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Die nächste Runde im ungleichen Duell

Der UHC Laupen versucht einmal mehr, Piranha Chur endlich ein Bein stellen zu können. Die Vorfreude auf die Playoff-Viertelfinals aber ist nicht ungetrübt.

Laupens Tamara Fritschi (links) probiert mit letztem Einsatz, Catrina Cotti von Piranha Chur aus dem Tritt zu bringen.

Archivfoto: Christian Merz

Die nächste Runde im ungleichen Duell

Die Ausgangslage könnte so schön sein. Als Aussenseiter haben die Laupner NLA-Frauen in den Playoff-Viertelfinals keinen Druck. Sie haben ihr Ziel, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, ja längst erreicht. Das Duell gegen Piranha Chur sollte sich deshalb so anfühlen, wie wenn man nach einer schweisstreibenden Wanderung auf dem Gipfel sitzt.

Selbstverständlich freut man sich bei den Oberländerländerinnen auf die am Samstag beginnenden Playoffs. Doch ungetrübt ist die Laune nicht, die Sicht von einigen Wolken durchzogen, wenn man beim Bild vom Gipfel bleiben will. «Es ist nicht so einfach», sagt Yves Kempf. Der Trainer zielt dabei nicht auf die sportliche Ausgangslage ab, sondern spricht von den Umständen.

«Wäre ich in Chur, würde ich auch Laupen wählen.»

Yves Kempf, Trainer UHC Laupen

«Wir sehen uns noch ein paarmal», hatte man den Laupnerinnen im Januar nach dem Cup-Halbfinal in Chur mitgeteilt, das sie 4:9 verloren. Und tatsächlich: Das mit fünf Schweizer Nationalspielerinnen und drei Ausländerinnen gespickte Piranha gewann die Qualifikation und wählte wie im Vorjahr den siebtklassierten UHC Laupen anstelle der Nummer 8 (Zug).

Ein Blick auf die Zahlen verrät den Grund. Alle acht Duelle in den letzten zwei Jahren – sieben davon in der Meisterschaft – gewannen die Bündnerinnen. 75 Tore erzielten sie, Laupen nur gerade deren 13.    

Der Rang spielt keine Rolle

«Wäre ich in Chur, würde ich auch Laupen wählen», gibt Kempf zu. Es ist nicht so sehr der Eindruck, vom Gegner als Leichtgewicht wahrgenommen zu werden, der ihn stört.

Kempf missfällt das System an sich, in dem die Top 4 ihre Gegner wählen können. In einer Liga, in der die Hierarchien von Beginn weg sowieso klar waren. 

«Mir fehlt da der Reiz», sagt Kempf. «Man weiss ja jeweils, was kommt.» Ganz hinten liegen abgeschlagen Frauenfeld und Mendrisiotto, die zusammen nicht einmal die Hälfte von Laupens Punktzahl schafften. Derweil eilten die zwei Schwergewichte Chur und Kloten-Dietlikon vorne weg, gefolgt von den drei Berner Klubs. Schon zehn Punkte trennen Laupen von diesem Trio.

Die grossen Leistungsunterschiede führten zu einer längeren Phase, in der es beim UHC Laupen im Prinzip um nichts mehr ging. «Im Dezember ist für uns alles vorbei gewesen. Ob man in der Qualifikation 5., 6., 7. oder 8. wird, spielt keine Rolle», sagt Kempf.  

«Die Lücke zu den Top 4 ist noch gross.»

Yves Kempf, Trainer UHC Laupen

So schwingt bei seiner Bilanz  eine Prise Frust mit, obwohl er genug Gründe hätte, sich vorbehaltlos zu freuen. Laupen holte sechs Punkte mehr als im ersten NLA-Jahr, verbesserte die Tordifferenz deutlich (von minus 40 auf minus 1) und feierte drei Siege gegen besser klassierte Teams.

«Wir haben Fortschritte gemacht, sind offensiv breiter aufgestellt», sagt Kempf. «Die Lücke zu den Top 4 aber ist noch gross.» 

Es muss alles passen

Man kann deshalb festhalten: Laupen hat sich in der NLA etabliert. Das Oberländer Team befindet sich momentan aber auch im Niemandsland der Tabelle. Um den Rückstand auf die Top 4 verkleinern zu können, wären im Dorfklub wohl weitere Anstrengungen sprich Investitionen nötig. Ohne einige auswärtige Zuzüge von Schweizerinnen oder Ausländerinnen, denen man mehr als nur sportliche Perspektiven bieten muss, dürfte eine weitere Entwicklung kaum realistisch sein.

Doch allein die periphere Lage verkompliziert es, Spielerinnen anzulocken. Erschwerend im Kampf um Personal kommt hinzu, dass sich mit den Floorball Riders ein NLB-Team in unmittelbarer Nähe befindet, dass die Rückkehr in die höchste Frauenliga anstrebt. 

Zuzüge für die nächste Saison können die Laupnerinnen noch keine vermelden. Immerhin bleibt der Kern intakt – trotz einigen Abgängen. Positiv ist, dass Topskorerin Vanessa Kapp (12 Tore/19 Assists) und die mit 16 Treffern beste Torschützin, Yara Hofmann, ihre Verträge verlängerten.

Die 22-jährige Hofmann hat sich kürzlich am Knie verletzt. Sie fehlt den Laupnerinnen, wenn diese versuchen, Chur «ein wenig zu ärgern», wie Kempf sagt. 

«In einem einzigen Spiel aber ist vieles möglich.»

Yves Kempf, Trainer UHC Laupen

Ganz ohne Hoffnungen steigt der Trainer, der auch nächste Saison an der Laupner Bande stehen dürfte, nicht ins ungleiche Duell gegen den siebenfachen Meister. Von der ganz grossen Überraschung mag er zwar nicht träumen.

«In einem einzigen Spiel aber ist vieles möglich. Wir dürfen dann aber keine Fehler machen, müssen jede Chance nutzen und sie müssen einen schlechten Tag erwischen.» Oder in anderen Worten: Es muss alles passen. 

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