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Das grosse Wiedersehen von Zweifel und Co

Vor 40 Jahren fand in Wetzikon die Radquer-WM statt. Der RV Wetzikon lässt das denkwürdige Rennen zum Jubiläum nochmals aufleben.

Für Albert Zweifel (links) endete die WM 1980 in Wetzikon als Vierter mit einer Enttäuschung., Kurz vor dem Start des WM-Rennens 1980., Gegen 30000 Zuschauer sorgten für eine tolle Atmosphäre., Die Schweizer Fans in Wetzikon hofften auf einen Sieg von Albert Zweifel. , Zumindest einen Schweizer Erfolg gab es 1980: Bei den Amateuren setzte sich der Solothurner Fritz Saladin durch.

Foto: PD/Archiv Swiss Cycling

Das grosse Wiedersehen von Zweifel und Co

Er erinnert sich an den Rennverlauf, als wäre es gestern gewesen. Albert Zweifel war nach vier Titeln in Folge als grosser Favorit zur Heim-Weltmeisterschaft in Wetzikon angetreten. «Kein Zweifel, wieder Zweifel», stand auf den Plakaten der Fans, die Begeisterung kannte kaum Grenzen. 

Gegen die 30’000 Zuschauer pilgerten ins Zürcher Oberland, um den nächsten Triumph des Rütners erleben zu können. Radquer war damals in aller Munde – und das Schweizer Fernsehen filmte das Volksfest mit acht Kameras. Das Budget für die Übertragung betrug für die damalige Zeit beachtliche 200’000 Franken.

Ein Sturz zu viel

Nur: Das (zu) schöne Wetter nach einem Umschwung in der Nacht machte dem damals 30-Jährigen einen Strich durch die Rechnung. Denn die veränderten Bedingungen spielten der Konkurrenz in die Karten.

Zweifel versuchte diese auf dem rund 2700 m langen Rundparcours natürlich trotzdem zu düpieren, er stürzte aber auch zweimal auf der gefrorenen Unterlage. 

Den einen Sturz nutzte der Belgier Roland Liboton prompt zum entscheidenden Angriff. Zweifel hingegen blieb am Ende mit dem vierten Rang – noch hinter Klaus-Peter Thaler (GER) und Hennie Stamsnijder (NED) – damit die ganz grosse Enttäuschung. Drei Sekunden fehlten ihm für eine Medaille.

«Bis eine halbe Runde vor Schluss war ich noch Zweiter», sagt Zweifel. Vier Schweizer schafften es im Profirennen in die Top 10, und trotz dieser starken Teambilanz war die Stimmung im Zielraum auf dem Tiefpunkt. 

Da nützte es auch wenig, dass zuvor im Rennen der Amateure etwas überraschend der Solothurner Fritz Saladin triumphiert hatte. Das gute Gesamtergebnis hübschte Bernhard Woodtli mit dem Bronze-Platz bei den Junioren zusätzlich auf. 

«Es kommen fast alle»

Genau 40 Jahre ist dies mittlerweile her. Der Radfahrer Verein Wetzikon nutzt diese Gelegenheit nun, um dieses denkwürdige Rennen am Freitag nochmals aufleben zu lassen – für die damaligen Rennfahrer, Sponsoren und Mitglieder des Vereins. Bei einem Apéro wird im Hotel Swiss Star in Wetzikon die Zusammenfassung des Amateur- und Profirennens gezeigt.

«Natürlich besuche ich die WM.»
Albert Zweifel

«Es kommen fast alle», freut sich Zweifel, der sich 1986 noch einen sechsten WM-Titel sicherte, auf das Wiedersehen mit den alten Kollegen. Er selbst hat den Anstoss zu diesem besonderen Anlass vor einem Jahr an der Generalversammlung des RVW gegeben.  Die Idee war ihm nach einer Einladung vor fünf Jahren zu einer Jubiläumsfeier in Melchnau gekommen. Die bernische Gemeinde hatte die Radquer-WM im Jahr 1975 organisiert.

Besuch an der WM

Und der Zufall will es, dass just zum Wetziker Jubiläum am selben Wochenende wieder einmal eine Radquer-WM in der Region stattfindet – auf dem Flugplatz Dübendorf. «Natürlich besuche ich die WM», sagt Zweifel. Auch wenn die Erwartungen an die Schweizer mittlerweile ungleich tiefer sind.

«Ein Platz unter den besten 15 wäre bei den Profis schon ein Erfolg», sagt der Oberländer, der auch im Alter von 70 noch gegen 13’000 Kilometer im Jahr auf dem Rad abspult. Ein neuer Albert Zweifel, der in seiner langen Karriere über 300 Siege feierte und auch insgesamt 16-mal an der Tour de Suisse teilnahm, ist weit und breit nicht in Sicht.

Doch immerhin: In den Nachwuchskategorien zählen der Gibswiler Kevin Kuhn (U23) und Dario Lillo (U19) aus Eschenbach zum Kreis der Favoriten. Entsprechend hohe Erwartungen hat auch der frühere Dominator Zweifel an die Nachwuchshoffnungen. «Sie müssten schon einiges falsch machen», rechnet er fest mit einem Spitzenplatz. 

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