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Der Vorausdenker tritt ab

Acht Jahre lang führte Hanspeter Rufer den Nordostschweizerischen Schwingverband. Doch der Rütner war weit mehr als nur ein Präsident.

Panoramablick vom Oberländer Hausberg: In Zukunft hat Hanspeter Rufer wieder mehr Zeit für Spaziergänge., Hanspeter Rufer auf dem Bachtel – das Oberländer Schwingfest konnte er in seiner Karriere zweimal gewinnen.

Foto: Fabio Meier

Der Vorausdenker tritt ab

Eine gewisse Wehmut spürt er schon vor der Verabschiedung. «Ich habe meine Tätigkeiten ja immer gerne ausgeübt. Und dann fehlt es einem hinterher wahrscheinlich auch», sagt Hanspeter Rufer.

Acht Jahre lang präsidierte der Rütner den Nordostschweizerischen Schwingerverband (NOSV). Am Sonntag wird er an der Delegiertenversammlung in Fehraltorf geehrt. Der Gedanke daran lässt selbst ihn nicht ganz kalt.

«Mein Herz schlägt noch immer total für den Schwingsport», betont er und fügt sogleich hinzu: «Ich bin aber nicht unglücklich, dass ich aufhören kann.»

Schon ganz lange diktiert seine Passion die Agenda. Besonders intensiv waren die letzten Jahre, in denen er nebst seiner Arbeit als Präsident des NOSV auch noch als Stellvertreter des Obmanns und des Ressortleiters Kommunikation im Zentral­vorstand des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV) war.

«Ich habe zum Glück nie Statistiken geführt», sagt Rufer auf seinen Aufwand angesprochen.

In die Moderne geführt

Der 55-Jährige hat viel bewegt – insbesondere im elektronischen Bereich. Bereits zum Anfang der 1990er Jahre brachte er mit seinem Freund Bruno Heller die Idee ein, ein Ranglistenprogramm zu entwickeln, um möglichst zeitnah die Resultate öffentlich zu machen.

Von dieser Pionierarbeit profitierte als Erster der Schwingklub Zürcher Oberland (SKZO), der noch vor der Jahrtausendwende seine erste Website hatte.

Frischen Wind brachte Rufer auch in den ESV, für den er als Projektleiter den digitalen Auftritt professionalisierte.

«Hampi ist pflichtbewusst und vorausdenkend. Und er hat immer eine Lösung bereit.»
Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland

Und der Oberländer hat einen grossen Anteil daran, dass der Schwingsport heute attraktiv im Fernsehen gezeigt wird – in dem er den TV-Leuten die Grundlagen für die Einblendungen vermittelte. Rufers Klubkollege Daniel Spörri spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem Meilenstein.

Der Präsident des SKZO kennt Rufer schon lange. «Hampi ist pflichtbewusst und vorausdenkend. Und er hat immer eine Lösung bereit.» Spörri erinnert sich an stets gut vorbereitete Sitzungen, sodass ausufernde Diskussionen eine Ausnahme blieben.

Vor allem war Rufer aber als NOS-Präsident und damit höchster Vertreter von sieben Kantonalverbänden omnipräsent an den Schwingfesten im Land. «Es war mir immer wichtig, alle gleich zu behandeln», sagt er.

Rufer ist aber weit mehr als innovativ und pflichtbewusst, sondern auch ausgesprochen vielseitig.

Ob Kampfrichter, Festorganisator, Rechnungsführer, Medienverantwortlicher oder Speaker – fast jede erdenkliche Funktion hatte der bei der Kantonspolizei tätige Rütner schon inne.

Abgang mit Konsequenz

Von seinem Schwingklub Zürcher Oberland, den er bis 2010 präsidierte, und vom Kantonalverband wurde er längst für sein Lebenswerk geehrt.

Und so konsequent wie er seine Ämter führte, hat er auch seinen Abgang beim NOSV bereits vor fünf Jahren angekündigt. «Ich spiele immer mit offenen Karten», sagt er.

Zu dieser Entschlossenheit passt ebenso, dass es für ihn nie infrage gekommen wäre, eine weitere Amtsperiode anzuhängen.

«Meine Frau lacht immer. Sie meint, dass ich gar nicht aufhören könne»
Hanspeter Rufer, scheidender NOSV-Präsident

Doch kann ein «Hansdampf in allen Gassen», wie es Rufer ist, überhaupt loslassen? «Meine Frau lacht immer. Sie meint, dass ich doch gar nicht aufhören könne.»

Dass ihm aber ernst ist, mussten mittlerweile schon einige Schwingerkollegen erfahren, die ihn für eine neue Funktion gewinnen wollten. Sie handelten sich nämlich allesamt eine Absage ein.

«Ich freue mich nun auf Schwingfeste ohne feste Verpflichtungen – auf eine spon-
tane Velotour oder einen Spaziergang mit meiner Frau», sagt der zweifache Familienvater.

In Zukunft will er auch wieder vermehrt zu seinem Schwingklub Zürcher Oberland in die Halle nach Hadlikon. Aus Selbstschutz und wegen der Familie verzichtete er zuletzt auf diese Besuche. «Das habe ich echt vermisst», sagt Rufer.

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