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Längst nicht mehr nur eine Männersache

Am Wochenende findet zum zweiten Mal der internationale Jugendwettkampf «Alpenpokal» in Uster statt. Besonders augenfällig ist die hohe Anzahl an weiblichen Teilnehmerinnen.

Anna Jurt (links) gilt als derzeit grösste Schweizer Nachwuchshoffnung., Beim ersten «Alpenpokal» (hier beim Laser Run) erreichten einige Athleten vom Ustermer Stützpunkt Spitzenränge, Der Ustermer Tom Perret im Fechtwettkampf., Anna Jurt am Olympischen Jugend Festival in Buenos Aires.

Foto: Swiss Olympic

Längst nicht mehr nur eine Männersache

Die grossen Schweizer Erfolge im Modernen Fünfkampf liegen bereits einige Zeit zurück. Der Dübendorfer Peter Steinmann gewann in den Neunziger Jahren zweimal WM-Silber und nahm an drei Olympischen Spielen teil.

Seither wurde es immer ruhiger um die aus Fechten, Schwimmen, Springreiten, Laufen und Schiessen bestehende und damit äusserst vielseitige Sportart.

2008 schaffte es mit Belinda Schreiber letztmals eine Schweizerin an Olympia. Von einer Sportart auf dem Sterbebett wurde deshalb gesprochen, vor allem da öfters diskutiert wurde, den Sport sogar ganz aus dem olympischen Programm zu streichen.

Doch es gibt zumindest Hoffnung in der Schweiz, auch wegen Andreas Perret, der seit 2015 einen Trainingstützpunkt mit einer Handvoll junger Athletinnen und Athleten in Uster leitet. Und der deutsche Junioren-Weltmeister von 1993 hat seither nichts von seinem Tatendrang verloren.

Reitwettkampf in Bern

Am Wochenende organisiert er in Uster zum zweiten Mal in Folge den internationalen Jugendwettkampf «Alpenpokal». «Wir haben im Vergleich zur Premiere bereits mehr Athleten», freut sich Perret.

Zur Entwicklung passt, dass auch das Programm erweitert wurde. Denn aufgrund der neuen Altersklasse Junior konnte die Disziplin Reiten erstmals berücksichtigt werden.

Der einzige Haken: Sie findet schon morgen Freitag – und als einzige Sportart – aus logistischen Gründen in Bern statt.

Fünfkämpfer aus insgesamt acht Ländern nehmen bei der zweiten Auflage teil.

Das Ustermer Leistungstzentrum ist mit immerhin neun Athleten vertreten, denen durchaus etwas zuzutrauen ist. Die nun in der ältesten Kategorie startende Lea Egloff sowie Helena Regli (U17) entschieden beispielsweise die Konkurrenz im Vorjahr für sich. «Helena hat gute Aussichten auf eine Top-Platzierung», ist Perret sicher.

Einiges traut er zudem auch der Wetzikerin Jana Eggenberger zu. «Sie ist eine talentierte Nachwuchsathletin mit Stärken im Laufen und Schwimmen.»

Besonders gespannt darf man auch auf die Auftritte von Anna Jurt sein. Die 18-Jährige erreichte erst kürzlich an der WM in Budapest den 17. Platz. Zuvor schaffte es die U19-Weltmeisterin am Olympischen Jugend-Festival in Buenos Aires im Einzel- (9. Rang) und Mixed-Wettkampf (7.) in die Top-10.

Aus ihren Zielen macht die Nidwaldnerin deshalb auch kein Geheimnis: «Ich will an die Olympischen Spiele.»

Die Schweizer Nachwuchshoffnung

Andreas Perret traut der Schweizer Zukunftshoffnung Anna Jurt die Qualifikation durchaus zu – auch wenn es für die nächste Austragung in Tokio noch nicht reichen würde. «Als Fünfkämpferin ist man erst im Alter von etwa 25 auf dem Zenit des Schaffens. Sie hat also noch viel Zeit.»

Im Gegensatz zu ihren jüngeren Schwestern Florina, Katharina und Marlena trainiert Anna Jurt übrigens als einzige nicht am Zürcher Stützpunkt, sondern wegen ihres Wohnsitzes beim Klub Pentathlon Bern.

Perret ist begeistert von der talentierten Familie. «Hinter Anna kommt was nach. Da ist noch Munition vorhanden.»

Überhaupt ist die weibliche Dominanz im Modernen Fünfkampf augenfällig. Mit Tom und Max Perret trainieren als einzige Jugendliche die Söhne des Trainers am Zürcher Stützpunkt.

Ursprünglich am militärischen Training orientiert

Dieser Trend widerspiegelt sich auch im Teilnehmerfeld des Alpenpokals. «Zwei Drittel sind weiblich», sagt Perret. Eine schlüssige Erklärung dazu hat er nicht. «Vielleicht ist es die Abwechslung im Training.»

Und doch: Es ist eine beachtliche Entwicklung, weil der Sport lange Zeit nur Männersache war. Nur schon aufgrund der Tatsache, dass sich die Auswahl der Sportarten ursprünglich am militärischen Training orientiert hatte.

In dieses Bild passt auch, dass der Wettbewerb der Frauen im Modernen Fünfkampf an den Olympischen Spielen 2000 erstmalig zugelassen wurde.

Programm
Freitag, 18. Oktober:
15 Uhr: Reiten am Nationalen Pferdezentrum NPZ in Bern
Samstag, 19. Oktober:
Ab 8 Uhr: Fechten, Uster (Buchholz)
13 Uhr: Schwimmen
16 Uhr: Laser Run (Start der Durchgänge alle 45 Minuten, Laufen/Schiessen im Wechsel)
16:50 Uhr: Laufen für Altersklasse U13
20 Uhr: Siegerehrung
Pentathlon-zurich.ch

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