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Die «Übergangssaison» gut gemeistert

Erstligist Uster musste zwar erneut die Abstiegsrunde bestreiten. Dennoch verlief die Meisterschaft nach einer Verjüngung im Kader weitgehend sorgenfrei.

Usters Peter Balsiger war von seinen Gegnern oft nicht zu stoppen., Ein grosser Rückhalt: Usters Goalie Fabrizio Steiner vereitelte viele Chancen.

Archivfoto: Christian Merz

Die «Übergangssaison» gut gemeistert

Zurück auf Feld eins. Den Erstliga-Handballern des TV Uster geht es nach dem Corona-Shutdown wie vielen anderen Teams aus Hallensportarten. Ihre Meisterschaft wird nicht gewertet. Es gibt keinen Meister, keine Aufsteiger und auch keine sportlichen Absteiger.

Im Falle des TVU waren in der Abstiegsrunde noch vier Partien ausstehend. Ernsthafte Sorgen um eine mögliche Relegation musste er sich aber sowieso nicht machen. Als Tabellendritter der Gruppe 2 waren die Ustermer auf Kurs. Es ist alles andere als selbstverständlich.

Nach einem enttäuschenden Jahr, inklusive vorzeitigem Trainerwechsel, war es zu einem Umbruch gekommen.

Der Erstligist hatte durch die Abgänge von Florian Schlumpf, Tobias und Marco Häberli sowie des früheren litauischen Nationalspielers Vaidas Klimciauskas erheblich an Routine und Qualität verloren.

Der Holperstart

Ersetzt wurden die Leistungsträger fast ausschliesslich durch eigene Kräfte aus dem Nachwuchs. Dazu kommt: Nils Hofland, einer der vielversprechendsten Jungen, spielte wegen einem Kreuzbandriss keine einzige Minute. Und Andreas Hirzel, die einzige externe Neuverpflichtung, fiel schon früh verletzungsbedingt aus.

Immerhin kehrte Gulliver Stocker bereits im Spätherbst vom Partnerklub Stäfa temporär zurück.

Präsident und Trainer Walter Flessati sprach deshalb nicht von ungefähr im Vorfeld von «einer Übergangssaison». Und nicht zuletzt auch aufgrund einer Änderung am Modus: Statt wie bisher vier Teams schafften es nur noch die beiden Gruppenbesten in die Finalrunde.

Für den TVU war es unter den neuen Begebenheiten keine realistische Marke. Prompt tat er sich insbesondere in der Startphase äusserst schwer, in der gleich fünf von sieben Partien allesamt verloren gingen. «Es hat etwas länger gedauert», sagt Rolf Schärer, Leiter Technik beim TVU.

Nebst der Verjüngung spielte dabei auch die veränderte Führungskultur unter Flessati eine Rolle, wie Schärer betont, ohne in Details gehen zu wollen. «Doch ab November drückte sich die Entwicklung auch in den Resultaten aus», sagt er.

Das Führungsquartett

Einen entscheidenden Anteil daran hatte ein bewährtes Quartett, das durch den Neuaufbau eine noch wichtigere Rolle im Ustermer Gefüge einnahm. Da sind einerseits Torhüter Fabrizio Steiner (Schärer: «Er zeigte eine sensationelle Saison») und Spielmacher Gianluca Staub.

Und in der Offensive war mehr denn je auf Kenny Tan (124 Tore) und Peter Balsiger (110) Verlass, die sich sogar zu den erfolgreichsten Skorern in der 1. Liga mauserten.

«Pesche machte gewaltige Fortschritte in Sachen Effizienz», sagt Schärer. Derweil ist bei Tan vor allem die überragende Bilanz vom Siebenmeterpunkt augenfällig. Die Hälfte seiner Treffer erzielte der Flügelspieler nämlich mittels Penalty.

«Wir haben genügend Schultern»

Rolf Schärer, Leiter Technik beim TV Uster

Von einer gewissen Abhängigkeit in der Offensive will Schärer dennoch nichts wissen. «Wir haben genügend Schultern», sagt er und nennt exemplarisch die Position am Kreis. «Da haben wir je nach Situation gleich drei verschiedene gute Waffen.»

Trotzdem: In Uster dürfte weiterhin die Konsolidierung im Vordergrund stehen. Das Gros der vielen nachgezogenen Jungen braucht noch erheblich Zeit, um das Niveau für die Stammsechs zu erreichen. Und das noch vor zwei Jahren formulierte Ziel, mittelfristig in die Nationalliga B zurückzukehren, bleibt unter diesen Umständen bis auf Weiteres auch in diesem Status.

Dafür sollte es auf die kommende Saison weitaus weniger Mutationen im Kader geben. Laut Rolf Schärer bleiben nämlich sämtliche Leistungsträger dem TVU erhalten.

Flessati bleibt Trainer

Und Kontinuität gibt es auch auf dem Trainerposten, den weiterhin die einstige Interimslösung Flessati einnehmen wird. «Er hat Freude am Team gewonnen», sagt Schärer. Dennoch soll die «grundsätzliche Belastung» von Flessati reduziert werden.

Das heisst aber auch: Eigentlich ist der TV Uster im selben Teufelskreis wie vor einigen Jahren. Schon einmal hatte Flessati nämlich während vier Saisons bis 2013 die erste Mannschaft betreut, ehe er das zuvor verwaiste Amt des Präsidenten übernahm.

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