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Oberländer «Single»-Frauen suchen Grenzerfahrung

Nur 18 Frauen bestreiten das Multisport-Rennen Gigathlon rund um Sarnen als «Single» – ein Grossteil davon kommt aus der Region.

Die Fehraltorferin Nina Brenn war im Vorjahr hoch überlegen., Samira Holdener aus Bäretswil.

Foto: PD

Oberländer «Single»-Frauen suchen Grenzerfahrung

Von einem Aufwärmen spricht die Bäretswilerin Samira Holdener im Zusammenhang mit dem «SwimRun»-Prolog vom Freitag. Gerade mal 1,5 km Schwimmen und 4,5 km Laufen standen am Eröffnungstag des Multisport-Abenteuers Gigathlon durch die Kantone Ob- und Nidwalden auf dem Programm.

Es ist tatsächlich nur ein kleiner Vorgeschmack davon, was auf die rund 2100 Gigathleten rund um den Zentralort Sarnen an diesem Wochenende wartet – nämlich total 390 Kilometer mit rund 7000 Höhenmetern, zu Fuss, im Wasser, dem Rad respektive Bike sowie auf Inline-Skates.

Während die meisten Teilnehmer das happige Programm in den Kategorien «Couple» oder «Team of Five» bestreitet, gibt es ein paar wenige Ausdauerathletinnen und -athleten, die sich als «Single» in den fünf Disziplinen auf die Strecke wagen.

Holdener ist eine von nur 18 Frauen und 72 Männern. Die Oberländerin weiss genau was sie erwartet. Für die 26-Jährige ist es bereits der vierte Start als Gigathlon-«Single».

Zudem hatte sie davor schon im Team als Schwimmerin mehrfach Erfahrungen sammeln können. «Ich probiere es einmal allein», sagte sie sich 2015 vor ihrem ersten Einzelstart. Ihr Erwartungen waren mit «ins Ziel kommen» eher bescheiden.

Als der Magen rebellierte

Tatsächlich erfüllten sich ihre Hoffnungen hernach – bis zur letzten Austragung im Vorjahr, als sie aufgrund von Magenproblemen am letzten Tag aufgeben musste. «Ich konnte nichts mehr trinken. Das ist bei 12 bis 14 Stunden Wettkampfzeit nicht gerade ideal», sagt Holdener. Lange darüber aufgehalten hat sie sich aber nicht. «Ich habe viel gelernt», betont sie.

Die Konsequenz daraus: Holdener passte ihr Training an. Kürzere, dafür umso intensivere Einheiten bestreitet sie seither. Und die Bäretswilerin stellte ihre Ernährung um. «Ich hatte bisher zu wenig Kalorien zu mir genommen», sagt sie. In den Wettkämpfen behilft sich Holdener ausserdem mit Salztabletten. Entsprechend zuversichtlich blickt sie auf die kommenden Tage. «Ich fühle mich sehr fit.»

Wie die meisten Sportler war Holdener auch im Vorfeld in der Wettkampfregion, um sich die Strecken anzuschauen oder sogar abzufahren. Zu ihrer Verwunderung lag auf den Bike-Strecken zum Teil noch viel Schnee. «Ich hoffe er ist mit den gestiegenen Temperaturen nun weg», sagt sie. Überhaupt ist das heisse Wetter unter den Beteiligten allgegenwärtig. «Doch da geht es ja allen gleich», so Holdener.

Brenn in der eigenen Liga

Im Teilnehmefeld fällt ausserdem der verhältnismässig hohe Anteil an «Single»-Gigathletinnen aus der Region auf. Nebst Holdener gehen auch Dorothee Hoffmann (Grüt), Anita Wiesli (Egg), die ehemalige Schwerzenbacher NLA-Fussballerin Daniela Schwarz sowie die gebürtige Fehraltorferin Nina Brenn alleine auf die Strecke.

Die mittlerweile in Flims lebende achtfache Siegerin Brenn gilt dabei erneut als die grosse Favoritin. «Sie läuft in einer eigenen Liga», sagt Holdener. Im Vorjahr knüpfte sie alleine der Zweitplatzierten Schwarz 1:51 Stunden ab.

Weshalb aber sich ausgerechnet so viele Oberländerinnen diese Grenzerfahrung antun kann sich auch Holdener nicht erklären. «Ich kenne einige vom sehen. Im Grundsatz sind wir aber alles Einzelkämpferinnen», sagt sie.

Von den Teilnehmerinnen aus der Region ist neben Brenn insbesondere mit Schwarz zu rechnen. In der Informationsbroschüre der Veranstalter wird sie vor ihrer erst zweiten Teilnahme als «Single» bereits als Favoritin mit Bild und persönlichen Motivationsworten herausgehoben.

Die Quereinsteigerin

Tatsächlich fällt die rasante Entwicklung der Quereinsteigerin sogleich ins Auge. Denn noch 2015 zählte Schwarz zum Abschluss ihrer Fussball-Laufbahn zum Kader des Frauen-Nationalteams bei der ersten Schweizer Teilnahme an einer Weltmeisterschaft in Kanada.

Schwarz hatte Lust «auf anderes als Fussball» und fand die neue Herausforderung im Ausdauersport. Über Duathlon fand sie zum Triathlon. Die Defizite im Schwimmen korrigierte sie in Kursen. Wie schnell die 33-Jährige schon ist, zeigte sie bei ihrer Gigathlon-Hauptprobe am Ironman 70.3 in Rapperswil-Jona von Anfang Juni, als sie in ihrer Altersklasse obenaus schwang.

«Ich erhole mich schnell. Vielleicht kommt es auch vom Fussball her», nennt Schwarz einen Grund der Erfolgsgeschichte. Und hilfreich auf ihrem Weg war sicher auch ihre ältere Schwester Barbara, die 2012 und 2015 Gigathlon-Zweite wurde, und sie mit ihrem Erfahrungsschatz unterstützte.

Für ihren zweiten Gigathlon als «Single» hat sich Daniela Schwarz («Meine Form ist noch besser») aber trotz den vielversprechenden Perspektiven keine Rangziele gesetzt. Zu viele Unwägbarkeiten lauern da auf der langen Reise. Das doch weitgehend unbekannte Terrain, die für sie neue Disziplin Inline und vor allem die Hitze. «Da habe ich schon Respekt davor», sagt Schwarz.

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