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Plötzlich zurück im erlauchten Kreis

Die Floorball Riders haben ihr Ziel einige Wochen nach dem Abbruch der Saison doch noch erreicht - auf ungewöhnlichem Weg.

Katja Timmel (links) spielt mit den Riders nächste Saison eine Liga weiter oben.

Archivfoto: Christian Merz

Plötzlich zurück im erlauchten Kreis

Erst die Freude über den Qualifikationssieg in der NLB. Danach der Frust über den Meisterschaftsabbruch, der ihnen die Chance nahm, auf sportlichem Weg aufzusteigen.

Gefolgt von der geplatzten Hoffnung, mittels ausserordentlicher Nationalliga-Konferenz und einer Ligaaufstockung in die höchste Frauenspielklasse zu gelangen. Und schliesslich am Dienstag das überraschende Happy End.

«Wir wagen den Schritt.»
Sarah Altwegg, Sportchefin Floorball Riders

Die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti haben innerhalb von wenigen Wochen alle Gefühlswelten mindestens einmal durchschritten.

Plötzlich aber sind die Oberländerinnen doch noch an ihrem Ziel angelangt. Nach ihrem Abstieg aus der höchsten Liga im Jahr 2015 kehren sie in die NLA zurück.      

Ein Ende mit Ansage

In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse überschlagen. Am Wochenende vermeldete Mendrisiotto, sein Frauenteam aus der NLA zurückzuziehen. Dieses hätte für die Zukunft mit dem UHC Lugano zusammenspannen wollen.

Bis am 30. April hatten die Luganesi nach einer zweimonatigen Fristerstreckung Zeit gehabt, dem Verband zu melden, ob sie das Team übernehmen oder nicht. Doch der UHC Lugano sah sich schliesslich dazu nicht in der Lage.

Das Aus von Mendrisiotto kommt allerdings nicht überraschend. Schon im Januar hatte man spekuliert, dass der Aufsteiger die Saison nicht zu Ende spielen würde.  

«Wir wollen zeigen, dass wir den Platz sportlich verdienen.»
Sarah Altwegg, Sportchefin Floorball Riders

Das Kapitel Frauen-Spitzenunihockey im Tessin ist mit dem Rückzug vorerst geschlossen. Dieses Ende öffnete den Floorball Riders dafür die Türe in die Beletage.

Am Montag bot der Verband ihnen den freien Platz an, erzählt Sportchefin Sarah Altwegg. Der Vorstand habe danach beschlossen, die Aufstiegsmöglichkeit wahrzunehmen.

«Wir wagen den Schritt», sagt Altwegg. Man werde die Aufgabe mit Respekt anpacken. Aber ohne Angst. «Es wird eine spannende Sache. Wir wollen zeigen, dass wir den Platz sportlich verdienen.»

Für die Oberländerinnen rücken derweil die Nesslau Sharks in die zweithöchste Liga nach.

Die Knacknuss

Wie schwer es ins Gewicht fallen wird, dass die Floorball Riders eigentlich für die NLB geplant haben, ist schwierig einzuschätzen. Mendrisiotto war in der NLA überfordert. Lediglich zwei Siege in 18 Meisterschaftspartien und eine Tordifferenz von minus 134 sprechen eine deutliche Sprache.

Um die Riders muss man sich derweil wohl kaum Sorgen machen. Sie stellen auf zweithöchster Stufe seit Jahren ein Spitzenteam. Nur einmal in den vergangenen vier Saisons standen die Riders nicht im NLB-Final.

Und der Grossteil des zuletzt erfolgreichen Teams bleibt zusammen. Auch Routiniers wie Fabienne Thoma, Katja Timmel oder Malgorzata Jablonowska, die allesamt NLA-Erfahrung aufweisen, stehen weiterhin im Kader.

Sportchefin Altwegg sagt gleichwohl, etwas mehr Routine würde der jungen Equipe gut tun. Jetzt aber noch starke Schweizerinnen verpflichten zu können, dürfte zur Knacknuss werden. Noch offen sind zudem die Positionen der Ausländerinnen.   

Zum Start winkt ein Derby

Durch den Aufstieg der Floorball Riders sind neu zwei der zehn NLA-Teams aus dem Zürcher Oberland. Ein witziges Detail: Der in seine dritte Saison in der höchsten Liga steigende UHC Laupen hätte im Herbst zum Auftakt Mendrisiotto empfangen.

Das Aus der Tessinerinnen dürfte zwar eine Überarbeitung des Spielplans zur Folge haben. Die Chance aber ist gross, dass es in der ersten Meisterschaftsrunde gleich zu einem Oberländer Duell kommen wird.

 

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