Drei auf einen Schlag
Zwei Saisons lange spielte kein einziges Team aus der Region in der 1. Liga. Jetzt aber ist die Durststrecke vorbei – dank dem UHC Pfannenstiel, Laupen und den Glattal Falcons, die alle in der Gruppe 2 eingeteilt sind.
Das Trio kam aus unterschiedlichen Richtungen. «Pfanni» stieg nach zwei Saisons in der NLB wieder in die dritthöchste Liga ab. Der UHC Laupen schaffte nach vier Jahren in der 2. Liga den Sprung zurück.
Und die Glattal Falcons legten mit dem Aufstieg gleich in der ersten Saison ihrer Klubgeschichte einen Traumstart hin.
Im Mai 2018 fusionierten der UHC Elch Wangen-Brüttisellen und Jump Dübendorf. Die Falcons sind also noch Küken, hoben aber dennoch sofort ab.
Nun dürfte der Flug allerdings etwas turbulenter werden. Der Neuling muss sich eine Liga weiter oben in einer ausgeglichenen Gruppe beweisen, in der zahlreiche Teams grosse Ambitionen haben.
Die Jona-Uznach Flames und die Rheintal Gators beschäftigen beispielsweise je vier ausländische Verstärkungsspieler, bei den Vipers InnerSchwyz sind es zwei.
«Wir werden das meistern»
Die Glattal Falcons setzen ausschliesslich auf einheimische Kräfte. Sie haben dafür mit der Verpflichtung von Yannick Jaunin und Fabian Zolliker für Aufsehen gesorgt. Das treffsichere Duo kommt vom NLA-Absteiger Kloten-Dietlikon. Jaunin (30) erzielte für die Jets zuletzt 24 Treffer, Zolliker (29) traf 18-mal.
Die Routiniers dürften dem Erstliga-Aufsteiger dank langjähriger Erfahrung auf höchster Stufe viel Stabilität bringen. Und können dank ihrer individuellen Klasse auch das eine oder andere Spiel quasi im Alleingang entscheiden.
«Playoffs zu spielen ist schön. Playouts zu absolvieren weniger.»
Falcons-Trainer Marcel Stiefenhofer
Die gegenüber letzter Saison zudem breiter aufgestellten Glattaler wissen um ihre Stärken. Rund die Hälfte der Spieler hat Erfahrungen auf höherem Niveau.
Trainer Marcel Stiefenhofer packt die Aufgabe jedenfalls entspannt an. «Wir werden das meistern», sagt er und strebt mit seinem Team den direkten Ligaerhalt an.
Mit anderen Worten: Die Falcons wollen in die Top 8. Für Stiefenhofer nichts als ein logisches Ziel. «Playoffs zu spielen ist schön. Playouts zu absolvieren weniger.»
Der Mix stimmt
Die nach der Qualifikation auf den Plätzen 9 bis 12 liegenden Teams haben immerhin zwei Chancen, sich den Ligaerhalt zu sicher. Auf diese Ochsentour mit Playouts und allenfalls den Partien gegen euphorisierte Zweitligisten in der Auf-/Abstiegsrunde würde der UHC Laupen aber liebend gerne verzichten.
«Wir wollen uns möglichst schnell dem höheren Tempo anpassen», sagt Kevin Cathrein, «und vier Gegner finden, die wir zweimal schlagen, um in die Playoffs zu kommen.»
Laupens Trainer ist mit der Vorbereitung zufrieden. Und er ist überzeugt, dass sich die Mannschaft wie in der jüngeren Vergangenheit weiter steigern kann.
Mit 25 Feldspielern und drei Torhüter ist das Team breit besetzt. «Der Mix zwischen Jungen und Erfahrenen stimmt», sagt Cathrein. Mit Ausnahme zweier Spieler stammen alle aus dem eigenen Nachwuchs. Der überdurchschnittliche Teamzusammenhalt ist also nicht zufällig.
Acht neue Spieler hat man integriert. Zwei davon stechen etwas heraus. Der ursprünglich aus dem Nachwuchs der Jona-Uznach Flames stammende Torhüter Stefan Kistler (33) war zuletzt in Finnland engagiert und bringt viel Erfahrung mit.
Stürmer Fabian Studer kehrte nach zwei NLB-Jahren beim UHC Pfannenstiel zum Stammklub zurück. Die zwei Derbys gegen «Pfanni» dürften für ihn speziell sein.
«Pfanni» wechselt die Rolle
Das letzte Pflichtspielduell zwischen diesen beiden Mannschaften gewann Pfannenstiel vor knapp fünf Jahren 12:6. Auffallend dabei: Beim UHC Laupen sind acht Spieler aus jener Begegnung noch immer dabei, beim UHC Pfannenstiel sind es gar zehn.
«Als Absteiger gehört man automatisch zu den Favoriten.»
Christof Maurer, UHC Pfannenstiel
Der grosse Umbruch fand bei «Pfanni» selbst nach dem Abstieg nicht statt, die Mannschaft blieb mehrheitlich zusammen. Ganz nach dem Motto: «Zusammen rauf, zusammen runter.»
Eine Liga tiefer hat Pfannenstiel nun aber eine andere Rolle inne. Aus dem einstigen Aussenseiter ist wieder eine Mannschaft geworden, die in der Lage ist, mehr als nur einzelne Nadelstiche zu setzen.
Bei «Pfanni» ist man sich dessen bewusst. «Als Absteiger gehört man automatisch zu den Favoriten», sagt Christof Maurer, der das Team mit den Spielern Thiemo Scharfenberger und Tim Bartenstein führt. Ein Rangziel hat man sich gleichwohl nicht gesetzt.
Der erste Schritt soll der Playoff-Einzug sein, möglichst mit Heimrecht. «Wir wollen versuchen, unser Level an Intensität in die 1. Liga zu bringen», sagt Maurer. Er folgert daraus: «Gelingt uns das, kommen wir in die Top 4.»
