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Der späte Höhepunkt als Bonus

Anja Weber und Nicola Wigger vom SC am Bachtel stehen vor ihrer ersten Saison im Schweizer C-Kader.

Die Hinwilerin Anja Weber und der Gibswiler Nicolas Wigger bereiten sich derzeit auf die Saison vor., Anja Weber erreichte an der letzten U20-WM einen zwölften Platz.

Archivfoto: Christian Merz

Der späte Höhepunkt als Bonus

Noch bis am Freitag weilen Anja Weber und Nicola Wigger vom SC am Bachtel im Trainingslager in Goms zur Vorbereitung der ­anstehenden Saison.

Beide wurden neu ins Schweizer Langlauf-C-Kader aufgenommen – und gehen doch mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in den Winter.

«Für mich geht es in Goms ums reinkommen», sagt Weber. Mit gutem Grund: Die Hinwilerin ist die Exotin und Grenzgängerin im Team.

Denn im Gegensatz zu ihren Kolleginnen und Kollegen auf dieser Leistungs­stufe befand sie sich bis Mitte September ganz im Triathlon-Modus. Mit einem Sieg beim zur Tri-Circuit-Serie zählenden Wettkampf in Murten beendete die 18-Jährige die Saison.

Weber ist zufrieden. Sie streicht den achten Rang an der U20-WM und den SM-Titel in derselben Alterskategorie heraus. «Zuerst lief es etwas harzig, dann aber super.»

Den Kopf lüften

Nur zwei Wochen Pause hatte sie zwischen dem Wechsel der Sportarten. Sie wurde ihr von den Trainern auferlegt. «Eine Woche tut gut. Nur schon um den Kopf zu lüften. Danach wird es aber kritisch», sagt die Oberländerin und lacht.

Weber plant weiter auf beiden Hochzeiten zu tanzen – bis zum Ende ihrer Ausbildung in zwei Jahren. Derzeit bestreitet die KV-Absolventin der United School of Sport in Zürich den praktischen Teil bei einer Firma in Hinwil. Ob sie in einer der Sportarten weiter ist, lässt sie offen.

«Ich habe das Gefühl, dass es Anja im Griff hat.»

Marco Isenschmid, U-20-Nationaltrainer Langlauf

Doch besteht gerade im Fall von Weber, die nahezu ganzjährlich Wettkämpfe bestreitet, nicht die Gefahr einer Überbelastung? «Ich habe das Gefühl, dass es Anja gut im Griff hat», sagt Marco Isenschmid, U20-Nationaltrainer bei Swiss-Ski.

Das nötige Fundament schaffen

Das grösste Risiko ortet er bei einer möglichen «einschleichender Müdigkeit». Umso wichtiger sei es deshalb, ein gutes Fundament zu schaffen, betont der Coach.

Für Isenschmid hat die Polysportivität aber auch ihre positiven Aspekte – so beispielsweise beim Training im Wasser für die Rumpfstabilität. «Kaum eine Langläuferin sonst geht im Winter schwimmen», sagt er.

Saisonstart am Swiss Cup

Sowieso bleibt zum Form­aufbau noch Zeit. Erst Ende November werden die Nachwuchs­athleten in Goms am Swiss Cup ihren ersten Wettkampf bestreiten.

«Er ist eine erste Standortbestimmung», sagt Weber. Dies bekräftigt auch Teamkollege Nicola Wigger. «Man muss da noch nicht in einer Topverfassung sein», sagt der Gibswiler.

Ernst gilt es für die Ober­länder später in den Alpencup-Rennen im Rahmen des Con­tinental-Cups, wo es um die ­Qualifikation zur U20-WM in Oberwiesenthal (GER) von Ende Februar geht.

«Der späte Austragungstermin kommt mir entgegen», findet Weber. Im letzten Jahr überzeugte sie an der WM im klassischen Rennen über 15 km als Zwölfte – und damit beste Schweizerin. «Sie hat das Zeug, um vorne mitzulaufen», blickt Coach Isenschmid voraus.

Nach der Matur in eine WG

Bereits gerüstet fühlt sich der als guter Allrounder geltende Wigger. Im Gegensatz zur Klubkol­legin machte er als C-Kader-Athlet erstmals das gesamte Sommerprogramm mit Swiss-Ski mit. «Ich habe das Trainings­volumen um rund 30 Prozent ­heraufgeschraubt.»

Seinen Alltag verbringt der 18-Jährige noch immer im Leistungszentrum ­Engelberg. Mit der Matur in der Tasche will er hernach im Herbst in eine Wohngemeinschaft nach Davos ziehen – und voll auf Leistungssport setzen.

Marco Isenschmid will sich bezüglich des sportlichen Horizonts von Weber und Wigger nicht festlegen. «Da bin ich vorsichtig mit Aussagen.»

Gemäss dem U20-Nationaltrainer geht es für beide zunächst darum, im Training ein neues Level zu erreichen und sich im Alpencup weiter vorne zu etablieren.

Isenschmid hat hierbei keinerlei Zweifel: «Beide haben grosses Potenzial», sagt er.

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