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Leisere Töne beim TV Uster

Die Erstliga-Handballer des TV Uster steigen mit einem erheblich verjüngtem Team in die neue Meisterschaft.

Erneut Gruppengegner: Usters Gianluca Schaub gegen Klotens Pascal Gschwend.

Archivfoto: David Kündig

Leisere Töne beim TV Uster

Es ist noch nicht lange her als Usters Trainer und Präsident Walter Flessati nach dem Ligaerhalt in der 1. Liga deutliche Worte wählte. «Unser Anspruch ist ein Spitzenplatz.» Dazu passt: Der Sprung in die NLB wurde in der jüngeren Vergangenheit schon mehrfach als mittelfristiges Vereinsziel deklariert.

Vor dem heutigen Meisterschaftsstart gegen Aufsteiger Pratteln klingt es nun aber weitaus defensiver.

«Wir stehen vor einer Übergangssaison und wollen deshalb nichts mit dem Abstieg zu tun haben», sagt Flessati, der im Januar, nach dem verpassten Finalrundeneinzug, Robin Gerber als Coach abgelöst hatte und den TVU anschliessend in der Abstiegsrunde betreute.

Doch die plötzliche Zurückhaltung hat Gründe. Einerseits schaffen es nach der Qualifikation neu nur noch die beiden Gruppenbesten statt vier Teams in die Finalrunde, andererseits kam es bei den Ustermern zu erheblichen Veränderungen im Kader.

Mit den Abgängen der Gebrüder Häberli und Schlumpf sowie des früheren litauischen Nationalspielers Vaidas Klimciauskas ging viel Erfahrung und Qualität verloren.

Ein neuer Co-Trainer

Dafür hat Flessati nicht weniger als acht Spieler aus der von ihm zuvor trainierten U19 nachgezogen. Der einzige externe Zuzug, Andreas Hirzel (29), kommt vom SC Volketswil aus der 2. Liga. «Die Jungen haben alle Talent und sind fleissig. Aber sie befinden sich natürlich noch in der Entwicklung», sagt Flessati.

Zum Umbruch passt auch die Neubesetzung des Co-Trainer-Postens mit Stephan Nelius, der neben seinem Engagement in Uster noch als U19-Coach der SG Wädenswil/Horgen fungiert. «Er hat einen anderen Blickwinkel als ich», sagt Flessati. Sein Ziel ist es Nelius zum Cheftrainer aufzubauen.

Im Cup gut mitgehalten

Apropos Wädenswil/Horgen: Das NLB-Team war am Donnerstag der Ustermer Gegner in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups, in der es eine 25:30-Niederlage absetzte. Der TVU hatte sich bereits nach acht Minuten einen Fünftore-Rückstand eingehandelt, konnte die Partie aber hernach weitgehend offen gestalten.

Für Flessati ist der gute Auftritt eine Bestätigung der Vorbereitungsphase, in der mit Frauenfeld auch ein Erstliga-Spitzenteam bezwungen und ein Turniersieg gefeiert wurde.

Wo das Ustermer Team aber wirklich steht, wird sich in den nächsten Wochen erst weisen. Flessati nennt Leimental und Siggenthal/Vom Stein Baden als Favoriten der Gruppe. «Dahinter ist vieles möglich», glaubt er. Um wirklich eine gute Rolle zu spielen sind gerade die wenigen verbliebenen Routiniers gefordert.

Und: Viele Ausfälle dürfte sich der TVU da nicht leisten können. Mit Kreisläufer Roman Flessati fällt nämlich bereits ein Leistungsträger aufgrund einer Schulterverletzung bis zum Ende des Jahres aus.

Kader: Samir Ayari (28), Peter Balsiger (25), Dionys Domeisen (21). Roman Flessati (26), Simon Güntensberger (19), Chris Güntensberger (17), Andreas Hirzel (29), Nils Hofland (19), Marius Kindler (27), Dario Mischol (18), Raphael Pfenninger (19), Baldin Rohde (17), Marius Rohde (16), Gianluca Schaub (25), Rakesh Sherpa (24), Fabrizio Steiner (24), Kenny Tan (30), Patrick Zollinger (18).

Zuzüge: B. und M. Rhode, Zollinger, S. und C. Güntensberger, Hofland, Mischol, Pfenninger (alle eigene U19), Hirzel (Volketswil). – Abgänge: Marco und Tobias Häberli (beide 2. Mannschaft), Vaidas Klimciauskas (Spielertrainer KJS Schaffhausen), Thomas Kohl (verletzt), Florian Küttel (Pfader Neuhausen), Florian und Silvio Schlumpf, Dennis Gerber (alle Pause).

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