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Die «dunklen» Tage sind vorbei

Das Swiss Rodel Trainingscenter hat eine neue Heimat gefunden.

Natalie Maag bereitet sich auf eine Einheit auf dem Laufband vor.

Foto: Oliver Meile

Die «dunklen» Tage sind vorbei

Im Prinzip ist es simpel. Der Schnellste im Eiskanal gewinnt. Doch schnell sein ist schwierig – und im Rodeln wird auf die Tausendstelsekunden genau gemessen.

Jedes Detail also zählt. Zum Beispiel ein guter Start. Es ist jener Teil der Fahrt, den Natalie Maag als ihre Baustelle bezeichnet.

Die 21-jährige Wernetshauser Rodlerin hat in der Vorbereitung auf die im November beginnende Weltcup-Saison einmal mehr viel investiert, um in diesem Bereich gegenüber den Besten aufzuholen. Sie ist sich gleichwohl bewusst: «Ich habe noch viel Arbeit vor mir.» 

Zwei Geräte, die viel Platz benötigen, nehmen in ihrem Starttraining wichtige Rollen ein. Einerseits das Laufband, auf dem ein Rollenschlitten an einer Stange montiert ist. Gegen die Laufrichtung des Bandes muss Maag den Schlitten mit Paddelschlägen nach vorne treiben.

«Es ist unerlässlich, diese Anlagen zu besitzen.»
Rodlerin Natalie Maag

Daneben schuftet die Oberländerin regelmässig auf dem sogenannten «roten Wunder», das den Namen wegen der entsprechenden Farbe trägt. Darauf simuliert sie die Hin- und Herbewegungen am Startbügel.

Natalie Maag, Hadlikon
Natalie Maag, Hadlikon

Maag ist die einzige Schweizer Weltcup-Rodlerin und hierzulande Aushängeschild einer Sportart, die auch innerhalb des eigenen Verbands Swiss Sliding eine Nische besetzt. Die Wernetshauserin ist dem deutschen A-Kader angegliedert und hat sich in den vergangenen Jahren schrittweise der erweiterten Weltspitze angenähert.

Sie weiss: «Es ist unerlässlich, diese Anlagen zu besitzen.» Wichtig sind sie nicht nur für ihre eigene Entwicklung, sondern auch für die kleine Anzahl an Schweizer Nachwuchsathleten. 

Maag gerät ins Schwitzen

Nur: Bis vor kurzer Zeit standen die vom früheren Effretiker Rodler Reto Gilly entwickelten Geräte in der Bührer-Fabrik in Hinwil – notabene im Keller. Es war kein toller Ort, um sich schinden zu müssen. Und schon gar keiner, der weitere Junge davon überzeugen konnte, dem Rodeln eine Chance zu geben.

Doch die «dunklen» Tage unter der Erde gehören dank der Initiative des ehemaligen Bobpiloten Heinz Möckli und dem Engagement weiterer Personen der Vergangenheit an. 

Im Areal im Tobel in Hadlikon hat man einen hellen Raum bezogen. Am Freitag wurde das Swiss Rodel Trainingscenter mit einer kleinen Feier eröffnet, der viele der im Schweizer Rodelsport massgebenden Personen beiwohnten.

Auch Natalie Maag machte vor ihrer Weiterfahrt nach Königssee einen Halt in Hadlikon. Als Einzige kam die Weltcuprodlerin dabei so richtig ins Schwitzen – bei der Demonstration der Trainingsgeräte.

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