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Mehr als einen Trumpf in der Hand

Das Konzept ist simpel, aber es verfängt seit 1985. Bei der 35. Auflage des 5-Tage-Berglauf-Cup steht wieder eine Handvoll knackiger Bergläufe an.

Die Ausgangslage im Kampf um den Gesamtsieg am 5-Tage-Berglauf-Cup ist offen., Vorjahressieger Roman Kessler hat sich nicht angemeldet., Auch seine Schwester Nadja scheint darauf zu verzichten, ihren Titel verteidigen zu wollen., Immer wieder nützen OL-Spitzenläufer - hier Andreas Kyburz - einzelne Etappen als Trainingseinheit., Stephan Wenk hat den 5-Tage-Berglauf-Cup lange dominiert. Er ist allerdings nicht angemeldet.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Mehr als einen Trumpf in der Hand

Wer erfolgreich ist, wird kopiert. Und eine Erfolgsgeschichte ist der 5-Tage-Berglauf-Cup im Zürcher Oberland zweifelsohne. Ab Montag, dem 12. August, findet die 35. Auflage statt. Im Vorjahr verzeichnete man rund 400 Startende, heuer werden ähnlich viele erwartet, wie OK-Chef Michael Kaufmann sagt.

Seit einigen Jahren kommen auch Laufsportbegeisterte im Raum Bern in den Genuss eines solchen Wettbewerbs. «Bärner Bärgloufcup» heisst die Veranstaltung, die das Oberländer Konzept abgekupfert hat.

Dieses ist simpel: An fünf aufeinanderfolgenden Abenden stehen fünf kurze Bergläufe auf dem Programm. 

«Es dauert jeweils nicht ewig, bis auch der Letzte im Ziel ist.»
OK-Chef Michael Kaufmann

Damit trifft man den Nerv der Laufsportbegeisterten, wie der Zulauf zeigt. Einer der Trümpfe neben der reizvollen Landschaft, in denen die einzelnen Etappen stattfinden, ist nach Ansicht von Kaufmann, dass man weder am Modus noch an den einzelnen Etappen ständig herumschraubt.

Kaufmann sagt: «So erhalten die Laufenden auch die Möglichkeit, ihre Zeiten mit jenen des Vorjahres zu vergleichen.»

Hoffen auf illustre Gäste

Am 5-Tage-Berglauf-Cup besteht das Feld grossmehrheitlich aus ambitionierteren Sportlern und nicht aus reinen Volksläufern, wie Kaufmann sagt.

Ein Beleg dafür: «Es dauert jeweils nicht ewig, bis auch der Letzte im Ziel ist.»

Dominatoren gab es derweil einige in der Geschichte des 5-Tage-Berglauf-Cups. Allen voran der heute in Uster wohnende Stephan Wenk mit seinen 39 Einzel- sowie neun Gesamtsiegen. Angemeldet ist der 36-Jährige zwar nicht, Kaufmann hofft aber, «dass Wenk vielleicht einmal spontan vorbei schaut». 

Wie vielleicht auch starke OL-Läufer, die in den letzten Jahren jeweils trainingshalber an einzelnen Etappen teilnahmen. Beispielsweise Andreas Kyburz. Der Dritte der OL-WM 2018 im Sprint entschied im Vorjahr die Königsetappe von Steg aufs Hörnli souverän für sich.

Es blieb sein einziger Auftritt, deshalb spielte er im Kampf um den Gesamtsieg keine Rolle. Mindestens vier der Etappen muss man bestreiten, um im Cup klassiert zu werden.

Die Titelverteidiger fehlen

Die Ausgangslage im Kampf um die Gesamtwertung präsentiert sich heuer offen. Das freut Kaufmann.

Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern haben die Titelverteidiger – die Joner Geschwister Roman und Nadja Kessler – auf eine Anmeldung verzichtet. Obwohl sie persönlich eingeladen wurden und einen Gratisstartplatz erhalten hätten.

Durch ihre Abwesenheit erhalten andere die Chance, in die Bresche zu springen. Bei Leon Carl scheint der Sieg gar logisch. Der Hinwiler wurde 2017 Dritter, letztes Jahr dann Zweiter. Bei den Frauen dürften Rahel Schnetzler (2. im 2018) und Nadja Kehrle (3.) ein gewichtiges Wort mitreden.

Kehrle ist übrigens diejenige Athletin mit dem weitesten Anfahrtsweg. Sie wohnt im 150 km entfernt liegenden Mattstetten (BE) – und nimmt derzeit am «Bärner Bärgloufcup» teil. 

5-Tage-Berglaufcup

Montag, 12. August:  1. Etappe: Wald–Farneralp, Start: 19:10 Uhr

Dienstag, 13. August: 2. Etappe: Bauma–Sonnenhof, Start: 19:00 Uhr

Mittwoch, 14. August: 3. Etappe: Steg–Hörnli, Start: 19:00 Uhr

Donnerstag, 15. August: 4. Etappe: W’hausen–Bachtel, Start: 19:00 Uhr

Freitag, 16. August: 5. Etappe:  Kempten–Türli, Start: 19:00 Uhr
 

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