Mit Respekt in die Saison der Bestätigung
Ein eigentliches Rangziel hat er sich für die Qualifikationsphase nicht gesetzt. Ob Platz 1 oder 8 sei ihm egal, betont Yves Kempf. «Wir wollen in die Playoffs und damit ganz einfach nichts mit dem Abstieg zu tun haben», sagt Laupens Trainer vor der zweiten Saison in der Nationalliga A.
Er ist aber auch Realist genug, um zu wissen, dass mehr als ein siebter Platz einer grossen Überraschung gleichkäme. Denn für eine bessere Klassierung sind die Leistungsunterschiede innerhalb der höchsten Liga schlicht zu gross.
Leicht auszurechnen ist die Frauen-NLA – mit den Dominatorinnen Chur und Kloten-Dietlikon an der Spitze, einem breiten Berner Mittelfeld inklusive Rychenberg Winterhur, sowie dem Rest.
Die (zu) grosse Lücke
Und zu ebendiesem Rest zählt auch der UHC Laupen. «Die Lücke zu den Topteams ist nicht zu schliessen. Man kann sie höchstens etwas kleiner machen», ist für Kempf klar. Viel zu gross sind dafür die finanziellen Möglichkeiten dieser Klubs.
Gerade gegen Chur und Kloten-Dietlikon mussten die während Jahren so erfolgsverwöhnten Oberländerinnen in ihrem NLA-Rookie-Jahr einige saftige Niederlagen einstecken. «Das kann wieder passieren», macht sich der langjährige Trainer nichts vor.
«Wir wollen die vorderen Teams des Öftern ärgern.»
Yves Kempf, Trainer UHC Laupen
Laupen fehlte aber beispielsweise auch in den Direktduellen gegen Berner Oberland jeweils nur wenig für einen möglichen Punktgewinn. Daran möchte der 37-Jährige anknüpfen. «Wir wollen die vorderen Teams des Öfteren ärgern», ist eines seiner Ziele.
Und dennoch: Kempf geht mit Respekt in die Saison der Bestätigung. «Wir werden ganz sicher von keinem Team mehr unterschätzt», sagt er. Für den UHC Laupen geht es zunächst darum, erneut Zug United und Frauenfeld sowie Aufsteiger Mendrisiotto in der Tabelle hinter sich zu lassen.
Bei der Meisterschaftshauptprobe vom Dienstag in den 1/16-Finals des Schweizer Cups gegen Zweitligist Bronschhofen (15:0) wurde das Team erwartungsgemäss noch nicht gefordert.
Zug United als Gradmesser
Als erster richtiger Gradmesser wartet nun zum Auftakt am Samstag in der heimischen Elba-Halle Zug United. Als Tabellensiebter konnte sich Laupen in der Vorsaison direkt vor den Zentralschweizerinnen klassieren. Ein Sieg ist also so quasi Pflicht, um die erste kleine Basis für eine erneute sorgenfreie Spielzeit zu legen.
Ein Selbstläufer wird dies aber nicht. «Zug hat aufgerüstet», weiss Yves Kempf. Unter den Neuen sind mit Malin Brolund und Ida Suikka sogar zwei Leistungsträgerinnen vom Lokalrivalen Floorball Riders.
Und was machten die Laupnerinnen im personellen Bereich? Vier Zuzüge stehen da neun Abgängen gegenüber. Ein Grund zur Sorge? Mitnichten. Von einem Substanzverlust will Kempf nämlich nichts wissen. «Wir sind viel ausgeglichener besetzt», sagt er sogar. «In jeder unserer vier Linien haben wir Spielerinnen, die den Unterschied ausmachen können.»
Seine Zuversicht schöpft er auch daraus, dass ein Grossteil der Neuen sogleich eine tragende Rolle im Gefüge einnehmen sollten.
Eine Skorerin aus der NLB
Da ist beispielsweise die nach einem Jahr in der höchsten finnischen Liga zurückgekehrte Sabrina Gmür, die bereits beim erstmaligen Aufstieg in die NLA eine wichtige Rolle eingenommen hatte. Viel Freude sollte den Laupnerinnen zudem die vom B-Ligisten Rümlang-Regensdorf dazugestossenen Vanessa Kapp und Lea Keller bereiten.
Gerade Stürmerin Kapp könnte mit ihren Skorerqualitäten für noch mehr Durchschlagskraft in der Offensive sorgen. «Vanessa wurde von der halben Liga gejagt», sagt Kempf nicht ohne Stolz.
Dafür müssen die Oberländerinnen vorerst auf Alena Holst verzichten. Die Verteidigerin dürfte nach einem Mittelfussbruch frühestens im November ihr Comeback geben.
Bei den Abgängen sticht dafür der Name von Sina Sturzenegger heraus, die aus privaten Gründen ins Bernbiet zog und deshalb künftig für Skorpion Emmental auflaufen wird. «Sie hat mit dem Entscheid gerungen. Unser Team verlässt man halt nur ungern», sagt Kempf.
