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Tschechische Hilfe und eine offene Frage

Die Veränderungen im Laupner Frauenteam sind überschaubar. Eine wichtige Entscheidung steht aber noch aus.

Bleibt sie beim UHC Laupen oder verlässt sie den Oberländer Klub? Die Zukunft von Gentiana Behluli (links) ist offen.

Archivfoto: Christian Merz

Tschechische Hilfe und eine offene Frage

Zwei NLA-Saison haben die Frauen des UHC Laupen mittlerweile im Gepäck. Zweimal erreichten sie souverän die Playoffs. Im Aufstiegsjahr betrug ihr Puffer auf den Trennstrich zwölf Punkte, zuletzt waren es gar 19. Beide Male schlossen die Oberländerinnen die Qualifikation auf Rang 7 ab. 

Ihre dritte Spielzeit in der höchsten Liga können die Laupnerinnen mit einem im Vergleich zur Vorsaison in grossen Teilen identischen Kader angehen. Der Verein vermeldete die Vertragsverlängerungen von zwei Torhüterinnen sowie 15 Feldspielerinnen. Dazu gehören auch Topskorerin Vanessa Kapp sowie die beste Torschützin Yara Hofmann.

Der Laupner Kern bleibt also intakt. Das dürfte die Chance erhöhen, einen weiteren Schritt in der Entwicklung machen zu können. Den Top vier allenfalls etwas näherzukommen. Daneben integriert man die drei U21-Spielerinnen Seraina Brunner, Anouk Jonker und Corinna Bluzet. 

Ein Abgang, der weh tut

Die Oberländerinnen haben allerdings auch einige Abgänge zu verzeichnen. Ihren Rücktritt gaben Melanie Knecht, Katarina Lindenmeyer und Romina Widmer. Sie sind allesamt 29 oder älter – das heisst, Laupen geht etwas Routine und auch defensive Qualität verloren.

Besonders schmerzhaft ist dazu der Abgang von Andrea Wildermuth, der Nummer zwei in der internen Skorerliste. Mit ihrem Abschied verliert das Team eine der wichtigsten Stützen. «Ihr Abgang tut weh, das ist kein Geheimnis», sagt Trainer Yves Kempf. «Ihre fehlenden Punkte müssen wir nun neu verteilen.» 

Die aus dem eigenen Nachwuchs stammende Wildermuth verlässt das Oberland aus privaten Gründen. Die 21-jährige Angreiferin studiert zukünftig in Magglingen. Ihre Karriere setzt sie bei den Wizards Bern Burgdorf fort – einem Laupner Konkurrenten.

Und dem Oberländer Klub droht ein weiterer schmerzlicher Verlust. U19-Nationalspielerin Gentiana Behluli hat bei anderen Klubs Begehrlichkeiten geweckt, Gerüchten zufolge etwa beim siebenfachen Meister Piranha Chur.

Ausgerechnet, möchte man sagen. Gegen die Bündnerinnen hat Laupen auf höchster Stufe noch nie gewonnen. Zweimal hintereinander schied man gegen sie in den Playoff-Viertelfinals aus.

Nicht ob, sondern wann

Die 18-jährige Behluli weist rund anderthalb Jahre Erfahrung in der höchsten Liga auf, hat für Laupen in der NLA bisher 28 Spiele bestritten. Ihr Talent ist unbestritten. Für Kempf ist die Frage nicht, ob die Stürmerin irgendwann den Sprung zu einem Spitzenklub schafft, «sondern nur wann».

Der Trainer hofft, dass die junge Spielerin dennoch eine weitere Saison beim UHC Laupen verbringt. Um möglichst viel Verantwortung zu schultern. Das dürfte hinsichtlich einer längerfristigen Karriereplanung kaum falsch sein.

Noch hat Behluli offiziell keine Entscheidung gefällt. Den letzten offenen Platz im Kader lässt man in Laupen deshalb vorerst für sie frei. Kempf sagt: «Ist sie weg, stehen wir qualitativ etwa am selben Ort wie in der letzten Saison. Bleibt sie, sind wir eine Spur besser.» 

Zurück aus dem Ruhestand

Die Einschätzung des Trainers hat auch mit dem interessanten Zuzug zu tun, der dem Dorfverein geglückt ist. Er konnte Hanka Lackova verpflichten. Die 32-Jährige kehrt nach einer Saison, in der sie lediglich aus Spass Kleinfeld-Unihockey gespielt hatte, auf die national grösstmögliche Bühne zurück. 

Die frühere tschechische Internationale spielte sechs Saisons in der NLA, darunter zwei bei Piranha Chur. Bis zu ihrem zwischenzeitlichen Rücktritt war Lackova danach bei Rümlang-Regensdorf in der zweithöchsten Liga engagiert. Im Unterländer Team harmonierte sie dabei sehr gut mit Laupens aktueller Topskorerin Vanessa Kapp. In ihrer letzten kompletten NLB-Saison 2017/18 gelangen Lackova durchschnittlich mehr als zwei Punkte pro Spiel. 

«Ihre Erfahrung kann Gold wert sein.»

Laupen-Trainer Yves Kempf über Neuzuzug Hanka Lackova

Wunder erwartet Kempf vom wichtigsten Transfer der Oberländerinnen zwar keine. Und die im Aargau wohnende Stürmerin wird berufsbedingt auch nicht jedes Training und jede Partie absolvieren können.

Eine klare Verstärkung dürfte sie gleichwohl sein. «Sie hat internationale Klasse und wird uns sicher helfen», sagt Kempf. Er ist überzeugt: «Ihre Erfahrung kann Gold wert sein.» 

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