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Darum ist die Enttäuschung besonders gross

Die Floorball Riders sind auf gutem Weg gewesen, es zurück in die Frauen-NLA zu schaffen. Nun müssen die Oberländerinnen eine weitere Saison in der NLB planen – unter erschwerten Bedingungen.

Bleibt sie? Die Zukunft von Aino-Maija Laaksonen bei den Riders ist offen.

Archivfoto: Christian Merz

Darum ist die Enttäuschung besonders gross

Die Konstanz ist eindrücklich. Fünfmal hintereinander haben die Floorball Riders in der Frauen-NLB den Playoff-Final erreicht. Viermal in Serie mussten sich die Oberländerinnen in diesem aber geschlagen geben.

Auf besonders bittere Art im Frühjahr 2019, als sie in der Verlängerung des entscheidenden Spiels dem späteren NLA-Aufsteiger Mendrisiotto unterlagen. Genau an den Ort, wohin sich die Tessinerinnen danach verabschiedeten, wollen die Riders seit langem hin. In die höchste Liga. Zurück in die NLA, aus der sie 2015 abgestiegen sind.

«Ich bin überzeugt: Dieses Jahr hätten wir es gepackt.» 

Sarah Altwegg, Sportchefin Floorball Riders

Doch der jüngste Anlauf ist ebenfalls gescheitert. Wenn auch nicht auf sportlichem Weg, da die Riders die Finalserie gegen Appenzell gar nicht mehr in Angriff nehmen konnten. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde die Meisterschaft am 13. März abgebrochen.

Swiss Unihockey entschied danach, dass in allen Ligen und Kategorien mit Auf- und Abstiegsspielen die Saison ohne Auf- und Absteiger abgeschlossen wird. «Das gilt es zu akzeptieren. Es ist eine neue Situation für alle. Und die Gesundheit geht vor», sagt Riders-Sportchefin Sarah Altwegg.

Die Zeichen standen auf Aufstieg

Das abrupte Ende aller Aufstiegshoffnungen hat bei den Riders tiefe Spuren der Enttäuschung hinterlassen, wie Altwegg sagt. «Wir haben über mehrere Monate hin sehr viel investiert. Da ist es nicht so einfach, damit nun umzugehen. Ich bin überzeugt: Dieses Jahr hätten wir es gepackt.» 

Tatsächlich sprach viel dafür, dass die Oberländerinnen heuer den Sprung nach oben schaffen könnten. «Im Verein wurde hervorragend gearbeitet. Wir hatten ein cooles Team mit einem grossen Staff», zählt Altwegg auf. «Und wir waren sportlich gut unterwegs.»

Die Riders gewannen die Qualifikation – das sicherte ihnen in den Playoffs das Heimrecht. Zudem hatte Finalgegner Appenzell seinen Aufstiegsverzicht längst kommuniziert. Auch bei einer Niederlage im B-Final hätte das Oberländer Team also gegen den Verlierer der NLA-Playouts zwischen Frauenfeld und Mendrisiotto antreten können.

Angst hätten die Riders vor keinem dieser Teams haben müssen. Beide waren in der NLA überfordert und gewannen in der Qualifikation lediglich zweimal. Allein ihre jeweiligen Tordifferenzen (Mendrisiotto minus 134/Frauenfeld minus 136) sprechen Bände.

Zentrale offene Fragen

All die Gedankenspiele im Zusammenhang mit den Aufstiegsambitionen aber kann man sich bei den Floorball Riders schenken. Die Oberländerinnen müssen eine weitere Saison in der NLB planen. «Dabei träumten wir alle davon, in der NLA zu spielen», sagt Altwegg.

Die Sportchefin sieht sich infolge des ungewöhnlichen Ausgangs der Meisterschaft in der Kaderplanung einigen offenen Fragen gegenüber. Vieles ist im Fluss, sie muss sich erst einen Überblick verschaffen. Das wiederum ist nicht einfach. Und kostet mehr Zeit, weil das Team nicht mehr zusammenkommen kann.

«Ich werde alles daran setzen, ein Kader zusammenzustellen, mit dem wir erneut oben mitspielen können.»

Sarah Altwegg, Sportchefin Floorball Riders

Welche Spielerinnen hören nun doch nicht auf? Bleibt Cheftrainer Ursin Spescha an Bord? Und wie sieht es bei den Finninnen Jenni Timonen, Iina Autio und Aino-Maija Laaksonen aus, die zusammen 66 Tore und einen erheblichen Teil zum Erfolg beisteuerten? Noch bis Ende April weilt das Trio in der Schweiz, erst dann enden ihre Verträge (im Klub und an den Arbeitsorten).

Altwegg geht davon aus, dass die Nordländerinnen gerne bleiben würden. Viele Faktoren spielen allerdings eine Rolle, ob ihre Engagements verlängert werden können. Beispielsweise ist allen ihre Stelle im Heimatland für vorerst ein Jahr freigehalten worden.

Die Riders-Sportchefin hat in den nächsten Wochen einiges an Arbeit vor sich. Altwegg bleibt dabei optimistisch. Und sie hat ein klares Ziel: «Ich werde alles daran setzen, ein Kader zusammenzustellen, mit dem wir erneut oben mitspielen können.»

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