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Weiter als vor der Verletzung

Tanja Odermatt ist nach langer Leidenszeit schmerzfrei. Die Tannerin fühlt sich besser denn je.

Mit Zuversicht in die neue Saison: Beim ersten Wettkampf lief die Tannerin Tanja Odermatt auf Rang 11., Die nächste Wettkampf-Station für Tanja Odermatt ist in Finnland.

Archivfoto: Christian Merz

Weiter als vor der Verletzung

Es ist der erste internationale Wettbewerb auf Elite-Stufe der Saison – und für Tanja Odermatt vor allem die Rückkehr auf die grosse Bühne. «Die Nebelhorn-Trophy gehört zu meinen Lieblingswettkämpfen», sagt die Tannerin.

Tatsächlich legt sie beim Traditionsanlass in Obers­torf (GER) bereits im Kurzprogramm ein beschwingten und ausdrucksstarken Auftritt zu einer Cover-Version von Duke Ellington hin. Ein Sturz verhindert zwar eine noch bessere Punktzahl, den Odermatt allerdings unbeeindruckt wegsteckt.

Sie vermag sich als Neunte in der Kür sogar noch zu steigern und wird in einem starken Teilnehmerfeld mit zahlreichen Olympia-, WM- und EM-Teilnehmerinnen ansprechende Elfte im Feld der 22 Eliteläuferinnen.

«Die Kür war sogar fast fehlerfrei. Ich bin auf einem guten Weg», sagt die 22-Jährige.               

Es ist keine Selbstverständlichkeit. Bereits drei Jahre ist es her, seit sie sich bei einem Sturz eine Fussverletzung zuzieht, bei dem weit mehr als nur die Bänder kaputtgehen. Die Schweizer Meisterin von 2016 muss nicht nur den Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Südkorea begraben.

Sie er­leidet auch weitere Rückschläge aufgrund der ständigen Schmerzen beim Eistraining. Odermatt spricht von einer «sehr schwierigen Zeit». Jüngere Läuferinnen ziehen an ihr vorbei. Der Stern am nationalen Eislaufhimmel heisst mittlerweile Alexia Paganini und ist – obwohl schon zweifache Meisterin – gerade 17 Jahre alt.

Die Rückkehr nach Wetzikon   Mit Odermatt geht es im Spätherbst des letzten Jahres erstmals wieder aufwärts. Sie schafft es nach einer Minivorbereitung (zehn Wochen geregeltes Eislaufen) an die Schweizer Meisterschaften und wird in Wetzikon gute Fünfte – dort, wo sie einst ihre ersten Schlittschuhlaufversuchte getätigt hatte.   Für die Oberländerin ist es nach der Leidenszeit schon fast ein kleines Märchen. «Dafür hätte ich im Vorfeld unterschrieben», sagte sie.   Und Odermatt legt nach: Ende Januar kann sie sie einen ersten internationalen Wettkampf in Reykjavik sogar für sich entscheiden. Die Saison beendet die Läuferin des Dübendorfer EC mit einem achten Platz im italienischen Egna. Ihr gelingt dabei aber eine höhere Punktzahl.   Nur: Die verstärkte Belastung geht auch an ihrem «Problemfuss» nicht spurlos vorüber. Odermatt muss erneut zurückstecken, ehe sie Ende Juni das Training wieder aufnimmt.

«Es sind Details, die ich verändert habe – beispielsweise beim Aufwärmen oder durch weniger Sprünge.»
Tanja Odermatt

Die neuerliche Pause tut ihr offensichtlich gut. Ein «sachter Aufbau» und Physiotherapie sorgen dafür, dass sie in den letzten drei Monaten beschwerdefrei bleibt – trotz fünf bis sechs wöchentliche Eistrainings.

Ein weiteres Erfolgsrezept sind kürzere Einheiten. «Es sind nur Details, die ich verändert habe – beispielsweise beim Aufwärmen oder durch weniger Sprünge», sagt Odermatt .

Weiter als vor drei Jahren   Die Tannerin fühlt sich gerüstet für die neue Saison, auch wenn die Vorbereitungszeit zu kurz war, um neue Dinge für das Programm zu erlernen. «Ich bin weiter als im 2016», ist sie überzeugt und nennt Fortschritte im Lauf- und Sprungstil sowie in der Präsentation.   Ob die zweifache EM-Teilnehmerin Odermatt im Vergleich zur nationalen Konkurrenz bereits Boden gutgemacht hat, lässt sie offen. Sie ist beim Verband weiter auf zweithöchster Stufe – im Elitekader – eingeteilt.   Ihre Verletzungsgeschichte hat sie gelehrt, nicht zu weit nach vorne zu blicken. Vorerst steht im Oktober die Finland Trophy auf dem Programm, an die sie gute Erinnerungen hat. Vor vier Jahren war ihr in Espoo eine so gute Kür wie nie zuvor gelungen. Es ist zumindest ein gutes Vorzeichen.

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