Aus dem Nichts zu SM-Gold im Zweierbob. Fast. Tatsächlich hat der Wilemer Dominik Schläpfer einen beachtlichen Weg hinter sich. Erst im Juni 2018 war er an einem Turnfest in Dinhard erstmals mit dem Bobsport in Berührung gekommen. Olympiasieger Beat Hefti hatte dort mit einer mobilen Rollbobbahn Stellung bezogen – mit dem Ziel, mögliche Talente für sein Nachwuchsprojekt zu sichten.
«Wir brauchen mehr starke Anschieber.»
Beat Hefti, Olympiasieger und Mentor von Dominik Schläpfer
Prompt startete Schläpfer mit seinen Kollegen vom TV Bauma ein paar Anschiebeversuche. Hefti fand schnell Gefallen an ihm. «Wir brauchen mehr starke Anschieber», sagte der Altmeister zum Turner. Mit 1,80 m und 100 kg bringt das Kraftpakt gute Grundvoraussetzungen mit.
Und so ging es schnell. Schon bald trainierte Schläpfer mit Hefti auf einer betonierten Anschiebebahn in Dinhard – im Winter ging er erstmals in den Bobkanal von Igls. «Natürlich war ich etwas nervös. Aber mit Beat im Schlitten gewinnt man schnell Vertrauen», sagt der Tösstaler.
Diese ersten Versuche weckten gleich seinen Hunger. Der gelernte Zimmermann reduzierte sogar sein Studium in Biel – und trainiert seit letztem September erstmals mit einem Athletiktrainer unter professionellen Bedingungen in Winterthur. Fünf Einheiten bestreitet er in der Woche.

