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Der Bruder des Stars ist gefordert

Für den Sieg am Schlosshügel kommen viele Fahrer in Frage - auch der Gewinner aus dem Vorjahr.

Vorjahressieger David van der Poel (rechts) steht in Hittnau erneut am Start. Die Konkurrenz für den Holländer aber ist gross.

Archivfoto: David Kündig

Der Bruder des Stars ist gefordert

Bei diesem Nachnamen auf der Startliste schnalzen Radsportfans mit der Zunge. Aber nein, am Radquer Hittnau ist nicht der bekannteste Spross der Familie Van der Poel im Einsatz. Mathieu heisst jener.

Der Holländer ist ein radsportlicher Alleskönner, der Quer-, Strassen- und Mountainbikerennen im Multipack gewinnt. Allein im Quersport weist er über alle Stufen hinweg gezählt die beeindruckende Zahl von 122 Siegen auf. Dabei ist er erst 24 Jahre alt. 

Eine Anmeldung von Mathieu van der Poel für das am Sonntag stattfindende Rennen im Zürcher Oberland hätte definitiv grosse Wellen geschlagen. Jene seines drei Jahre älteren Bruders David hingegen sorgte nicht für Aufsehen, obwohl auch er beachtliche Radquer-Erfolge aufweisen kann.

27 ist David van der Poel. Und nicht zum ersten Mal am Traditionsanlass in Hittnau dabei. Er tritt gar als Titelverteidiger zur 34. Austragung an. Dieselbe Rolle hat er auch in der EKZ-Cross-Tour inne, zu der das Rennen zählt.

Mit Flügeln durchs Oberland

Die Schweiz liegt David van der Poel. Mehr als ein Viertel seiner bisher 19 Quersiege hat er hierzulande gefeiert. Vor allem das Oberland scheint ihn jeweils zu beflügeln.

Zweimal setzte er sich bereits am Radcross Illnau durch, ebenfalls auf zwei Siege kommt er auf dem attraktiven Parcours mit der spektakulären Abfahrt am Schlosshügel in Hittnau, von der der Dürntner Simon Zahner einst sagte: «Die Abfahrt ist geil –wenn alles gut geht.» 
 

Van der Poel dürfte auch am Sonntag zum grossen Kreis der Sieganwärter zählen. Das Feld kann sich durchaus sehen lassen. Vier Fahrer aus den Top 20 der von Belgiern und Holländern dominierten Weltrangliste haben sich eingeschrieben.

Auch der Vierte der EM vom Wochenende, der Belgier Dieter Vantourenhout, ist gemeldet. Allenfalls stösst der eine oder andere starke Fahrer noch spontan dazu, wenn er nach dem am Vortag stattfindenden Weltcuprennen in Tabor (CZE) genügend Saft im Tank hat. 

«Das wird eine coole Sache.»
Kevin Kuhn

Genau vor einer solchen Doppelbelastung steht Kevin Kuhn am Wochenende. Der Gibswiler findet das Ganze allerdings keine grosse Sache.

«Ich habe das Weltcup-Rennen am Samstag vor dem Mittag. Von dem her bleibt mir danach genügend Zeit, um heimzureisen, da gut zu schlafen und am nächsten Tag wieder anzutreten.»

Freude am starken Frauen-Feld

In Tschechien startet Kuhn in der U23, beim C1-Rennen in Hittnau gehört er tags darauf zur grossen Schweizer Delegation im Elite-Feld, die vom nationalen Meister Timon Rüegg angeführt wird und der auch bekannte Mountainbiker wie Lars Forster angehören.

Wie im Vorjahr schon bereitet auch das Feld der Frauen OK-Chef Thomas Frei viel Freude. Über 40 Fahrerinnen haben sich angemeldet. Doch nicht nur die Quantität stimmt aus seiner Sicht, sondern auch die Qualität. «Es ist stark besetzt», sagt Frei. «Das ist sehr schön.»

Am bewährten Konzept hat der veranstaltende VC Hittnau festgehalten. Einzige rennrelevante Änderung: Um die erste Kurve zu entschärfen, hat man den Start versetzt. 

Der 22-Jährige Kuhn freut sich in jedem Fall auf sein Heimrennen. «Das wird eine coole Sache. Die Strecke ist vor allem auch für die Zuschauer toll», sagt er.

Einziger Wermutstropfen für ihn sind seine bisherigen Auftritte. «Ich habe keine so guten Rennen in Hittnau gehabt.» 20. wurde er im Vorjahr.

Logisch, möchte er heuer weiter vorne abschliessen. Wie schätzt er die Chancen dafür ein, den Plan in Tat umsetzen zu können? Kuhn zuckt mit den Schultern.

«Kommt drauf an, wer alles kommt», sagt er. Und der Gibswiler weiss: Das zeigt sich erst am Renntag. 

Radquer Hittnau, Sonntag, 17. November

  9.00 Uhr: «Cross für alle»
  9.50 Uhr: U17
10.45 Uhr: U13/U15
11.25 Uhr: U19&Amateure/Masters
13.00 Uhr: Kids Cross
13.45 Uhr: Frauen-Elite
15.00 Uhr: Männer-Elite

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