uster Gas geben zu wollen. Letzteres wird auch das Ziel von Abraham sein, dem besten Schweizer Langstreckenläufer. Der seit Langem in der Westschweiz lebende Sportler fühlt sich seinem Klub weiterhin verbunden.

Für ihn sind die Auftritte im Buchholz darum auch nach zahlreichen internationalen Erfolgen noch immer etwas Besonderes. Nur wenige Tage nach seiner Einbürgerung gewann der gebürtige Eritreer 2014 einst seinen ersten SM-Titel im Buchholz. 

Zwei Jahre vorher feierte in Uster auch Fabienne Schlumpf – im Steeple gewann sie damals ihren zweiten nationalen Elite-Titel. Die Steeple-Vize-Europameisterin von 2018 hat sich mittlerweile allerdings von der Hindernisdisziplin verabschiedet. Sie konzen­triert sich jetzt auf den Langstreckenlauf.

Am Freitag tritt die Wetzikerin im Buchholz über 10 000 m an. Schlumpf winkt dabei die Chance, eine Lücke zu schliessen. Eine SM-Medaille in dieser Disziplin fehlt der vielseitigen Läuferin noch im Palmarès. 

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