Dank starker Mentalität zur Leaderin gereift
Für Olga Smal war es eine Art Reifeprüfung auf Elitestufe. «Sie war mit Abstand die Beste», lobte die Trainerin der Zürcher Limmat-Nixen. Gemeint war damit der Auftritt der Ebmatinger Synchronschwimmerin Alyssa Thöni beim jüngsten Selektionstest des Schweizer Nationalteams in Onex – bei dem mit Vivienne Koch und Noemi Peschl einzig die beiden Ostschweizer Duett-Kandidatinnen für die Olympischen Spiele 2020 fehlten.
«Alyssa zählt schweizweit bereits zu den Top 4»
Olga Smal, Trainerin Limmat-Sharks
«Alyssa zählt schweizweit bereits zu den Top 4. Sie beisst und kämpft immer bis zum Ende», sagt Klubtrainerin Smal und streicht insbesondere die Mentalität und Technik der 18-Jährigen heraus, die während der Woche sechsmal trainiert. Etwas Aufholbedarf habe sie dafür noch im Bereich der Artistik.
Der Lohn für die Leistung war die Nominierung für die Weltmeisterschaften in Gwangju von Mitte Juli. Sie kommt aber sowieso wenig überraschend. Für Thöni wird es bereits die zweite Reise an eine Elite-WM. Vor zwei Jahren kam sie aber nach dem Aufgebot nur bei den Juniorinnen zum Einsatz. Dafür konnte Thöni in Budapest am Beckenrand die Technik der führenden Russinnen bewundern und so erste, wertvolle Eindrücke sammeln.
Feste Grösse im Nationalteam
Mittlerweile zählt Thöni selbst zu den festen Grössen – und ist dadurch in Südkorea im mit jeweils acht Synchronschwimmerinnen stattfindenden Gruppenwettkampf gesetzt. «Jetzt bin ich in der Rolle, um die Jüngeren zu unterstützen», sagt sie. Der Blick der Schweizerinnen richtet sich dabei Richtung Finalplatz, den sie mit einer guten Punktzahl in Kür und Pflicht erreichen wollen.
Als erster Saisonhöhepunkt steht für Thöni nun aber vorerst am Wochenende die Schweizer Meisterschaften in Neuchâtel auf dem Programm, wo sie mit den Limmat-Nixen im Team- sowie Combo-Wettbewerb ein weiteres Mal abräumen will.
Der Zürcher Verein ist seit der Gründung im Jahr 1961 insbesondere im Bereich der Gruppen das Mass aller Dinge. 39 Titel unterstreichen eindrücklich die Dominanz – seit 2010 sind die Limmat-Nixen sogar ungeschlagen. Für Vizepräsidentin Alison King ist ein weiterer Erfolg dennoch keine Selbstverständlichkeit. «Vor allem die Teams aus Morges und Vernier haben aufgeholt und sind eine ernsthafte Konkurrenz», betont sie.
Das Ende eines Projekts
Umso wichtiger ist es für die Limmat-Nixen, dass Thöni auf diese Saison hin wieder in die Gruppe zurückgekehrt ist. Die Ebmatingerin war zuvor mit Paloma Melo im Duett unterwegs und hatte auch oft in Genf trainiert sowie eine Junioren-EM und -WM mit ihr bestritten. Da Melo aber nach dieser Saison zurücktritt, wurde das gemeinsame Projekt beendet. «Wir waren uns sehr ähnlich und haben deshalb gut harmoniert», bedauert Thöni die Trennung.
Eine neue Partnerin hat sie seither nicht gefunden. Eine mögliche Kandidatin wäre Klubkollegin Joelle Peschl gewesen, da diese aber aufgrund einer Verletzung nicht mehr im selben Aufwand trainieren kann, zerschlug sich diese Möglichkeit.
Thönis mittelfristige sportliche Zukunft ist gerade wegen den offenen Perspektiven unsicher. Olympia könnte für sie frühestens im Jahr 2024 zum Thema werden. Nur gilt insbesondere die Qualifikation mit der Gruppe aufgrund der wenigen Startplätze als schwierig zu realisieren. Wahrscheinlicher ist dadurch, dass die Schülerin des Kunst- und Sportgymnasium Rämibühl im nächsten Sommer nach der Matura den Fokus aufs Studium legen wird.
