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Mit leeren Händen auf Trainersuche

Der VBC Wetzikon braucht einen Coach. Der finanzielle Spielraum des Nationalliga-Klubs aber ist sehr klein.

Die Wetziker Volleyballer (Max Gay, links) wollen sich weiter mit bescheidenen Mitteln in der NLB behaupten.

Archivfoto: Christian Merz

Mit leeren Händen auf Trainersuche

Sie heissen Steckwand, Pinnwand oder Anzeigenmarkt – und sollen den Handball-, den Unihockey- oder den Volleyballvereinen bei der Trainersuche helfen.

Den Service der Verbände im Internet nutzen überwiegend unterklassige Mannschaften. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Die NLB-Frauen aus Schönenwerd werben mit einem «tollen und motivierten Team, ­einer modernen Infrastruktur und angemessener Bezahlung» um interessierte Coaches. 

«Bist du auf der Suche nach einer neuen Herausforderung als Trainer in der NLB? Dann bist du bei uns genau richtig!»
Facebookseite VBC Wetzikon

Einen digitalen Aufruf startete Ende März auch der VBC Wetzikon – auf seiner Facebook-Seite. «Bist du auf der Suche nach einer neuen Herausforderung als Trainer in der NLB? Dann bist du bei uns genau richtig!», schrieben die Wetziker Volleyballer.

Der Rücklauf war – gelinde gesagt – mehr als bescheiden. Sie erhielten keine einzige Reaktion aufs Inserat. 

Die Liste abgeklappert 

Dennoch scheinen die Oberländer gute Karten zu haben, nach dem Abgang des langjährigen Duos Felix Brändli und Martina Casparis den verwaisten Trainerposten mit einer Fachkraft be­setzen zu können.

Der B-Ligist steckt in Verhandlungen mit einem bekannten Coach, der über reichlich Erfahrung in den zwei höchsten Schweizer Ligen verfügt. Kommt das Engagement zustande, wäre es ein Glückstreffer.

Denn die Wetziker verfuhren ­neben dem Facebook-Aufruf bei ­ihrer Suche letztlich so, wie man sich das bei Klubs in Randsportarten vorstellt: Sie klapperten jeden Namen ab, den sie kannten. 
 

Ihre Handicaps dabei: Das Kader ist momentan zu knapp besetzt. Passeure fehlen gänzlich. Das kann auf interessierte Trainerkandidaten durchaus abschreckend wirken.

Niemand investiert auf diesem Niveau gerne seine Zeit, um dann mit ein paar wenigen Spielern in der Halle zu stehen und in der Meisterschaft allenfalls nicht konkurrenzfähig zu sein.

«Das können wir uns nicht leisten.»
Max Gay, VBC Wetzikon

Zudem sind die finan­ziellen Möglichkeiten beim VBC Wetzikon beschränkt. Der Entschädigungsansatz für Trainer, die die Qualitätsanforderungen des Verbands erfüllen, dürfte in der NLB ab 10 000 Franken aufwärts liegen.

Max Gay macht klar: «Das können wir uns nicht leisten. Bei uns wird die Entschädigung deutlich kleiner sein.» 

Der Mittespieler des VBC Wetzikon hat zwar den Posten als Verantwortlicher der 1. Mannschaft abgegeben. Er initiierte aber den Kontakt zum aktuellen Trainerkandidaten, ehe Präsidentin Katja Bleibler die Verhandlungen übernommen hat, da sie zugleich neu für das NLB-Team zuständig ist.

Gut für sie: Der Anwärter wollte sich sowieso neu orientieren. Und beim «sehr passionierten Coach», wie Gay ihn bezeichnet, stehen Punkte wie beispielsweise ein ehrgeiziges Team im Vordergrund, nicht die Vergütung. 

Blick über den Tellerrand

Interessant ist in diesem Bereich ein Blick in die zweithöchsten Ligen im Unihockey und im Handball. Sie weisen bei den Trainer­entschädigungen Ähnlichkeiten auf. Um die 30 000 Franken müssten die Klubs dafür im Minimum in die Hand nehmen, sagen Kenner der jeweiligen Szenen.

Vor ­allem im Handball hat man eine gewisse Auswahl, bieten sich doch immer wieder ausländische Coaches an. Kommt hinzu: ­Einige Equipen in der NLB sind Teil ­einer Pyramide. Sie werden von Profitrainern geführt, die daneben im Nachwuchsbereich engagiert sind.

Stevan Kurbalija vom NLB-Team Yellow/Pfadi Espoirs etwa ist bei Pfadi Winterthur auch für die U-19-Elite zuständig. 
 

Solche Beispiele finden sich auch im Volleyball. So profitieren die NLB-Frauen von Züri Unterland davon, dass sie im Nachwuchsbereich neu mit Volero Zürich zusammenarbeiten. Zukünftig werden sie deshalb von Svetlana Ilic trainiert – die europaweit anerkannte Serbin leitet Voleros Nachwuchs-Akademie.

Von diesem Professionalisierungsgrad ist der VBC Wetzikon weit entfernt. Gay sagt dazu etwas salopp: «Wir versuchen, uns als Hobbyverein in der NLB zu behaupten.»

Er ist überzeugt: Das wird gelingen. Die Lücken im Kader dürften sich nach Ende der Beachvolleyball-Saison schlies­sen lassen, glaubt er. Gay sagt: «Ich nehme an, es gibt einige Anfragen von Spielern.»

Die Wetziker werden dann ein Argument mehr auf ihrer Seite haben: Die Trainerfrage dürfte bis zu diesem Zeitpunkt geklärt sein. 

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