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Jetzt kennt man den Ersatzmann auch in Bremen

Bahnspezialist Nico Selenati rutschte nachträglich ins Feld der Sixdays Bremen - und gab im Norden Deutschlands sogleich eine starke Visitenkarte ab.

Nico Selenati (links) harmonierte mit seinem Partner Wim Stroetinga von Anfang an gut. , Die Sixdays in Bremen waren spannend und wurden erst in der Schlussphase des letzten Rennens entschieden.

Foto: Arne Mill

Jetzt kennt man den Ersatzmann auch in Bremen

Der Wolfhauser Bahnspezialist Nico Selenati ist nur knapp an einem grossen Triumph vorbeigeschrammt. Der 23-jährige Oberländer nahm die abschliessende Prüfung am Bremer Sechstage-Rennen zusammen mit seinem erfahrenen holländischen Partner Wim Stroetinga (34) als Gesamtleader mit einer Runde Vorsprung in Angriff. Das Duo rutschte aber noch vom Podest, es blieb ihm der 4. Platz.    

Trotzdem will Selenati den Ausgang des Wettkampfs nicht als Enttäuschung einstufen. «Wir haben in jedem Fall viel erreicht, obwohl wir natürlich unsere Führung verteidigen wollten.»

«Wir haben schlicht zu früh im letzten Rennen zu viel Verantwortung übernommen.»
Nico Selenati

Es lag aus seiner Sicht nicht an der fehlenden Kraft, dass dies misslang. Selenati sagt, ein taktischer Fehler habe sie wohl den Sieg gekostet. «Wir haben schlicht zu früh im letzten Rennen zu viel Verantwortung übernommen.»

Die Türe öffnet sich erst spät

Dass sich die Beiden mitten unter den Topduos tummelten und bis zuletzt auf den Gesamtsieg hoffen konnten, kam überraschend. Obwohl Stroetinga schon mehrere Siege an Sechstage-Rennen aufweist und eine Woche zuvor in Rotterdam triumphiert hatte.

Selenati aber bestritt in Bremen erst zum dritten Mal Sixdays, die nicht in verkürzter Form ausgetragen wurden, sondern tatsächlich sechs Renntage dauerten. Er musste sich zudem an die nur 166 statt 250 m lange Bahn gewöhnen.

Selenati spricht von einer grossen Umstellung. «Auf der kürzeren Bahn geht alles viel schneller, man muss immer bereit sein.» 

«Jetzt konnte ich zeigen, dass ich auch Velo fahren kann.» 
Nico Selenati

Und eine optimale Vorbereitung hätte definitiv anders ausgesehen. Erst zwei Tage vor Beginn der Sixdays öffnete sich für den Oberländer überhaupt die Türe für einen Start – er wurde als Ersatz für den am Knie verletzten Deutschen Domenic Weinstein engagiert.

Selenatis Namen bei den Organisatoren ins Spiel gebracht hatte der in Bremen ebenfalls startende Westschweizer Bahnroutinier Tristan Marguet, mit dem der Wolfhauser danach in den Norden Deutschlands fuhr – und ihn später im Rennen hinter sich liess. «Vorher hat man mich in Bremen wohl nicht gekannt», mutmasst Selenati und sagt zufrieden: «Jetzt konnte ich zeigen, dass ich auch Velo fahren kann.» 

Harmonie vom Start weg

Selenati und Stroetinga harmonierten von Beginn weg gut. Dabei fuhren sie erstmals miteinander. «Ich hatte aber an anderen Rennen schon ein paarmal einige Worte mit ihm gewechselt und wusste, was für ein Fahrertyp er ist», sagt Selenati. Zur Halbzeit des Rennens belegten sie Platz 5, am vierten Abend stiessen sie ganz nach vorne. 

In der Folge wehrte die schweizerisch-niederländische Paarung alle Angriffe der Konkurrenz ab – bis in die Schlussphase des Finals. Dann aber folgte der eindrückliche Auftritt des deutschen World-Tour-Fahrers Nils Politt und seinem Partner, dem belgischen Bahnspezialisten Kenny de Ketele. Sie überrundeten das gesamte Feld zweimal – und  schnappten sich so noch den Sieg.
 

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