Jetzt wird es eng für Uster
Er hat einen Sieg mehr gefeiert, die bessere Offensive und deutlich weniger Gegentore erhalten. In der Tabelle aber liegt der UHC Uster nach 19 von 22 Runden trotzdem einen Punkt hinter Chur.
Zu seinem Pech kommt hinzu – der Strich trennt die zwei NLA-Mannschaften. Und dieser entscheidet bekanntlich darüber, wer nach der Qualifikation im Himmel ist und um den Meistertitel spielen darf. Und welches Quartett in der Hölle ums sportliche Überleben sprich den Ligaerhalt kämpft.
«Genügend Potenzial ist in der Mannschaft vorhanden. Das war in anderen Jahren nicht der Fall.»
Michael Reimann, Sportchef UHC Uster
Wie sich letzteres anfühlt, weiss der UHC Uster nur allzu gut. Erst im 13. Anlauf schaffte er im Frühjahr 2018 den Sprung in der höchsten Liga in die Top 8. Nachdem die Ustermer im Jahr darauf die Playoffs ebenfalls erreichten, wollten sie diese Saison einen weiteren Entwicklungsschritt machen.
Doch statt wie erhofft um die Plätze vier oder fünf mitreden zu können, steht Uster mit dem Rücken zur Wand und muss konstatieren: Jetzt wird es eng.
Die Top 4 stehen vor der Türe
Lange Zeit waren in den Kampf um die Playoff-Tickets zahlreiche Mannschaften involviert. Übrig geblieben davon sind im Prinzip nur noch zwei: Chur (8.) und Uster (9.). Und in diesem Duell scheinen die Ustermer die schlechteren Karten in den Händen zu halten.
Ihr Schlussprogramm, das am Wochenende eine Doppelrunde beinhaltet, hat es mit den Spielen gegen Malans (4.), GC (2.) und Tabellenführer und Rekordmeister Wiler-Ersigen in sich.
Klar ist: Der UHC Uster ist durchaus in der Lage, gegen diese Gegner zu bestehen und zu punkten. «Genügend Potenzial ist in der Mannschaft vorhanden. Das war in anderen Jahren nicht der Fall», sagte Sportchef Michael Reimann schon bei seiner Zwischenbilanz zur Saisonhälfte, als er zugab: «Wir haben uns das anders vorgestellt.»
Die Mannschaft von Mika Heinonen ist nun aber auch unter hohem Druck, ihr Können unter Beweis zu stellen. Erschwerend kommt hinzu, dass Uster ein einzelner Sieg wohl kaum reichen wird.
Denn Chur trifft zwar auch noch auf zwei happige Gegner. Die Bündner aber, die noch immer von ihrem tollen Saisonstart mit fünf Siegen in den ersten sechs Spielen zehren, dürfen zuhause auch noch den Vorletzten aus Sarnen empfangen. Und der Aufsteiger ist alles andere als angsteinflössend. In 19 Partien haben die Obwaldner lediglich zweimal gewonnen.
«Uns fehlt ein eigentlicher Knipser.»
Mika Heinonen, Trainer UHC Uster
Die Ustermer feierten derweil neun Siege. Ihr Problem aber ist, dass sie nur bei vier davon den vollen Ertrag einstreichen konnten. Schmerzhaft sind vor allem die Punkteverluste gegen die abgeschlagenen Kellerkinder Sarnen und Thun. «Sehr ärgerlich», findet sie Sportchef Reimann.
Erst zwickt es hier, dann zwickt es da
Der Ustermer Hauptproblembereich verlagerte sich im Laufe der Saison. Zu Beginn schossen sie viele Tore, es fehlte ihnen dafür die Stabilität in der Abwehr. In der Folge wusste Uster über einen langen Zeitraum defensiv zu überzeugen, tat sich dafür sehr schwer, aus seinen vielen Chancen genügend Kapital zu schlagen.
Trainer Heinonen findet gar: «Uns fehlt ein eigentlicher Knipser.» In den vergangenen zwei Saisons hatte Simon Suter diese Rolle inne, traf 30- und 28-mal. Aktuell steht der Stürmer bei zwölf Treffern, sein Teamkollege Niko Juhola hat drei mehr erzielt. In der NLA übertreffen allerdings 14 Spieler Juholas Produktion.
«Unser Ziel ist immer, das nächste Spiel zu gewinnen.»
Mika Heinonen, Trainer UHC Uster
Die Lage für den UHC Uster also ist kompliziert. Die Denkweise dafür simpel. «Unser Ziel ist immer, das nächste Spiel zu gewinnen», sagte Heinonen Anfang Dezember anlässlich seiner Halbzeitbilanz.
An dieser Herangehensweise dürfte sich nichts geändert haben. Ein Blick in die Vergangenheit kann zudem motivierend sein. In der Saison 2017/18 hievte sich Uster in der Schlussphase mit fünf Siegen in Serie noch über den Strich.
Dasselbe Kunststück ist heuer zwar nicht mehr möglich – aber auch drei Siege gegen Topteams am Stück wären durchaus eindrücklich.
