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Isabelle Pulver setzt neue Schwerpunkte

Diese Saison startet Isabelle Pulver ausschliesslich an 24-Stunden-Rennen. Einen Teil ihrer Vorbereitung hat sie an einem ungewöhnlichen Ort absolviert.

Zwischendurch ist eine kleine Pause nötig: Isabelle Pulver sitzt im Training stundenlang auf dem Velo.

Foto: Michael Schär

Isabelle Pulver setzt neue Schwerpunkte

Etwas mehr als drei Wochen ist es her, seit Isabelle Pulver nach ihrem freiwilligen Verzicht erstmals wieder ein längeres Training in der freien Natur absolviert hat. Und damit dahin zurückkehrte, wo sie sich auf dem Velo noch immer am wohlsten fühlt – auf der Strasse.

Draussen war die Ultracyclerin mit ihrem Rennrad zwar auch schon vor Anfang Mai, allerdings nur auf dem eigenen Balkon. Ganz bewusst, um nicht durch einen Velounfall das in jenen Wochen stark beanspruchte Gesundheitswesen zusätzlich zu belasten. 

Immer wenn es das Wetter zuliess, verzichtete die in Ittigen lebende Wetzikerin auf den Gang in ihren Trainingsraum, wo die Einheiten aus ihrer Sicht jeweils sehr effizient waren, und baute stattdessen ihre Rolle ausserhalb der Wohnung auf dem Balkon auf.

Da habe sie sich jeweils gut gefühlt, sagt sie, «da das Training an der frischen Luft war». Und spulte dann stundenlang Kilometer für Kilometer ab. 

Im exklusiven Zirkel

An grosse Umfänge ist sich die Ausdauersportlerin gewöhnt. Pulver hat zahlreiche Nonstop-­Rennen über grosse Distanzen bestritten. 2015 gewann sie gar das härteste Nonstop-Radrennen der Welt – das Race Across America. Pulver gehört damit einem weltweit exklusiven Zirkel an und ist neben der Weisslingerin Nicole Reist und Trix Zgraggen die einzige Schweizerin, die diesen Kraftakt realisierte. 

Die Eckdaten des Race Across America sind imposant. Auf dem Weg von der Ost- zur Westküste der USA sind innerhalb einer Zeitlimite 4800 km und 50 000 Höhenmeter zu meistern. Das schafft niemand, der nicht in der Lage ist, körperliche und mentale Extrembelastungen auszuhalten. Vier Jahre nach ihrem Sieg beendete Pulver das prestigeträchtige Rennen erneut – als Dritte bei den Solofahrerinnen.  

«Ich fokussiere mich voll auf die beiden Rennen in Dänemark und den USA.»
Isabelle Pulver

Mitte Juni stand eigentlich die nächste Auflage des seit 1982 ausgetragenen Ultracycling-­Klassikers auf dem Programm. Die Veranstaltung aber fiel wie so viele andere dem Coronavirus zum Opfer. Pulver hat diese Saison sportlich aber sowieso andere Pläne.

Sie nahm sich vor, an drei internationalen 24-Stunden-Events zu starten. Alle finden auf flachen Rundkursen statt. Den Auftakt hätte das Slo24ultra in Slowenien machen sollen, gefolgt vom in Dänemark stattfindenden Rad Helnaes 24. Der Saisonhöhepunkt soll dann im Oktober die 24-Stunden-Zeitfahr-WM in den USA sein. 

Nur noch ein Duo im Blickfeld

Pulvers ursprünglicher Plan aber ist schon überholt – die Veranstaltung in Slowenien kann nicht stattfinden. Die Oberländerin versteht die Entscheidung der Verantwortlichen. Sie nimmt die Absage gelassen. Und verzichtet darauf, sich anstelle des geplatzten Wettkampfs in Slowenien einen Ersatz zu suchen.

Die 49-Jährige sagt: «Ich werde einige längere Trainings in Wettkampfform allein absolvieren. Ich fokussiere mich voll auf die beiden Rennen in Dänemark und den USA.»

Ihre grundsätzliche Neuausrichtung bei den Wettkampf-Formaten hat zu einigen Änderungen im Trainingsalltag geführt. Isabelle Pulver legt nun andere Schwerpunkte. Sie setzt auf kürzere Einheiten, absolviert mehr Intervall- und Krafttraining. In ihrer Vorbereitung auf die zwei 24-Stunden-Anlässe überlässt sie derweil nichts dem Zufall.

Unlängst absolvierte sie im Bernbiet einen zwölfstündigen Trainingsblock auf einer rund 25 km langen Runde. Pulvers Schwerpunkt dabei: das Austesten der optimalen Ernährung. 

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